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Gouvernementskrankenhaus in Daressalam
angesehenere Eingeborene, die durchgehends auf Vorschlag ihrer eigenen
Volksgenossen bestellt werden. Den Jumben sowohl wie den Akiden
liegen zunächst solche Aufgaben ob, die sich auf Wegebauten, Steuer¬
einziehung usw. beziehen; daneben haben die Akiden eine beschränkte
Gerichtsbarkeit auszuüben das Recht. Im Innern, wo die Akidatsver-
fassung aus Mangel an geeigneten Kräften nicht durchzuführen ist, ist die
Verwaltung zurzeit noch gezwungen, sich mehr oder weniger der ein¬
geborenen Häuptlinge oder Sultane zur Steuereinziehung usw. zu bedienen.
An der Spitze der Kolonie steht der Kaiserliche Gouverneur, z. Z.
Exzellenz Dr. Schnee. Der Gouverneur ist befugt, polizeiliche und sonstige
die Verwaltung betreffende Vorschriften zu erlassen und gegen deren
Nichtbefolgung Gefängnisstrafe bis zu drei Monaten, Haft, Geldstrafe
und Einziehung einzelner Gegenstände anzudrohen. Er übt die Ver¬
waltung im Namen des Kaisers aus und ist direkter Vorgesetzter der
Lokalverwaltung. Ahnlich wie dem Bezirksamtmann ein von den Euro¬
päern des Bezirkes gewählter Bezirksrat zur Seite steht, so ist dem Gou¬
verneur ein Gouvernementsrat beigegeben, der aus dem ersten Referenten,
dem Oberrichter und dem Kommandeur der Schutztruppe als amtlichen
Mitgliedern und fünfzehn in der Kolonie ansässigen Privatleuten besteht.
Die Berufung zu diesem Amt erfolgt auf Präsentation der gesamten
männlichen deutschen Staatsangehörigen der Kolonie. Das Schutzgebiet ist
zu diesem Zweck in drei Wahlkreise eingeteilt. Zweck des Gouvernements¬
rates ist in erster Linie die Begutachtung der Vorschläge für den jähr¬
lichen Etat und der ihm vom Gouverneur vorzulegenden Gesetzentwürfe.
Die Orte Tanga und Daressalam sind als Stadtgemeinden mit allen
Rechten und Pflichten solcher organisiert. Der Ansatz zur Selbstverwaltung,
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