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Im Amani
wie Wilhelmstal, Aruscha, Moschi usw. haben Tanga gegenüber nur
lokale Bedeutung. Im Hinterland überwiegt die europäische Plantagen¬
wirtschaft durchaus, soweit das bis über 2000 m ansteigende Bergland
von Usambara mit seinem Vorgelände in Betracht kommt; etwa 90000 ha
sind in Usambara mit tropischem Hochwald bestanden, der nur zum ge¬
ringsten Teil ausgebeutet wird, und der hohe Niederschlag, der sich um
2000 mm bewegt, giebt diesem Landesteil einen natürlichen Vorzug
gegenüber anderen Gebieten Ostafrikas.
Das Flachland ist nur zum kleineren Teil von europäischer Wirtschaft
in Arbeit genommen worden, und zwar in erster Linie für Sisal- und
Baumwollkulturen.
Das Kilimandjaro- und Merugebiet, welch letzteres demnächst auch
von der Eisenbahn erreicht wird, produziert, soweit die europäische
Wirtschaft in Betracht kommt, in der Hauptsache Kaffee, Gummi usw.
neben Getreide, das dem lokalen Verbrauch dient. Daneben spielt in
diesem Landesteil die rationelle Viehzucht eine ständig wachsende Rolle.
Die Eingeborenenwirtschaft ist für die Nordbezirke nur von unter¬
geordneter Bedeutung und dient fast ausschließlich der Befriedigung des
lokalen Bedürfnisses.
Ihre günstigen klimatischen und agronomischen Bedingungen haben
die Nordbezirke, wie bereits erwähnt, zu dem Kulturversuchsgebiet
Ostafrikas gemacht. Neben dem privater Initiative seinen Ursprung
Verdankenden arbeitet die Verwaltung selbst im Biologisch-Landwirt¬
schaftlichen Institut Amani in Ostusambara und in der am Kilimandjaro
gelegenen Versuchsstation Kibongoto an der Erforschung und Klärung
der die tropische Landwirtschaft tangierenden Fragen.
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