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Bedingungen sowohl
für europäische als
auch Eingeborenen¬
kulturen gegeben.
Riesige Bergländer,
die zum großen Teil
frei von der Tsetse
sind und infolge¬
dessen große Scharen
von Rindern beher¬
bergen und die von
einer intelligenten Be¬
völkerung bewohnt
sind, denen ähnlich
wie den Wadschagga
auch künstliche Be¬
wässerung nicht fremd
ist, sind die Signatur
der nördlichen Rand¬
gebiete des Tangan-
yika. Die südlichen
Gebiete, wie Uka-
wende undUkonongo
ihrerseits wiederum
bieten in ihren frucht¬
baren tiefgründigen
Tälern alle Bedingun¬
gen für eine rein tropi¬
sche Landwirtschaft.
Leider ist nur in diesen
südlichen Gebieten die Bevölkerung recht spärlich. Der Bezirk Ujiji, der
verwaltungspolitisch diese Gebiete zusammen mit denen von Uha umfaßt,
hat nur 6,2 Einwohner auf den Quadratkilometer. Wesentlich schuld an
der geringen Bevölkerungsdichte ist wohl der Umstand, daß in alten
Zeiten die Araber sich aus diesen Ländern ihre Sklaven zu holen pflegten.
In neuerer Zeit hat auch die Schlafkrankheit hier zur Dezimierung der
Bevölkerung beigetragen.
Der Hauptplatz an der deutschen Tanganyikaküste ist der alte Handels¬
platz Ujiji, oder wie er von den Eingeborenen genannt wird Ugoi. In
den Zeiten des Karawanenverkehrs spielte Ujiji eine Rolle, die ähnlich
der von Tabora war. Hier saßen schon am Beginn des 19. Jahrhunderts
zahlreiche arabische Händler, die ihre Karawanen zur Jagd auf Sklaven
und zum Aufkauf von Elfenbein und Gummi bis weit in den Kongo¬
staat hineinschickten. Diese Bedeutung Ujijis verringerte sich natur¬
gemäß wesentlich mit dem Beginn der deutschen Herrschaft. Seitdem
ist Ujiji in seiner wirtschaftlichen Bedeutung ständig zurückgegangen,
und sein Handelswert beruhte zuletzt nur noch auf dem Gummi- und
Dattelpalmen in Tabora
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