Seite
. h
s
Hafen von Muanza
Gummilianen und das Sinken der Kautschukpreise haben diesen Handel
aber fast vollkommen vernichtet. Kilwa, das alte Quiloa der Portugiesen¬
zeit, das früher Zielpunkt vieler Karawanen war, ist infolgedessen in seiner
wirtschaftlichen Bedeutung mehr und mehr gesunken. Nur als Kopra-
platz spielt es für den Handelsverkehr noch insofern eine Rolle, als es
der eigentliche Hafen für das palmenreiche Mafia ist.
Wie Bagamoyo sank, als Daressalam stieg, so steht auch der Nieder¬
gang Kilwas dem Aufblühen Lindis gegenüber. Vor zehn Jahren noch
ein Bezirk von untergeordneter Bedeutung, ist es heute mit seinem guten
Boden eines der wichtigsten Plantagengebiete in Ostafrika mit einem
jährlich wachsenden Außenhandel, der jetzt schon vier Millionen Mark
übersteigt.
Ähnlich wie Lindi scheinen auch die Schwemmböden den Bezirk Rufiji
einem Aufstieg entgegenzuführen, der sich in der Hauptsache auf die
Kultur der Baumwolle stützt. Die Gebiete von Mahenge und Ssongea
haben wirtschaftlich vorläufig noch keine Bedeutung.
4. Die Seengebiete.
Das gewaltige Ländermassiv, das sich als deutsches Gebiet um den
südlichen Viktoriasee, den Kivu und den nördlichen Tanganyika lagert,
ist erst spät in der deutschen Geschichte Ostafrikas hervorgetreten. Erst
die Erbauung der englischen Bahn brachte die Viktoriaseeländer dem
Völkerverkehr näher, aber selbst dann dauerte es noch Jahre, bis auch
das eigentliche Zwischenseengebiet, also die Länder Urundi und Ruanda,
politisch und wirtschaftlich in die Erscheinung traten. Der Hauptgrund
64