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Straußenfarm
Stämmen bekannt, und die Abhängigkeit von den Niederschlägen nimmt
der Ostafrikaner als eine von Gott gegebene Größe hin, ohne, wenig¬
stens in den meisten Teilen des Landes, an eine künstliche Be¬
wässerung zu denken. Auf diese Weise sind die Ernteergebnisse in
bezug auf die meisten Kulturen noch sehr wechselnd, und es wird der
Zukunft vorbehalten bleiben müssen, auch hierin einen Wandel zum
Bessern zu schaffen.
An Ölfrüchten kommt in der Eingeborenenlandwirtschaft an der
Küste vor allen Dingen die Kokosnuß in Betracht. Allerdings ist die
Kultur der Kokospalme keine Massenkultur, sondern wird mehr und
mehr nur das Vorrecht der Begüterten. Die Ölpalme, die vor allem im
Gebiet des nordwestlichen Tanganyika von den Eingeborenen kultiviert
wird, wird vorläufig allerdings auch noch sehr unrationell ausgebeutet.
Immerhin spielt der Eingeborenenhandel mit Palmöl vom Tanganyikasee
bereits eine nicht unbedeutende Rolle. Erdnüsse und Sesam werden fast
im ganzen Schutzgebiet von den Eingeborenen angebaut, und wie bereits
gesagt, haben beide schon jetzt eine nicht unbeträchtliche Bedeutung in
der Ausfuhr. Wie umfangreich allerdings der Anbau der Ölfrüchte in
der Eingeborenenlandwirtschaft ist, läßt sich auch annähernd nicht sagen,
auch aus den Ausfuhrziffern nicht schließen, da der größte Teil der Ernte
im Lande selbst verbraucht wird. Körnerfrüchte, wie Hirse, Eleusine, Mais
und Reis finden sich über ganz Ostafrika gleichmäßig stark angebaut,
namentlich spielt die Reiskultur eine Rolle, da sämtliche ostafrikanischen
Stämme in steigendem Maße sich zu Reisessern auszubilden scheinen.
Die Reisernten am Tanganyika haben schon jetzt für den Handel nach
dem Kongo eine nicht unbeträchtliche Bedeutung. Auch am Viktoriasee
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