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Maniokknolle
immer noch eine verhängnisvolle Rolle spielen. Mehrmals ist vom Norden
her die Rinderpest ins Schutzgebiet eingedrungen, die Hunderttausende
an Wild und Rindern vernichtet hat, und zurzeit zwar infolge der
scharfen Maßnahmen gegen sie zurückgedrängt ist, aber eine dauernde
Beobachtung erfordert. An der Küste wie im Innern ist ständig das Küsten¬
fieber heimisch und das bösartige Katarrhalfieber hat mehr als einmal
sowohl die Herden der Europäer als der Eingeborenen bedroht und
dezimiert. Das Vorhandensein der Tsetsefliege ist gleichfalls eine noch
immer nicht ausgeschaltete Gefahr. Die Einfenzung der europäischen
Farmen, ebenso wie die ständig wachsende Kenntnis der Ursachen der
Seuchen im Verein mit der Tätigkeit der Tierärzte lassen aber erhoffen,
daß es ebenso, wie das bei den menschlichen Krankheiten gelungen ist,
auch gelingen wird, die den Viehbeständen Ostafrikas drohenden Ge¬
fahren wenn nicht zu beseitigen, so doch einzudämmen.
In früheren Zeiten war der gesamte Erwerb der Eingeborenen, so weit
er über die Befriedigung der momentanen Bedürfnisse hinausging, aus¬
schließlich auf Raubbau gestützt. Von Bedeutung war hier neben der
Jagd, auf die später zurückgekommen werden soll, in erster Linie die
Gewinnung des Lianenkautschuks. Da die Eingeborenen aber die Lianen
nicht anzapften, sondern sie durchschlugen, sind die Bestände im Laufe
der Jahre fast vollkommen vernichtet worden. Wie stark diese Zerstörung
gewirkt hat, geht aus der im Anhang beigefügten Statistik über die
Gummiausfuhr hervor, Ähnlich wie mit dem Lianenkautschuk drohte
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