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Saline Neu-Gottorp
Goldmine in Sekenke. Dieses Bergwerk, das 20 Europäer neben zahl¬
reichen eingeborenen Arbeitern beschäftigt, verarbeitet das Erz zurzeit
in 15 Pochstempeln, denen zehn weitere in dieser Zeit folgen. Die Ge¬
winnung selbst geschieht im Amalgamverfahren, während die Rückstände
im Zyanidverfahren ausgebeutet werden. Die Anlage weiterer berg¬
männischer Betriebe auf Gold ist südlich und östlich des Viktoriasees
im Gange.
Wie bereits erwähnt, wird in der Nähe des Tanganyikasees Salz seit
längerer Zeit auch im europäischen Betriebe gewonnen. Die Saline
Neu-Gottorp produziert in zwei Siedepfannen monatlich gegen 350 t
Speisesalz, das in der Hauptsache in den Randlandschaften des Tanga¬
nyikasees abgesetzt wird. Kleinere Salzsiedereien werden von den Ein¬
geborenen allenthalben betrieben, ohne daß sie aber mehr als lokale
Bedeutung gewinnen. Aussichtsreicher ist vielleicht das natürliche Massen¬
vorkommen von Salz und Soda am Natronsee in der Nähe der eng¬
lischen Grenze.
Eisen wird fast allenthalben in Deutsch-Ostafrika an Granit und Gneis
gebunden gefunden. Im europäischen Betrieb sind diese Vorkommen
bisher nicht verwertet worden, da der Mangel an Steinkohlen eine Ver¬
hüttung ausschließt. Dagegen spielt das Vorkommen in der Eingeborenen¬
wirtschaft eine ansehnliche Rolle. Im primitiven Verfahren schmelzen
die Eingeborenen, besonders südlich des Viktoriasees und am Nyassasee
das Erz aus, und verarbeiten das Eisen zu Hacken, Waffen usw. Der
Handel mit diesen Produkten ist zwar statistisch nicht zu erfassen, ob¬
gleich er sich auch vielfach nach dem Ausland bewegt, aber doch recht
beträchtlich.
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