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die Bevölkerung veranlaßt, sich in diesen Vereinigungen zusammen¬
zuschließen, um unter Umständen selbst die Verteidigung für Haus und
Hof in die Hand zu nehmen. Wenn auch diese Art der Organisation noch
in den Anfängen steckt, so kann doch als sicher gelten, daß im Falle der
Gefahr sie einen wesentlichen Faktor zum Schutze des bereits Entstandenen
und über das ganze große Gebiet Verstreuten bilden wird.
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Sport und Spiel
Die Notwendigkeit, den Körper durch ständige Bewegung leistungs¬
fähig und geschmeidig zu erhalten, tritt gerade in den Tropen be¬
sonders stark hervor, wo das Klima im allgemeinen sehr dazu angetan
ist, den Körper zu verweichlichen und eine höhere Rasse zu degravieren.
Wenn auch manche Sportarten, die in Europa unbeschadet für die Gesund¬
heit getrieben werden können, sich in Ostafrika von selbst verbieten, und
wenn ferner auch der Umstand, daß eine größere Zahl von Weißen nur an
wenigen Plätzen geschlossen zusammenwohnt, Sport und Spiel im großen
verhindert, so ist im Rahmen des Möglichen doch in Deutsch-Ostafrika
bereits so viel geschehen, daß jeder auf seine Rechnung kommen kann.
An erster Stelle steht hier noch immer die Jagd. Es ist eine eigen¬
artige Erscheinung, daß fast jeder, der nach Ostafrika kommt, sich für
einen Jäger hält. Und wenn auch bei den meisten Europäern die Jagd¬
lust an Mangel an Zeit und wegen der immerhin beträchtlichen Strapazen
bald einschläft, so hat doch gerade die Jagd dazu beigetragen, uns die
Kenntnis zahlreicher Naturbeobachtungen zu bringen, die eben nur auf
der Jagd zu erlangen sind.
Neben der Jagd spielt in Ostafrika der Rasensport eine große Rolle
da, wo eine Anzahl Europäer zusammen sind. Kaum ein größerer Platz
der Kolonie, der nicht seinen Tennisplatz hat! In Daressalam mit seiner
zahlreichen europäischen Bevölkerung hat dieser Sport eine Ausdehnung
gewonnen, der dem, was englische Kolonien sonst in dieser Beziehung
bieten, kaum nachsteht. Mehrere Tennisplätze, ein Fußballplatz, ein
Golfgrund usw. kommen hier allen Neigungen entgegen.
Der Reit- und Fahrsport beschränkt sich auf die größeren europäischen
Wohnplätze und hat auch hier stark unter den klimatisch und lokal be¬
dingten Hemmungen zu leiden, die eine eingehende Verwendung von
Pferden und Maultieren verbieten.
Besondere Erwähnung verdient endlich noch der Wassersport, für
dessen Ausübung besonders die Küstenplätze reichliche Gelegenheit bieten.
Ruder- und Segelregatten bilden eine ständige Erscheinung im Sportleben
der Küstenstädte und die eleganten Segeljachten und Sportboote in
Tanga und Daressalam geben den Häfen und Rheden ein Kolorit, das
beredtes Zeugnis für das Wachsen und Gedeihen unseres ostafrikanischen
Besitzes und seiner europäischen Bevölkerung ablegt.
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