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Mpororos, auch vor, daß die Verhüttung des Eisens von einigen
Personen als besonderes Gewerbe betrieben wird. Diese verkaufen
dann die etwa faustgroßen Roheisenklumpen an die Schmiede für
30 dünne Drahtringe oder 400 Ssimbi — 45 Pfennige, und auch,
was allerdings seltener vorkommt, gegen Lebensmittel.
Aus diesem Eisen werden trotz des sehr primitiven Werkzeuges
in recht geschmackvoller Arbeit hacken, Lanzenspitzen, Lanzenschuhe, .
Pfeilspitzen, Schwerter, Messer und allerhand Werkzeuge für die Wandernde
Holzhandwerker hergestellt. Meist tun sich zwei Schmiede zusammen, zeldjchmiede
siehe Bild 4; einer bedient den Blasebalg zum Anfachen der Holz- an der
kohle, der andere bearbeitet das Eisen, das er in Ermangelung üagera.
von Zangen in ein Stück Holz geklemmt hat. Als Ambos dient Vild 5
ein großer flacher Stein, zum Kühlen eine Kalabasse mit Wasser. SetzhafteZeld-
Vild 5. schmiede im
Die stiellosen, eisernen Hämmer haben verschiedene Formen,
je nachdem der Mann hacken, Lanzenspitzen, Messer oder Pfeil¬
spitzen herstellt. Zuweilen finden wir an Stelle der Eisenhämmer Vild 6 u. 7
auch steinerne. handwerks-
Der breite Hammer auf Bild 6 und 7 rechts dient zum Be- zAAede
arbeiten der herzförmigen hacken und zum Flachschlagen der Speer- ^
spitzen. Die kleineren hingegen zum Formen der hackenränder, der
Blutrinnen in den Speeren und zum Herstellen feinerer Gegenstände
wie Pfeilspitzen und Messer.
wir sehen übrigens links auf dem Vild 6 Rasiermesser und
zwei kleine Messer, die zu chirurgischen Zwecken und zum Täto¬
wieren dienen, neben letzteren eine Pfeilspitze.
Müssen schon diese mit großer Sorgfalt und Gleichmäßigkeit
hergestellten Eisenarbeiten unsere volle Anerkennung erwecken, so
wird diese noch erhöht bei Betrachtung der Drahttechnik. Mit dem
aus Vild 7 sichtbaren höchst dürftigem Handwerkszeug verstehen es
die Leute, in allerdings zeitraubender, mühseliger Arbeit, Eisendraht
von nur l mm Dicke auf folgende weise herzustellen:
Der Eisenklumpen wird solange geglüht und gehämmert, bis
aus ihm 4 etwa 20—25 cm lange halbfingerdicke Stäbe geschmiedet
sind. Aus jedem wird eine Rolle Draht gezogen. Das hierzu
erforderliche Handwerkszeug besteht außer den schon erwähnten
hämmern aus Locheisen und Klammern verschiedener Größe.
Der Eisenstab wird an einem Ende geglüht, durch hämmern
zugespitzt, gefettet und in ein Locheisen geführt. Dieses erhält die
erforderliche Öffnung, nachdem es leicht geglüht ist, durch Einführen
einer Ahle. Zu Beginn der Arbeit ist es nötig, das Loch stark zu
erweitern, da es von dem letzten Drahtziehen her noch einen kleinen
Durchmesser hat. Zuweilen benutzen sie auch Locheisen, die ver¬
schieden große Öffnungen haben. Im weiteren Fortgang der Arbeit
aber wird das Loch nach jedesmaligem Durchziehen verkleinert,
hierzu ist wieder ein leichtes Anglühen des Locheisens nötig. Dann
wird die Ahle eingesetzt und durch hämmern die Öffnung verengt.
Öder auch das Loch wird völlig zugehämmert und dann durch
Einführen der Ahle neu hergestellt. Die Hauptkunst beim Draht¬
ziehen besteht gerade darin, jedesmal die richtige Größe des Loches
zu wählen, hierfür hat der Schmied kein Maß, sondern es ist
lediglich Ubungssache.