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einem Hohlklingenbeil in die Mitte der Oberfläche, nach jedem
hiebe den Motz etwas drehend. Die Klinge, die bei den kräftigen
Schlägen tief in das Holz eindringt, mutz durch Rütteln erst wieder
entfernt werden.
Ist der Mann auf diese Meise bis annähernd zur Mitte vor¬
gedrungen, so höhlt er durch schräges Einschlagen der Klinge den
Bauch schon etwas aus. Vas weitere Aushöhlen geschieht mit einem
raspelartigen Instrument. Zu diesem Zweck stellt er das Gefäß
näher an sich heran und schabt mit kurzen ruckartigen Bewegungen
zuerst den hals aus. hat dieser die gewünschte Stärke, so klemmt
er es zwischen die Oberschenkel, ergreift die Raspel mit beiden
Händen und höhlt in derselben Meise den Bauch aus. hierbei
klopft er wiederholt an die Gefätzwand, um die Dicke derselben
festzustellen. Dieses Rusraspeln ist eine anstrengende und lang¬
wierige Rrbeit.
hat er sie beendet, so schneidet er am Halsansatz einen etwa
l am breiten Ring ein. Mit Holzkohle und Speichel wird der
eingekerbte Ring gefärbt. Schließlich hobelt er das ganze Gefätz
mit einem kräftigen Messer sorgfältig aus. Zu diesem Zweck stemmt
er dasselbe gegen einen Baum, erfaßt das Messer mit beiden Händen
und schabt in dünnen, feinen Spänen auf sich zu. häufig wird das
ganze Milchgesäß äußerlich noch mit Ockererde rot gefärbt. Die
Frauen flechten hübsche Deckel und Netze zum Rufhängen, sodaß
ein derartiges Gefäß jeder Hütte zur Zierde gereicht.
Rls nächsten Holzkünstler sehen wir den Löffelschnitzer mit Bild 1 l
seinem Handwerkszeug und dem Ergebnis eines einzigen Tage- Löffelschnitzer
Werkes. Siehe Bild N. Ihm geht die Arbeit erheblich schneller
von der Hand wie dem Schnitzer der Milchgefäße. Zuerst wird aus
weichem Ficusholz mit dem eigenartigen Handbeil, das die Gestalt
eines Fragezeichens hat, die runde Form herausgehauen. Dann
wird mit einem Messer Stiel und Form besser herausgearbeitet und
schließlich mit einer kleinen Raspel der Löffel völlig ausgehöhlt
und sauber geglättet, hierauf wird er am Stiel unten und oben
mit sorgfältig eingebrannten Kreisen verziert.
Line größere Auswahl an Handwerkszeug und höhere An¬
forderungen an die Geschicklichkeit wie bei dem Löffelschnitzer be¬
dingt die Herstellung der recht geschmackvollen Köcher, die in erster Bild l2
Linie in Karagwe, dann aber auch noch in Rnkole, Mpororo und Köcher-
Ruanda angefertigt werden. Siehe Bild l2. Die erforderlichen Schnitzer.
Merkzeuge bestehen aus einer gewöhnlichen Axt, einem Hohleisen,
das die Funktionen des Bohrers hat, einem Handbeil mit zum
Stiel quergestellter Schneide für das Beschlagen, einer Raspel zum
Vervollständigen des Aushöhlens, einem geraden Messer zum hobeln,
wie wir es bei der Anfertigung des Milchgefäßes schon kennen ge¬
lernt haben, und einem kleinen Messer für die Schnitzarbeit.
Die Herstellung geht in folgender Meise vor sich: Das roh
beschlagene Rundholz, das bereits die Länge des Köchers erhalten
hat, wird fest in eine Baumgabel geklemmt, sodaß ein Ende dem
Handwerker, der vor der Gabel sitzt, zugekehrt ist. Jetzt ergreift
der Mann die hohlklinge, die sich an einem hölzernen Stiel be¬
findet, mit beiden Händen möglichst tief — etwa da, wo das Eisen