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der Pfeil fertig und der Mann erhält für seine Mühewaltung den
Durchschnittspreis von 50 Ssimbi — 8—9 Pfennige.
Wenden wir uns jetzt zur Töpferei, hier ist insofern eine
Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern eingetreten, als die An¬
fertigung der Tabakspfeifen nur von Männern ausgeführt wird,
während die Herstellung aller übrigen Gebrauchsgegenstände aus
Ton wie Töpfe, Krüge, Näuchergefäße und Schalen, Sache der
Frauen ist, wie ursprünglich überhaupt dieses ganze Gewerbe.
Die Töpferei ist das Handwerk, das mit den geringsten Hilfs¬
mitteln, die man garnicht mehr mit Handwerkszeug bezeichnen
kann, auskommt. Ls wird fast alles mit der Hand gemacht. Nur
zum Glätten gebraucht man ein Stück Kürbisschale und zum Ein¬
kratzen der Verzierungen ein kleines holzinstrument. Line eigent¬
liche Drehscheibe gibt es nicht, sondern der Boden eines zerbrochenen
großen Topfes dient bei der Arbeit als Untersatz und hat nur den
Zweck, den Ton vor Schmutz zu schützen. Fraglos ist aber dieser
einfache Untersatz das Anfangsstadium der Drehscheibe. Die Her¬
stellung eines Topfes geht in folgender Weise vor sich:
Bild 20 Lin Klumpen grauer Ton, dessen Vorkommen den Leuten
Xorbflechterin genau bekannt ist, und den sie oft stundenweit herholen, wird ins
Töpferin Nasser gelegt, durchgeknetet und hierauf zwischen beiden Handflächen
(rechts) bei wie ein Ouirl gedreht, bis eine lange, zwei Finger dicke Wurst ent-
ber Arbeit, steht. Bild 20. Diese wird in Windungen bienenkorbartig auf dem
Untersatz zusammengelegt, und dann beginnt das Formen des Topfes
Bild durch plattdrücken der Wurst, hierbei liegt der Daumen außen, die
21 u. 22 anderen Finger innen. Bild 21 und 22. Ist die eine Wurst ver-
Töpferinnen arbeitet, so wird die nächste aufgesetzt und in derselben Weise Der¬
er erarbeit, bis der Topf die gewünschte Größe hat. Verbunden mit
Bild 23 dieser Tätigkeit ist das Glätten mit der Kürbisschale. Während der
Töpferinnen Arbeit wird das Gefäß gleichmäßig gedreht. Bild 23.
bei verarbeit. Ist der Topf fertig geformt, so trocknet er zwei Tage im
Schatten, hierauf erfolgt erst seine Ausschmückung durch Eindrücken
von Kreisen und Dreiecksornamenten; dann wird er gebrannt. Zu
diesem Zweck wird er in ein Loch gestellt, mit Gras bedeckt und
ein kräftiges Feuer aus kleinem trockenem Holz ringsum angezündet.
Oder auch man brennt ihn auf dem Nost in der Hütte. Schließlich
erfolgt noch das Abreiben des ganzen Gefäßes mit Gras.
Zur Herstellung der Tabakspfeifen gehören ferner einige kleine
flache Liseninstrumente, mit denen die Köpfe geformt und ausgehöhlt
werden. Der Mann knetet den Ton in der vorher beschriebenen
Weise, quirlt ein konisches, etwa 15 om langes Stück daraus, schlägt
das eine Ende im Handballen flach, drückt an dieser Stelle mit dem
Daumen eine Vertiefung hinein, schneidet in der Mitte auf der
Oberseite ein kleines Loch aus und knickt an dieser Stelle die Masse
um. An der Knickstelle verstreicht er mit einem kleinen Eisenspatel
Bild sorgfältig den Lehm. So entsteht die rohe pfeifenform. Bild
24 u. 25 24 und 25.
Herstellen Dieser noch völlig unfertige Pfeifenkopf wird äußerlich ge-
"""pfellen - und verstrichen; dann trocknet er 24 Stunden im Schatten.
hierauf beschneidet der Mann mit einem kleinen Eisen den Band
und verschmiert nochmals den pfeifenwinkel. Jetzt erfolgt erst mit