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begonnen werden konnte. Auch auf diesen drei neueren Missions¬
gebieten herrscht das animistische Heidentum. Einen Einblick
in den Animismus derPareleute gibt uns dasBuch von Missionar
Dannholz: „Im Banne des Geisterglaubens."
Werfen wir noch einen kurzen Blick auf das Wachstum
und den Ertrag unserer Arbeit! Zahlen reden. Wie klein war
das Werk noch 1898, als nach fast fünfjährigem, mühevollen
Wirken der Bann gebrochen schien. Damals gab es auf den
drei Stationen Madschame, Mamba und Moschi erst 12 Ge¬
taufte. 181 Schüler einschließlich der Kostschüler besuchten die
Schulen und zu den Gottesdiensten fanden sich jeden Sonntag
durchschnittlich 224 Personen ein. Fünf Jahre später, ein
Jahrzehnt nach Beginn der Arbeit, war die Seelenzahl auf 254,
die der Schüler auf 1693 gestiegen. Und Ende 1914, nach
20 jähriger Arbeit, zählten wir bereits 4125 Christen und
642 Taufbewerber. Auch der inzwischen ausgebrochene Welt¬
krieg, von dem man eine ungünstige Wirkung auf die Heiden
befürchten mußte, hatte dem Zudrang zum Christentum keinen
Abbruch tun dürfen. In 100 Schulen wurden 8721 Kinder,
ziemlich zu gleichen Teilen Knaben und Mädchen, unterrichtet,
wobei den Missionaren 123 eingeborne christliche und drei
heidnische Lehrer zur Seite standen. Die Zahl der Außen-
stationen war auf 59, die der Gotteshäuser und Schulhäuser
aus 90 gewachsen. Man kann deutlich bemerken, wie das
Heidentum sich mehr und mehr zurückzieht und wie auch da,
wo es sich noch nicht beugen will, seine Kraft gebrochen ist.
Wie stark das Christentum bereits die Lebensordnungen be¬
herrscht, läßt die Zahl der christlichen Familien erkennen.
224 Kinder christlicher Eltern wurden in dem einen Jahre ge¬
tauft. Ein reich und vielgestaltig geordnetes Gemeindeleben
ist überall auf den älteren Stationen zu finden, eingeborene
Älteste walten mit Ernst und Geschick ihres Amtes und die
Beiträge zu den kirchlichen Kassen legen ein schönes Zeugnis
von der Opferwilligkeil der jungen Christen ab. Alles in allem
ein erfreuliches Bild, das von den Gnadenwirkungen des Geistes
Gottes redet.