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im Heidenland schon unendlichen Segen gestiftet. Wo ein
Anfang von Erkenntnis sich zeigte, da gingen unsere Missionare
zur katechetischen Predigt über. Sie richteten mitten hinein
Fragen an die Hörer, die mit großem Eifer beantwortet wurden.
Und als sie erst tiefer in das Volkstum eingedrungen waren,
ergaben sich von selbst Anknüpfungen. Wenn der Missionar
von dem Dschaggasprichwort ausgeht: „Eine einzige Bohne,
die aus einem Sack entweicht, schafft allen anderen Raum zu
entweichen", so wird es ihm leicht, den Hörern das Wort von
der Sünde des einen Menschen, durch die alle ins Verderben
kamen, zu verdeutlichen. Sprichwörter, Erzählungen, Sitten
und Bräuche bieten Anknüpfungen in Menge.—Und die Wir¬
kung des Wortes? „Mein Wort soll nicht leer wieder zu mir
kommen" (Jes. 55, 11) sagt Gott. Man hat beobachtet, daß
am Montag, also unmittelbar unter derWirkung der Sonntags¬
predigt, die meisten Meldungen zur Taufe erfolgen. Aber auch
auf Umwegen wirkt das Wort, vor allem durch die Kinder auf
die Eltern. Eine Mutter, die getauft werden wollte, gab als
Grund an: „Ich hörte, wie meine Kinder beteten und von
Gottes Wort sprachen. Da wurde ich von Verlangen ergriffen."
Heute predigen nicht nur die Missionare, sondern auch schon die
eingebornen Lehrer, zunächst freilich nur auf den Außenplähen
und selbstverständlich nach sorgfältiger Vorbereitung durch den
Missionar. Aber ihre Predigt trifft oft noch tiefer, weil sie
ihren Volksgenossen näher stehen. Und unsere Missionare
verschmähen es nicht, von ihnen zu lernen. Von einem unserer
schwarzen Lehrer kann gesagt werden: „Seine Worte sprudeln
wie ein erfrischender Gebirgsbach aus dem Herzen hervor.
Er handelt und ringt mit dem einzelnen Zuhörer, daß dieser
sich einfach dem Strom solchen Lebens ergeben muß. Selbst
die alten, eingefleischten, stumpfen Heiden hängen an seinem
Auge und Mund."
Das Schulwesen.
Aber nicht durch die Predigt kamen unsere Missionare
dem Volke zuerst näher, sondern durch die Kostschule. Da die
Erwachsenen dem Europäer auswichen, mußte dieser sich an