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Krumm. So kostete die Erziehung manchen Schweißtropfen.
In Marangu lernten sie nun mit Hobel und Winkelmaß, mit
Flachaxt und Maschinen zu hantieren. Und bald bewiesen
zahlreiche Aufträge von seiten der Negierung und aus Ansiedler¬
kreisen, daß man mit der Arbeit zufrieden war. Jetzt gibt es
schon einen größeren Stamm von gelernten Bauhandwerkern,
und man ist dem Ziel, einen einheimischen Handwerkerstand
zu schaffen, ein gut Stück näher gekommen. Aber man mußte
auch berücksichtigen, daß die Dschagga vorwiegend Ackerbau
und Viehzucht treiben. Darum zeigte man ihnen in den kleinen
Pflanzungen der Stationen, wie ein verständiger Landwirt
arbeitet, und leitete sie an, sich mehr und mehr von den un¬
günstigen Einflüssen des Klimas unabhängig zu machen. In
Gonja hat unsere Mission später eine ausgedehntere Kautschuk¬
pflanzung angelegt, die eine große Menge Arbeiter beschäftigt.
In Zukunft hofft man, die Hackwirtschaft, die eng mit der Viel¬
weiberei Zusammenhänge durch Einführung des Pfluges zu
verdrängen. Am Meru sind bereits Versuche damit gemacht.
Sprachliche Arbeiten.
Die deutsche evangelische Mission hat es immer als eine
Ehrensache betrachtet, dem Volke, unter dem sie arbeitet, das
Wort Gottes in seiner Sprache zu bringen. Man hat behauptet,
die Missionare machten sich mit dem Sprachstudium zu große
Mühe, und es sei auch ganz unmöglich, eine Negersprache wirk¬
lich gründlich zu lernen. Nun sind allerdings die Sprachen
in unserem Missionsgebiet nicht leicht zu erlernen. Aber besser:
langsam lernen als gar nicht. Denn das ist gewiß, daß man
den Weg zum Herzen eines Volkes nur findet, wenn man seine
Sprache spricht. Das Kidschagga ist eine schwer zu er¬
lernende Sprache. Zu ihrer Kennzeichnung wurde einmal
gesagt: „Wie die Gießbäche dieses Gebirgslandes fließt die
Rede der Eingeborenen dahin, bald durch viele „le" am Ende
der Wörter ungemein harmlos und gutmütig, bald dumpf und
in ungleichen Absätzen, wie wenn das Wasser des Weriweri
sich an Lavablöcken schäumend bricht." Unsere Missionare
wollten sich nicht mit einer oberflächlichen Kenntnis der Sprache