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Kinder", bei denen die Zähne nicht in der gewünschten Reihen¬
folge Hervorbrechen, werden getötet. Aber auch andere gehen
in erschreckender Zahl durch unzweckmäßige Behandlung und
Ernährung zugrunde. Nicht selten werden Kinder auf die
Station gebracht, denen der Sandfloh sämtliche Finger und
Zehen abgesressen hat. Da ist denn freilich jede ärztliche Kunst
vergebens. Die Schwestern bemühen sich deshalb, die schwarzen
Mütter mit den Anfangsgründen einer vernünftigen Kinder¬
pflege bekannt zu machen. Außerdem denkt man daran, für
verlassene und verwahrloste Kinder ein Säuglingsheim zu
gründen.
Taufen.
Wie steht es mit dem Erfolg der Missionsarbeit? Der
Erfolg ist Gottes Sache. Noch heute bläst sein Geist die Toten-
gebeine an, daß sie lebendig werden. Seine Hilfe ist der Segen
unserer Arbeit. Es ist der schönste Augenblick im Leben des
Missionars, wenn er zum ersten Male aus dem Munde eines
Heiden das Wort hört: Ich will getauft werden. Da gilt es
freilich, die Beweggründe zu prüfen. Ein großes Maß von
Erkenntnis kann man von denen, die sich melden, natürlich
weder erwarten noch verlangen. Darum wird nur der Un¬
lautere, nicht aber der noch Unklare zurückgewiesen. Die Unter¬
weisung und seelsorgerliche Führung ist dazu da, die Suchenden
zu fördern. Mancher wird zunächst von dem unmittelbaren
Empfinden geleitet, daß die weißen Leute etwas an ihrer
Gottessache haben, was ihm fehlt. Er hat erkannt, daß die
heidnischen Opfer und Amulette nichts sind, daß die Zauberer
ihn betrügen, daß sein Leben Knechtschaft und sein Sterben
Hoffnungslosigkeit ist. Es hat noch nicht viel zu bedeuten,
wenn einer bei der Meldung als Grund angibt: „Ich möchte
ein Mensch Gottes werden". Auch die Neger lernen schnell
die Sprache Kanaans, wenn sie öfter am Gottesdienst teilge¬
nommen haben. Anders klingt es schon, was einmal drei
Mädchen in Moschi zur Begründung ihres Entschlusses vor¬
brachten: „Wir wollen um des Wortes willen getauft sein:
Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden."