Seite
45
Schluß.
Von unserer Mission in Deutsch-Ostafrika ist einmal gesagt
worden: „Sie ist kein Wunderkind mit blendenden Anlagen,
das Aufsehen in der Welt erregt. Aber man darf sie wohl ein
normal begabtes Kind nennen, das langsam, doch stetig sich
weiter entwickelt, und, wills Gott, einst ein kräftiger Mann
wird." Wir haben diese Entwicklung verfolgt mit den Augen
von Eltern, die sich an dem Gedeihen ihres Kindleins freuen.
Wir glaubten manche berechtigte Hoffnung für das weitere
Wachstum hegen zu dürfen. Und nun hat Gott eingegriffen.
Der Krieg, in dessen Verlauf eine deutsche Kolonie nach der
andern in Feindeshand fiel, hat auch die Grenzen von Deutsch-
Ostafrika überschritten. Zunächst brachte er unserer Arbeit
keine erhebliche Störung. Unsere Brüder waren zwar von der
Heimat abgeschnitten, so daß keine Nachricht, keine Weisung,
keine Geldmittel sie erreichten. Sie mußten ihre Arbeit ein¬
schränken und manche Entbehrung sich auferlegen. Aber das
Werk selbst ging seinen ungestörten Gang. Gottes Hand hielt
es. Die Treue der Gemeinden war unseren Brüdern und
Schwestern ein starker Halt, die Gebete vieler Freunde in der
Heimat ihr Schutz. „Wir werden leben und des Herrn Werk
verkündigen", so klang es von drüben zu uns herüber. Möchte
dies Wort einen lebendigen Widerhall in der ganzen weilen
Missionsgemeinde finden! Wenn unsere Brüder ihre Arbeit
verlassen°müßten : still und geduldig leiden, ist auch eine hohe
Pflichterfüllung. Die Gemeinden aber werden nicht unter¬
gehen, sondern von einem jeglichen Worte leben, das durch den
Mund Gottes geht.
Der das gute Werk angefangen hat, der wird es auch
vollführen.