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tn Brody fiel die Zahl der Juden um mehr als 3000, ferner ist sie ln Tarnopol, Drohobycz, Neusandez, Brzezan zurückgegangen.

Nachfolgende Zahlen, die den Prozentanteil der jüdischen unter der' Gesamtbevölkerung im Jahre 1880 angeben, zeigen am besten, daß in den meisten Städten die jüdische Bevölkerung schwächer als die christliche zu- - genommen hat. Im Jahre 1880 bildeten die Juden

die absolute Mehrheit

in Brody.76,31 % in Tarnopol.52,16 %

Büczacz.63, Rzeszow.62,12

Zolkiew. 55,30 Kolomea.51,94

Stanislau. 53,82 ,, Drohobycz. 50,38

4050 % der Gesamt-Bevölkerung.

in Gorlice. 49,60 % in Brzezan.43,23 %

Zloczow ...... 48,47 Sanok.41,57

Neu-Sandec.46,16 Stryj.41,55

Tarnow. 46,09

2540 % der Gesamt-Bevölkerung.

in Jaroslau. 35,98 % in Sambor. 32,69 %

Sokal.35,81 Grodek.29,18

Przemysl. 34,69 Trembowla.27,19

Podgorze. 32,66 Jaworow. 25,43

Weniger als 20 % der Gesamt-Bevölkerung.

in Sniatyn ...... 21,54 % in Biala.10,40 %

Bochnia.19,46 Wieliczka .10,28

Jaslo.13,11 Wadowice.8,10

Krosno.11,64

In den meisten Städten mit einer größeren jüdischen Einwohnerzahl ist ihr Prozentsatz im Jahre 1900 kleiner als im Jahre 1880. Am meisten ist er in Neu-Sandec gefallen: von 46,7 auf 30,8, in Brody von 76,3 auf 72,1, in Zolkiew von 55,3 auf 49,2, in Jaroslau von 36,0 auf 30,1, in Tarnopol von 52,2 auf 46,3, in Drohobycz von 50,4 auf 44,8. Dagegen ist es beachtenswert, daß (außer Sniatyn, wo die Juden von 21,5 auf 42,6 % der Bevölkerung sich vermehrt haben) hauptsächlich die «vestgalizischen Städte eine prozentuale Vermehrung der jüdischen Bevölkerung aufzuweisen haben. Es stieg die Prozentziffer der Juden ziemlich erheblich in Jaslo, Krosno, Wadowice, Wielicka, Sanok und anderen.

Kapitel II.

Natürliche Bewegung der Bevölkerung.

a) Eheschließungen.

Über die natürliche Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Österreich haben wir leider nur unzulängliches Material' zur Verfügung. Für einen längeren Zeitraum (bis zum Jahre 1880 zurück) fortlaufend wird von der österreichischen Statistik nur die Konfession der Eheschließenden angegeben, Geburten und Sterbefälle aber werden nach dem Religionsbekenntnis nur in den Jahren 18951900 gesondert. Nun sind aber die Angaben über die Eheschließungen deshalb nur wenig verwendbar, weil nur die nach staatlichem Recht geschlossenen Ehen amtlich registriert und in statistische Veröffentlichungen aufgenommen werden» dagegen kommen die von der Mehrzahl der Juden in Galizien und der Bukowina-