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1Ö0Ö in der Land- und Forstwirtschaft berufstätigen Juden nur 397' weiblich sind. Wir möchten dieses Verhältnis darauf zurückführen, daß die Juden zu einem weit größeren Teile als die Christen als Verpächter von Land oder Großgrundbesitzer, dagegen zu einem geringeren Teile als selbstwirtschaftende Bauern beschäftigt sind. Nun ermöglicht und verlangt aber gerade der bäuer­liche Betrieb am meisten die Mithilfe aller Familienmitglieder, also insbesondere Frauen, und die geringere Zahl jüdischer Bauern hat deshalb auch eine ge­ringere Zahl landwirtschaftlich berufstätiger Frauen zur Folge. Näheres über die Berufsstellung der Frauen ergeben die Tabellen LXXXI und LXXXII.

Tabelle LXXXI.

Von je 1000 berufstätigen Frauen sind:

unter den

Selbständige

Angestellte

Arbeiter

Taglöhner

Mithelfende

Familien-Mitgl.

Katholiken.

196

11

198

77

518

Sonstigen Christen , * .

188

8

135

104

570

Juden .......

450

80

121

79

320

Tabelle LXXXII.

Es sind von je 1000 berufstätigen Frauen der Hauptberufsklassen:

unter den

Landwirtschaft

Industrie

Handel und Verkehr

Öffentlicher Dienst

Selbständ.

Mithelf.

Selbständ.

Mithelf.

Selbständ.

Mithelf.

Selbständ.

Mithelf.

Katholiken .

61

706

147 !

95

529

83

914

2

Sonst. Christ.

86

704

137

81

460

76

939

1

Juden . . .

112

708

317

300

369

345

943

2

Was oben für die Frauen gesagt ist, gilt auch für die Teilnahme der (männlichen und weiblichen) Familienmitglieder am Berufe des Familienhauptes überhaupt. Auch die Zahl der mithelfenden Familienmitglieder ist nämlich bei den Juden bei weitem geringer (nur etwa 1 j i so groß) wie bei den Katholiken, und auch hier ist dies Verhältnis darauf zurückzuführen, daß die Juden erstens einmal nur etwa V* so stark in der Landwirtschaft berufszugehörig sind als die Katholiken und daß sie, selbst wo sie zur Landwirtschaft gehören, zu einem geringeren Teile als die Katholiken selbstwirtschaftende Bauern sind. Die hohe Zahl der mithelfenden Familienmitglieder bei den Katholiken ist lediglich durch den hohen Prozentsatz zu erklären, in dem sie als kleine Landwirte berufstätig sind. Es ist eine in allen Ländern zu beobachtende Erscheinung, daß für die Beteiligung der Familienmitglieder am Berufe des Familienhauptes die Land­wirtschaft maßgebend ist, daß diese Beteiligung in all denjenigen Ländern am höchsten ist, in denen die Landwirtschaft (und insbesondere die Bauernwirtschaft) am stärksten vertreten ist.

Der Beweis für diese Behauptung läßt sich für Österreich übrigens auch statistisch führen. Betrachtet man nämlich nicht, wie oben geschehen, die Zahl der mithelfenden Familienmitglieder in allen Berufsklassen, sondern getrennt für die einzelnen Berufsklassen, so ergibt sich (Tabelle LXXXII), daß unter je 1000 Berufstätigen in der Landwirtschaft bei den Juden zwar weniger, in der