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Zwei von den Herren von drüben haben mir einen Widerspruch - Vorhalten " X
' wollen , daß Ich in einer Rede gesagt hätte , dann steht „ Rare gegen Race " . Meine -
E Herren , es ist mir unbegreiflich , wie man diesen Fehler hat machen , können . Ich .
X . habe gesägt, - „ Race steht gegen Race " unter einer Bedingung , die vorangehi , „ wenn '
] diese Minderheit einer fremden Race nach der maßgebenden Macht strebt " . Fünf Zeilen
- dahinter sage ich ausdrücklich „ ich bekämpfe nicht die semitische Race , sondern ihren
Frevel am deutschen Leben " . Meine Herren , warum haben Sie nicht fünf Zeilen
/ weitergelesen ? Sie würden meinen Standpunkt gefunden haben .
> > Präsident : Zu einer persönlichen Bemerkung hat das Wort der Abgeordnete
/ , Dirichlet .
\ Abgeordneter Dirichlet : Meine Herren , das Gelächter hat ja in den persön -
ä ilchen Bemerkungen heute schon eine größere Rolle gespielt ; ich muß lediglich auch
noch auf ein Gelächter zurückkommen .
[ Der Herr Abgeordnete Bachem hat mich persönlich unter Nennung meines
( Namens zur Rede gestellt , daß ich gelacht habe bei einem Gedicht , das er aus dem
j Kladderadatsch verlesen hat . Das ist wohl an sich nichts verwerfliches , ich kann aber die
Versicherung geben , daß ich über das Gedicht nicht gelacht habe , ich habe es sehr
mäßig gefunden , sondern für mich war der große Aufwand von sittlichem Pathos , den
Herr Bachem bei der Verlesung des Gedichtes des Kladderadatsches entwickelte , von
so unwiderstehlicher Komik , daß ich mich des Lachens nicht enthalten konnte .
Präsident : Zu einer persönlichen Bemerkung hat das Wort der Abgeordnete
Hobrecht .
Abgeordneter Hobrecht : Meine Herren , der Herr Abgeordnete Stöcker hat mich
heute persönlich genannt mit der Anführung , ich hätte am Sonnabend mich gegen die
öffentliche Behandlung der Judensrage in Volksversammlungen erklärt ; warum er
dabei auch auf den früheren Minister gekommen ist , verstehe ich nicht . Die An -
i führung war mindestens nicht genau . Ich habe in keiner Weise mich gegen die öffent -
1 liche Behandlung irgend einer sozialen Frage erklärt , nur in Beziehung auf die Art
I uui ) Weise , wie dies oft geschieht , habe ich meine Besorgniß ausgesprochen . Nachdem
ich heute die Methode hier habe kennen gelernt , wie Herr Abgeordneter Stöcker über
die Judenfrage spricht , so bekenne ich , daß meine Besorgnisse gestiegen sind . ( Sehr
gut ! , links . )
Ich fürchte , die große Masse wird seine Absicht , sie von wilden und rohen
Leidenschaften zu befreien , nicht verstehen . ( Unruhe rechts . Glocke des Präsidenten . )
Präsident : Herr Abgeordneter , das letzte war keine persönliche Bemerkung .
Zu einer persönlichen Bemerkung hat das Wort der Abgeordnete Richter .
Abgeordneter Richter : Als ich jene Bemerkung über den Katholikenkongreß in
Breslau machte , folgte ich sämmtlichen Zeitungsberichten in Breslau , und es wird
mir auch gesagt , daß der Bericht ebenso in der „ Schlesischen Volkszeitung " steht .
! Ich wollte dem Herrn Dr . Franz Gelegenheit geben , und bemerkte das auch aus -
i drücklich , seinerseits mich zu rektifiziren , wenn ich etwas Unrichtiges berichtet habe .
Ich bedaure nur meinerseits , daß , indem er nicht bloß den Konfektionär als
solchen dem Handwerksmeister gegenüberstellt , sondern den jüdischen Konfektionär ,
er das im wesentlichen bestätigt hat , was ich verurteilend , über die Haltung des
Centrums geäußert habe . ( Zuruf aus dem Centrum : Der Konfektionär ist Haupt -
Bei anderen ist nicht der Konfektionär , sondern der Jude die Hauptsache , Herr
Kollege !
Dann hat Herr Stöcker es so dargestellt , als . 06 ich seine Aeußerungen nach
beliebigen Zeitungsberichten liberaler Art der jüdischen Presse wiedergegeben hätte .
Ich . will hiermit konstatiren, : daß alles , was ich über . Programm und Reden der