Die Juden im Kriegsministerium.

Vor dem Kriege galt das Kriegsministerium als eine Behörde von allergrößter Untadelhaftigkeit und äußerster Pflichterfüllung. Die 778 Offiziere, Beamte, Expedienten und Registratoren, Kalkula­toren, Kanzlei- und Unterbeamten wetteiferten in der streng pflicht­bewußten Ausübung ihres Dienstes. Infolge der gewaltigen Aus­dehnung des Arbeitskreises, welche die Aufgaben der Heeresverwal­tung gerade dem Kriegsministerium brachte, wuchs nach und nach fein Beamtenstab zu einem erstaunlichen Körper an. Bis Ende August 1916 waren es bereits 3630 Personen geworden, die den Dienst im Kriegsministerium versahen. Während aber bis zum Ausbruche des Krieges nicht ein einziger jüdischer Beamter dort beschäftigt war, wur­den nunmehr schon 187 Juden, also über 5°/o darunter gezählt. Auf die im Kriegsministerium tätigen Unteroffiziere und Mannschaften berechnet, betrug der Anteil der Juden sogar 6«/o. Allein beim Zentralnachweife-Büro waren 57 Juden beschäftigt. Diese Verhält­nisse waren selbst dem Kriegsminister von Stein einigermaßen unheimlich, denn er äußerte sich im Februar 1917 gelegentlich dahin, daßder Prozentsatz der Juden im Kriegsministerium doch außer­ordentlich hoch sei". Als daraufhin eine nochmalige Feststellung vor­genommen wurde, da ergab sich, daß inzwischen die Zahl der Juden im Kriegsministerium auf 282 gestiegen war. Sie vermehrten sich also dort geradezu wie eine Mäuseplage, denn dem Anteile der Juden an der Bevölkerungsziffer entsprechend hätten gerade 60 Juden im Kriegsministerium beschäftigt sein dürfen! Sogar unter den weiblichen Hilfskräften waren nun mehr als 6«/o Jüdinnen. Es gab demnach anscheinend nicht genug bedürftige und brauchbare deutsche Mädchen in Berlin, um durch sie den Bedarf an weiblichen Hilfskräften für das Kriegsministerium zu decken. Die Juden wußten da besser für die Ihrigen zu sorgen.

Wer während des Krieges häufiger mit einer der Dienststellen des Kriegsministeriums zu tun hatte, der konnte einen Einblick ge­winnen in dieIudenwirtschast", die mit der Zeit dort eingerissen war. Wie oft sind Klagen darüber im Kreise der Wissenden ausgesprochen worden, aber öffentlich dursten sie nicht erörtert werden, dafür war durch den Bethmannschen Burgfrieden und seine Zensur gesorgt.

Es waren u. a. in den verschiedenen Abteilungen des Kriegsmini­steriums als Referenten, Hilssreferenten u. ä. beschäftigt:

beim Zentraldepartement der Jude Wassermann;

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