Vorbemerkung.

3 Ttit der vorliegenden statistischen Zusammenstellung bezweckt der Verfasser eingehender als es bisher geschehen, die Verbreitung der Juden im Deutschen Reiche zur Veranschaulichung zu bringen. Da uns ein nach Provinzen, Regierungsbezirken und Kreishauptmann- schasten erhaltenes Resultat nicht ausreichend erschien, wählten wir im Königreich Preußen die Kreise und Ämter (Hannover und lhohen- zollern), im Königreich Bayern die Amtsbezirke, im Königreich Sachsen die Amtshauptmannschaften, im Königreich Württemberg die Mberämter, im Großherzogtum Baden und Dldenburg die Ämter, im Großherzogtum Hessen und im Reichsland Elsaß-Lothringen die Kreise als Einheit zu unseren Berechnungen, und zwar mit Absonderung sämt­licher Städte von den Landgemeinden. Uns kam es besonders daraus an, erstens den Prozentsatz der Juden in den Landes­teilen und Städten zur Gesamtbevölkerung, und zweitens den Prozentsatz der in den Städten wohnenden Juden zu denen in den Landgemeinden festzustellen.

Hinsichtlich ihrer inneren Einrichtung bedarf diese statistische Zu­sammenstellung keiner weiteren Erörterung, und indem wir diese Schrift dem Gebrauche übergeben, wollen wir im folgenden noch einige Be­merkungen allgemeiner Natur vorausschicken.

Nach Deutschland mögen die Juden schon in früher Zeit von Ita­lien und Frankreich her eingewandert sein und haben sich zuerst im südwestlichen und mittleren Deutschland festgesetzt, denn historisch nach­weisbar sind sie in Köln schon im 4., in Regensburg, Merseburg und Magdeburg im ja, in Worms, Mainz und Trier im l l-Jahrhundert.