Achtes Capitel.

Mein* Licht!

Musste sich nicht der jüdischen Frauen eine goisttödtende Verzweiflung bemächtigen ?

Nein. Der Glaube an den Einzigen hielt sie aufrecht. Unverdrossen standen sie ihren gehetzten Männern zur Seite, er­zogen ihre Kinder in Gottesfurcht, arbeiteten, schafften und wirkten, so weit die Fesseln reichten, in die man sie schlug.

Wir erfahren sogar von schönen, liebreizenden und klugen Jüdinnen, die Einfluss auf Fürsten und Könige erhielten; sie wandten diesen Einfluss meist in versöhnendem, vermittelndem Sinne an; wo sie irgend konnten, beförderten sie Wissen und Kenntnisse und suchten sich selbst zu belehren. Auch traten nach Gründung des Christenthums merkwürdig viel Frauen zum Judenthum über; solche Prosolytinnon waren dann gewöhnlich in der Befolgung des jüdischen Gesetzes strenger als die gebo­renen Jüdinnen.

So zahllos die Gestalten jüdischer Märtyrerinnen sind, so ungemein gering ist die Anzahl jüdischer Favoritinnen. Man kennt kaum irgend einen Kamen. Sagenhaft taucht in Polen