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Die Geschichte dieses Volks seit der Zerstörung der Hauptstadt seines vormaligen Reichs ist eine wahre Leidensgeschichte. Statt die Grundsätze des Chriftenthurys in der Aufnahme und Behandlung zufluchtsuchender Unglücklichen auf der Probe zu zeigen, erlaubte man sich die schreiendste Verletzung derselben. Fast überall versagte man ihnen einen Theil der heiligsten Menschenrechte, an bürgerliche Rechte und Freiheiten war wenig oder gar nicht zu denken. Das Wenige was man ihnen gestattete, war dürftiges Almosen, das man nach Willkür, unter irgend einem Vorwände zurücknahm; selbst das Leben schien ihnen nur auf augenblickliche Kündigung von Seiten derjenigen, welche es schützen und die Erreichung seiner Zwecke befördern sollten, verliehen zu seyn. Um nur ein einziges Beispiel hier anzusühren, so heißt es in einer Chronik des 14ten Jahrhunderts *): „In diesem Jahre (1349) „war ein großes Sterben in Thüringen und son- „derlich zu Erfurt waren alle Kirchhöfe mit Tobten ,-erfüllet..... Und dieweil man die Jüden verdächtig hielt, daß sie dieses Sterbens etwa eine Ur- „sach gewesen seyn sollten, daß man ihnen Schuld „gab, sie hätten die Brunnen vergiftet, wurden
i) Im Auszuge mitgetheilt in Ju. Kenn. Böhmer diss. de cauta Judaeornm tolerautia (Hai. 1708 .) §■ 7 .
