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Myrtaceae
הכופר והגדופליך וקנכלוך , wo köfer von Gewürznägeln unterschieden
wird. Mordechaj b. Hillel = 1 נגלי־ן = גרופליך ), Ascher b. Jechiel
Ber. VI, 6 גרופלי , mit der Glosse נגלין (L. Heller z. St.) und Jakob
b. Ascher Tur OCh. a. 0. גירופלא . Wegen der Eulogie erwähnt
auch das karäische Gebetbuch karanful 4, 77: frisch gegessen
gilt es als Baumfrucht, die trockne Droge als bloßes Gewürz,
dem — wie bei den Babbaniten — keine Eulogie zukommt.
E. David Ibn Abi Zimra (17. Jalirh.) läßt über den Geruch von
Zimt und Gewürznägeln ( עצי בשנלים (קרונפול sagen (Nr. 760 f. 24 e
Vened.).
Die dritte Erwähnung bietet das geographische Sei ha'ölam
(Zunz, gS. 1, 174) um das Jahr 1345.
Eine Gelegenheit, die Gewürznelke zu erwähnenbot sich,
wie oben angeführt, wenn das biblische und mischnische höfer
erklärt werden sollte, da es manche, vom Anklang verleitet, irr-
tümlich für ־ karanful hielten (oben 221).
Diese Erklärung kennt Abr. Ibn Esra (1167) zu HL. 1, 14
(Salfeld 68 aus ms. P. כליך קרונפל ), Abudrakam (1340) in seinem
Kommentar zu einem Gedicht Gabirols (ed. Prins 21 n.) הבושם
הנקרא בערב קרכפל . Sie wird von einem anonymen Kommentar des
HL und von Josef Chajun zu HL 1,14 (Salfeld 150,120) wieder-
holt, aber von Saadja Ibn Danän (1480) bestritten. Dieser sagt
in seinem WB.: man sagt höfer sei karanful und dies die bei uns
X.*lftiy5 genannte Blume [d. h. die Nelke] und das ist richtig, denn
karanful = Gewürznelke wächst bei uns nicht (N. Blumgrund,
Szä‘adja Ibn Danän, Pozsony 1900 p. 13).
Auch zu קנכלון Zimt wird irrtümlich karanful gesetzt (Pinsker,
Likkute 214).
Halachische Bedenken erregte in der ersten Hälfte des 17. Jahrh.
1) In Deutschland erwähnt zuerst die h. Hildegard (1098—1179) die
Gewürznelken; sie heißen bei ihr gariofyli = nelchen ־= (Nelken) (Fisches-
Benzon 202. 207), negelkin Perles 11. Ein unbekannter deutscher Dichter
des 16. Jahrh. singt:
In meines Buhlen Garten
da stehn zwei Bäumelein,
das ein, das trägt Muskaten,
das andre Nägelein.
Muskaten, die sind süße,
die Nägelein, die sind räß (== herb),
die geb ich meinem Buhlen,
daß er mein nicht vergeß.