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gültig auszusprechen zustehen müste, — besonders aber von der Be¬
seitigung des alleinigen Grundübels und Anstosses, des grö-
sten, allenthälbigen Hindernisses aller Verbesserung, des Quells aller
Klagen, des Vorwandes aller bösen Gesinnung— der drückenden
Last von Abgaben zu erwarten seyn, welche auf den israelitischen
Staatsbürger dadurch lastet, daß er neben den andern Staatslasten
und den Ausgaben für seinen Kultus, so wie denjenigen, welche durch
diesen bedingt, also an sich, unvermeidlich sind — noch Schulden für
die Ablösung des Schutzgeldes abtragen muß. Wäre es möglich in
diesem Punkte eine Erleichterung eintreten zu lassen, etwa durch ein
Opfer von Seiten des Staatsschatzes, so würde das Nebel an einer
der wesentlichsten Stellen geheilt seyn.
B. Spezielle A n t r a g e.
Wir schlagen demnach vor, für die . nähere gesetzliche Anordnung
der inneren Verhältnisse der Israeliten die Bestimmungen der Ver¬
ordnung vom 30. December 1823 provisorisch noch in voller Kraft zu
behalten, und dieselbe nur etwa in folgenden Punkten dahin zu be¬
richtigen, zu erläutern und resp. zu ergänzen:
1) daß, wie tu der badischen Verordnung vom 13. Januar 1819
ausgesprochen werde , die.israelitische Glaubensgenossenschaft einen
eigenen, gesetzlich, bestehenden Religionstheil bilde, der gleich den
übrigen, unter seinem eigenen Kirchenregiment steht;
8) daß in den Gemeinden von mehr als zwanzig Familien, die Ge¬
meindegenossen drei bis neun Individuen zu wählen hätten, aus
denen der Kreisvorsteher die Gemeindeäktesten dem Kreisrathe zu
Bewirkung weiterer Bestellung bezeichnet, die-andern aber dem¬
selben 'als berathende und kontrollirende Stelle zur Seite stehen.
Letztere könnten dann Aelteste, erstere Vorstände benannt, und
diese Bestellung alle drei Jahre erneuert werden;
3) daß überall, wo in einer israelitischen Gemeindegenossenschaft sich
nur Mittel dazu darbieten, eigene geprüfte Schullehrer für dieselbe
* zur Ertheilüng des gestimmten Jügendunterrichts angestellt, und
dieser wichtige und'heilsame Gegenstand durch eine Bewilligung
aus Staatsmitteln gefördert werde; Privat- und Hauslehrer dürsten