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Abstammung uujl Herkunft usw.
Führers der alexandrinischen Juden-Gesandtschaffc an Kaiser Caligula
Philo Judaeus, dass Juden „noch in den unzugänglichsten Buchten
des Schwarzen Meeres wohnen“; Tatsachen, die eben in den aufge¬
fundenen Inschriften auch ihre Bestätigung finden. Endlich flohen noch
infolge der Zerstörung des 2. Tempels viele Juden besonders nach
■ dem nahen Klein-Asien oder noch weiter nordwärts; die übrigen
gingen als Gefangene nach Italien bzw. nach Rom. Hierbei sehen wir
von der jüd. Diaspora in Aegypten und ihrem grossen Zentrum in
Alexandrien, ganz, ab, da diese für unsere Untersuchung fast gar
nicht oder nur sehr wenig in Betracht kommen.
Wir sehen also, dass schon vor der Eroberung und Zerstörung
Jerusalems durch Titus im Gebiet des Schwarzen Meeres, von dem
die Donauregion und im 1. vorchristlichen Jahrhundert auch der
Streifen bis zur Mündung des Bug (die Stadt Olbia) zum damaligen
Reiche der Dazier gehörte, das sich über das Territorium des heutigen
Rumäniens erstreckte, wegen der Fruchtbarkeit des Landes und
fl er fiandelsmöglichkeiten sich viele Juden nachweisbar aufhielten.
Desgleichen entnehmen wir die Tatsache, dass Juden in den an
das heutige Rumänien angrenzenden Landschaften wohnten und
sesshaft waren, aus der Apostelgeschichte 1 ), insbesondere aus Paulus,
der es sich besonders angelegen sein liess, den Juden das Christentum
zu verkünden, und in Mazedonien bis nach Philippi und Tessalonich
und in Griechenland bis nach Berrhöa kam, und dort die ersten
christlichen Gemeinden in Europa gründete. Bogdan Petriceu Hazdeu,
«in rumänischer Historiker, behauptet sogar, dass Juden in Rumänien
schon zur Zeit der Hasmonäer waren und stützt diese These auf
jüd. Münzen aus der Makkabäerzeit, die er bei Chotyn im heutigen
Bessarabien gefunden hat 2 ), woraus meines Erachtens mit apo¬
diktischer Sicherheit ein Schluss auf die Anwesenheit von Juden im
heutigen Rumänien für jene frühe Zeit nicht gezogen werden kann.
Da der Norden und Nordwesten des Schwarzen Meeres,
wozu auch die heutige Dobrudscha und die Gegend um die Donau-
*) Prof. Dr. W. Staerk, a. a. 0. I., Bd. S. 115: „Die Apostelgesch.
(2, 9 fl) kennt eine von Rom bis nach Parthien und vom Schwarzen Meer
bis nach Aegypten reichende Diaspora“ (vgl. auch AG. 15,2 ).
2 ) Bogdan Petriceiu Hazdeu, Istoria tolerantei religioasei in Ro¬
mania, S. 76; J. Psantir, Maakeret-Zion, S. 2.