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lichen Gwerbszwekg zu versorgen, an Gemeinde- und
Staatsverwaltung Theil nehmen zu können, u. n. m. dgl.
Da nun die Juden Deutschlands alle möglichen staatsbürger¬
lichen Pflichten übernommen den Gesetzen treulich und ge¬
wissenhaft nachzukommen streben, ihrenVorgesetzten mit Ehr¬
erbietigkeit und Ehrfurcht entgegen gehe», alle direkten und
indirekten Steuern und Abgaben ohne Widerrede entrich¬
ten, und für Vertheidigung des Vaterlandes bereitwillig
Len Gefahren des Schlachtgetümels sich darbketen, „wel¬
ches Leztere die Juden im jüngsten Kriege auf die rühm¬
lichste Weise," noch mehr aber bei der Vertheidigung der
Zitadelle von Antwerpen unter General Chasse im Jahre
1831 bewiesen haben; so hieße dies die Rechtsgleichheit
verletzen, wenn man ihnen nicht alle möglichen Rechte ein-
zuraumen bemühet wäre. Denn, wenn ihr das könig¬
liche Gebot erfüllet „Liebe deinen Nächsten, wie
dich selbst!" so handelt'ihr recht. Wenn ihr aber
die Person ausehet, so sündiget ihr, und werdet,
vom Gesetze als Uebertreter bestraft. Jakob. 2.8.0.
Eine solche Rechtsverletzung kann aber nicht durch die
Religionsverschiedenheit und die angeblich dadurch ent¬
springende« Nachtheile für den größten Theil der Staats¬
angehörigen entschuldiget werden. Die Verfassungen Frank-'
reichs, der Niederlande und der Freistaaten Nordamerikas,
lehren ja deutlich und faktisch, daß durch die Aufhebung
des von der Gerechtigkeit differgirenden Prinzips, in Be-'
ziehung auf den Genuß staatsbürgerlicher Rechte einen
Unterschied zwischen verschiedenen Confessionsangehörkgen
zu machen, das Interesse und der Wohlstand des Staates
immer mehr im Aufkommen, daß hingegen durch die Geltend¬
machung jenes dem schmutzigen Bode« einer gleiönerischen-
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