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Bigotten'« entwachsenen Prinzips, der Flor deS Staates
immer mehr im Abnehmer! begriffen ist; was das Erempel
von Spanien «nd Portugal unwidersprechlich darthut.
Diese gegründete Forderung der Gerechtigkeit wird
aber noch verstärkt durch den zweiten obersten Grundsatz
der Wahrheit. Wahrheit mit ihrem erhabenen Gefolge,
Liebe, Humanität, Gnade, Milde, Wohlthätigkeit, Verab¬
scheuung des Lasters, der Bosheit und der Tücke, fängt
an in Paläste und Hütten, in Lehrhäuser und Gottestempel
einzuziehen; zwar hat sie noch keine förmliche Triumpfzüge
gehalten, und hat noch manche Scharmützel und Schlach¬
ten zu bestehen- bis sie die Lüge vom Throne gestürzt und
ihn eingenommen haben wird, allein die Entscheidungs¬
schlacht ist geschehen, und ihr völliger Sieg läßt sich mit
Zuversicht zum Voraus bestimmen. Zwar werden die unter
ihrem-Nimbus lebenden Creaturen von ihrem Strahlen¬
glanze noch zu sehr geblendet, als daß sie ihre vollen Ra¬
dien aufzufangen fähig wären. Allein ihre Morgenröthe
und ihrer Majestät Zauberglanz ist über allen deutschen
Gauen bereits aufgegangen- und drang, der Morgensonne
am jugendlichen Lenze gleich, in die von Menschen bewohnte
Thäler, um diese zu erwecken von ihrer Letargie, zu reißen
aus des Morpheus mächtigem Arme, und hinaus zu führen
ins Freie, um zu schauen des Allmächtigen Meisterhand,
des Unergründlichen Wunderwerk, und abzulegen ihren
Hochmuth, ihre Hoffarth auf ihr Stümper-und hinfälliges
Machwerk. Wahrheit, dieses große Siegel deS Welten»
vaters *), Uebereinstimmung des Ideals mit der Wirklich-
•) Siehe die Schrift „der Geist des Zudenlhuws immer der¬
selbe." Nürnberg bei Campe 1S37. Se. 3l Anmerkung.