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feit, der inneren Gesinnungen mit den äußern Handlungen, '
suchen die Menschen ihren Werken aufzudrücken, und da¬
durch zu bekunden, daß sie sich ihres höher» Ursprungs^
bewußt, und dem ihnen gefezten erhabenen Ziele nachzu¬
streben willens sind. Die Zeiten sind vorüber wo btci
Handlungen den Mund Lügen straften, wo die Lippen von
Liebe plauderten während die Hände mit Errichtung von
Ketzergerichten beschäftigt waren. Die Auto da fe werden¬
der Bosheit, der Verruchtheit, aber nicht mehr den das
Ebenbild Gottes tragenden Wesen errichtet. Das I9te
Jahrhundert mit seinen großartigen Erscheinungen fordert
seine Rechte und macht sie mit aller ihm eigenthümlichen
Machtvollkommenheit geltend. Stemmen sich gleich Einige
dagegen, es gehet vorüber und verachtet sie *). Werfen
sich auch Uebelgesinnte dem Rade des Weltverhängnisses,
das unaufhaltsam weiterrollt, entgegen, und suchen mit
ihrem modernden Menschenarm in seine zermalmenden
Speichen zu fallen >— sie könnens nicht. Das auf Sinais
erhabenem und Ehrfurcht einflößenden Gipfel vor Jahr
tausenden aufgegangene Zwillingsgestirn — Gottes- und
Menschenliebe (5. B. M. 6: 5. und 3. B. M. 19:18.) —
leuchtete hellstrahlend an Israels Horizonte, und ging von
da sanft leuchtend durch düsteres Gewölk und schwarze Nacht
in der neuen Lehre Tempel über. Jesus von Nazareth
suchte seine Kirche auf den Granitfels des Mosaismus zu
bauen (Matthäi K. 22: 38, 37, 38, 39, 49. Markus
K. 12: 28, 29, 39, 31.) Er selbst sagte es, er sei nicht
zur Auflösung des Gesetzes gekommen, sondern „jedes Düpf»
lein und Strichlein desselben zu erfüllen, und wer nur
) Steh« das Motto.