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Fabeln- und Mährchen-Duch

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V 219. Der gefangene Trompeter.

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Wer zu der That Ermuntrung giebt, Hat selber sie mit ausgeübt.

Ein dicker Mohr, mit Namen Peter, Ward bei der Reiterei Trompeter,

Und bald darauf in einer Schlacht Zum Kriegsgefangenen gemacht.

Man gab ihm manchen Rippenstoß;

Er aber rief: Laßt mich doch los,

Ich habe ja nicht mitgekriegt Und euch kein Leides zugefügt.

Mein Säbel war ja nie gezückt,

Und mein Pistol nie losgedrückt.

Geblasen hab' ich nur allein,

Das wird so strafenswerth nicht sein.

Nicht strafenswerth? versetzte man Dein Blasen oben hat's gethan,

Du machtest unsern Feinden Muth.

Sie fochten, daß wir ihrer Wuth Kaum Wiederstand zu thun vermochten. Du hast so gut, als sie, gefochten?

229. Was Glück.

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Aas holde Glück kam an der Hand Der Weisheit einst vom Himmel nieder, Und die beglückte Erde wand Dem Gaste Kränz' und sang ihm Lieder. Umlagert war des Glückes Pfad.

Es ließ sich nicht vergebens bitten,

Die goldnen Freuden hinzuschütten,

Wo irgend eine Stimme bat.

Die Weisheit, die mit Wort und That Das Glück erst zum Beglücker weihte, Ging immerdar, wohin es trat,

Dem Glück, als Führerinn, zur Seite. Jedoch der Strahl in ihrem Blick,

Den Markt des Lebens zu beleuchten, Ihr Ernst und ihre Würden scheuchten Das Heer der Flehenden zurück.

Und leerer ward es, immer leerer;

Das drängende Gewühl verschwand,

Daß, bis auf wenige Verehrer,

Des Plutus Tempel einsam stand.

Da sprach das Glück zur Weisheit:Liebe Du sahst, wo du mit mir erschienst,

Ward alles öd'; am Ende bliebe Mein Tempel ohne Gottesdienst,

Wenn wir zusammen länger gingen;

Drum bitt ich dich, laß mich allein!"

Und sie, entfernt, sich aufzudringen,

Entwich in einen Lorbeerhain.

Nun brach, wie eine Hungerquelle,

Die Schaar hervor, umfloß das Glück,

Und nur die Weisheit blieb zurück;

Die Thorheit trat an ihre Stelle.

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