Abessinische Handschriften. No. 18.
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18.
[MS. Orient. Rüpp. Ib.]
Pergament; 25 u. 20 cm. 201 Blatt in zwei Columnen zu 29 Zeilen; europäischer Halblederband. Schöne deutliche Schrift, die Anfänge der Abschnitte (meist die ersten zwei Zeilen), die Satztrenner und oft auch der Name "IC? JP°: in Rotschrift. Geschrieben am Anfang dieses Jahrhunderts. Die erste Seite trägt den Namen Eduard Rüppell.
Abessinische Geschichte' von ihren Anfängen bis zum Beginn des lxxiv. Jahrhunderts abessinischer Zeitrechnung; compiliert aus verschiedenen Chroniken von dem abess. Gelehrten LlK Atkum aus Gondar. Das Werk ist in chronographischer Reihenfolge geordnet; die einzelnen Erzählungen, besonders bis auf Ijasu I. sind zwar sehr kurz und oft dürftig, doch ist es mit Rücksicht auf seine genaue Daten und gute chronologische Ordnung das beste Geschichtswerk, das auf europäischen Bibliotheken vorhanden ist; abgesehen von seinem reichen historischen Material ist es auch das zuverlässigste und bequemste Nachschlagebuch für Forscher der abess. Geschichte. Über LlK Atkum, den Compilator dieses Buches, und die Quellen, die er benutzte, teilt ERÜPPELL (auf dem ersten Schutzblatte dieses Codex) Folgendes mit: „Lik Atkum jetzo (^33) 59 Jahre alt, ist der Enkel von Tackla Haimanot, einem der erblichen Grossorden-Träger des Abyssinischen Reichs, der das Buch eines königlichen Chronikschreibers hatte, als sich Bruce in Abyssinien aufhielt, und welcher letzterem specielle Dienste erwiesen hat. Auch ich habe grosse Verbindlichkeiten gegen den Enkel dieses Tackla Haimanot, und dazu gehört namentlich, dass er auf mein Ersuchen aus allen historischen Werken, die sich in den verschiedenen Kirchen und Privathäusern von Gondar befinden, für mich gegenwärtigen Band einer ziemlich ausfuhrlichen Abyssinischen Geschichte compi- lieren Hess. Zu bemerken ist, dass für die Geschichte mit dem Tode des Kaisers Tackla Haimanot (1777) bis zum Jahr 1809 beinahe ausschliesslich meine grosse Chronik von Dgusmati [Dadjazmatj] Hailu benutzt wurde. Die Geschichtserzählung von jener Zeit bis zum Jahre 1833, die bis meiner Abreise von Gondar im Mai 1833 noch nicht niedergeschrieben war, schickte mir Lik Atkum durch einen meiner zu diesem Endzweck in Gondar zurückgelassenen Diener nach Europa nach."

