Ms. Carm. 1

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Ms. Carm. 1 (Ausst. 47)

KONRAD VON MEGENBERG

Papier I + 341 Bl. 38,5 X 28 Hagenau, Werkstatt des Diebolt Lauber um 1440

7 (IV + II) + 2 IV + III + I + 19 (IV + II) + III; die Blätter zeigen Spuren einer alten Querfaltung • Buchblock durch Tintenfraß schwer beschädigt, an vielen Stellen größere und kleinere Schriftausbrüche (Textverlust); die Blätter wurden 1963 bei Re­staurierung der Hs. einzeln in heißen Spülbädern gereinigt und zur Festigung einseitig in Japanpapier eingebettet • Wz. Ochsenkopf u. Ochsenkopf mit Stern in mehreren Formen; Krone Piccard I 313; 317; 322; Anker Briquet 377; Waage Briquet 2426; Moh­renkopf Briquet Typ 15630—15632 • zu Beginn der 13 Bücher je ein Kapitelverzeich­nis, danach in der Regel 1—3 Leerseiten; auf dem folgenden Verso ganzseitige kolorierte Federzeichnung zum Inhalt des Buches; auf dem gegenüberliegenden Recto Titel (oben), Eingangsinitiale (linke Spalte unten) und Textanfang (rechte Spalte unten); am Ende der Bücher 1—5 Leerseiten • Schriftraum 27,5 X 18,5; zwei Spalten; überwiegend 32—34, vereinzelt bis zu 37 Zeilen; Verse des Texteingangs nicht, des Textschlusses nur teilweise abgesetzt • Bastarda; Bucheingänge in Textura; 1 Hand • rote Überschriften, Kapitel - ziffern und Abschnittszeichen; Großbuchstaben der Satzanfänge rot gestrichelt; Namen der Autoritäten vereinzelt rot unterstrichen • Kapitelinitialen rot, sechs- bis sieben- zeilig, mit Aussparungen in den Schäften, Bögen und Stegen • Eingangsinitialen der 13 Bücher rot mit gelblichen und graugrünen Pinselranken, zum Teil auf ornamental gemustertem Grund; Hauptinitiale E Bl. 3 ra mit reichem, mehrfarbig koloriertem Blatt­werk und Blütenranken-Ausläufern, im Binnengrund figürliche Darstellung (Maria mit dem Kind; Drache) • außer den 13 Vollbildern zu Beginn der Bücher im Textinnern 27 weitere, zumeist ganzseitige Darstellungen; Einzelbeschreibung des Bildschmucks bei R. Schilling Illum. Handschriften S. 194—196 Nr. 162 m. Tafel LXIX • stark be­schädigter schwarzbrauner Kalbslederband der Zeit mit Streicheisenmuster und Einzel­stempeln, 1963 restauriert (Rücken und Teile des Deckelbezugs neu); benutzt sind auf den erhaltenen Flächen etwa 20 verschiedene Stempel, darunter viele Kleinstempel • je 5 Rundbeschläge der Deckel entfernt • Spuren von Blattweisern • Papierspiegel.

Handschriftenbruchstücke, ausgelöst 1963: 1. Fragm. germ. IV 5: 17 schmale, zur Falz­verstärkung benutzte Längsstreifen aus einer Papierhandschrift des Buchs der Natur, wohl Eigenmakulatur aus der Werkstatt des Diebolt Lauber (gleichartige Text­einrichtung); erhalten u. a. Abschnitte aus der Reimvorrede und Buch I c. 1; 5—6; 8—10; 11—13. — 2. Fragm. lat. III 16 (Perg.): 2 Doppelblätter und 47 Querstreifen aus einem archivalischen Verzeichnis (Orts- und Namenseinträge der Jahre 1383—1398, elsässisch); die Doppelblätter dienten als Spiegel, die Streifen zur Verstärkung der Falze.

Die Hs. gilt seit den Untersuchungen B. Kurths als eine Arbeit aus der Werkstatt des Diebolt Lauber in Hagenau. Sie wird dem Illustrator A zugewiesen, der vielleicht mit Diebolt Lauber identisch ist. A war zwischen 1427 und 1436, aber auch später noch tätig (s. R. Kautzsch in Centralblatt für Bibliothekswesen 12, 1895, S. 59). Die Hs. muß