chende Bestandsaufnahme der Commedia-Handschriften. Stuttgart 1984. S. 146—148 Nr. 354. g. p.
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Konrad von Megenberg: Buch der Natur. Um 1348/50 verfaßte der gelehrte Regensburger Domherr Konrad von Megenberg (1309-1374) eine naturkundliche Summe in deutscher Sprache, das >Buch von den natürlichen Dingern. Konrad fußt in erster Hinsicht auf dem >Liber de natura rerum< des Dominikaners Thomas von Chantimpre, dessen Text er übersetzt, stofflich anreichert und allegorisch ausdeutet. Mehr als 100 erhaltene Handschriften sowie acht Drucke zeugen davon, daß die umfangreiche naturkundliche Kompilation während des 14. bis 16. Jahrhunderts namentlich in Laienkreisen viel gelesen und benutzt wurde. Teile ihres Inhaltes lebten zuletzt in den Natur- und Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts weiter. Konrad stammte aus Mäbenberg nahe Schwabach, studierte und lehrte (1334—134z) in Paris und war Rektor an der Stephansschule in Wien, bevor er 1348 nach Regensburg übersiedelte. Er hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk: mindestens 25 lateinische und deutsche Schriften aus seiner Feder behandeln — oft mit zeitgeschichtlichem Bezug — Themen der Theologie, der Philosophie, der Naturkunde, der Kirchenpolitik und des Kirchenrechts. Die Frankfurter Handschrift entstand um 1440/45 in der Werkstatt des Diebolt Lauber im elsässischen Hagenau. Ihre Illustrationen, insgesamt 40 zumeist ganzseitige Federzeichnungen mit großflächiger Wasser- und Deckfarbenkolorierung, sind das Werk eines namentlich nicht bekannten Buchmalers, des sogenannten Meisters A. Das abgebildete Blatt (z97 v ) eröffnet als Schauseite den n.Teil des Werkes: »Hie vohet sich an das eilffte stuck dis buches und sagt von allerhande edilem gesteine und von irer natur. « Dargestellt ist der Goldschmied in seiner Werkstatt, den Amboß neben sich, in der Hand Werkzeug und Schmuck. In einer Schaulade davor sind Schmuckstücke zum Verkauf ausgestellt. Die durch Tintenfraß stark beschädigte Handschrift wurde 1963 restauriert. Damals wurden aus dem mittelalterlichen Einband Makulaturreste geborgen, die sich als Bruchstücke eines unvollendeten Exemplars des >Buches der Natur<, ebenfalls aus der Lauber-Werkstatt, erwiesen. Eine zweite vollständige Abschrift des Werkes aus der Lauber-Werkstatt besitzt die Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 300).- Signatur. Ms.Carm. 1 (Ausst. 47). - Papier; 341 Bl.; 38,5 x 28; Hagenau, Werkstatt des Diebolt Lauber, um 1440/45. - Aus dem Frankfurter Karmeliterkloster, 1802 zur Bibliothek. Literatur. R. Schilling: Illum. Handschriften S. 194-196 Nr. 162 m. Tafel lxix. - G. Powitz (Handschriftenkatalog Bd. 2, S. 407—408). — Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 5 (Lief. 1/2:1984) Sp. 221 —236 (G. Steer).— G. Steer: Zur Überlieferung des >Buchs von den natürlichen Dingern Konrads von Megenberg. Zeitschrift für deutsches Altertum 114 (1985), im Druck. G. p.
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Bibliapauperum. Die >Biblia pauperum< (Armenbibel) ist eine Werkgattung der spätmittelalterlichen typologischen Literatur. Sie verfolgt das Ziel, in Bild und Wort die im Neuen Testament geschilderten Hauptereignisse aus dem Leben Christi mit bestimmten, als Vorausdeutungen aufgefaßten Geschehnissen des Alten Testaments zu verbinden. Während des 13. Jahrhunderts in einem bayerischen oder österreichischen Benediktinerkloster entstanden, wurde die >Biblia pau- perum< als Handschrift und später in Blockbuch-Ausgaben bis in das 15. Jahrhundert verbreitet. Abbildung (139 r ): Auf jeder Seite zwei Bildgruppen. In den Kreisen die neutesta- mentlichen Szenen (Verklärung; Vertreibung der Wechsler). In den Ecken die vier Propheten. Links und rechts je ein alttestamentliches »Vorbild« mit lateinischer Lektion. — Signatur. Ms.lat.qu. 58. —Papier; 153 Bl.; 29,3 x 21. —Biblia pauperum Bl. 136—144: Süddeutschland (Salzburg?) 14. Jahrhundert Ende. - Aus dem Benediktinerkloster St. Peter in Salzburg. Zur Bibliothek um 1935. Literatur. H. Corneli: Biblia pauperum. Stockholm 1925. S. 85 Nr. 20 m. Tafel 14—18 (Faksimile). — G. Schmidt: Die Armenbibeln des xiv. Jahrhunderts. Graz 1959. S. 45 —46; 54— 5 5; 76; 161 m. Tafel 34. — K. Bredehorn (Handschriftenkatalog Bd. 3, S. 52 — 53).
G. P.
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Hausmessbuch des frankfurter Patriziers Heinrich Rorbach. Der wohlhabende Frankfurter Schöffe Heinrich Rorbach d. Ä. (1410 —1474) ließ um 1450 für sich und seine Frau Guda von Werstadt (gest. 1455) ein großformatiges Meßbuch mit reichem Initialen- und Bordürendekor anfertigen. Von gleicher Schreiberhand stammt ein 1470 entstandenes, kleineres Festmissale zum Gebrauch des Frankfurter Bartholomaeusstifts (Ms. Barth. 116). Das Rorbach- Missale gehört zu einer Gruppe vorwiegend liturgischer Handschriften, deren Buchschmuck als Arbeit der sogenannten Musterbuch-Werkstatt gilt. Diese Werkstatt, vermutlich in Mainz tätig, hat erst neuerdings in der Forschung Name und Ansehen erlangt. Sie hinterließ ein eigenes Musterbuch und hat im Stil dieser Vorlagensammlung um die Mitte des 15. Jahrhunderts verschiedene Handschriften sowie mehrere Exemplare der zweiundvierzigzeiligen Gutenbergbibel mit Initialen und Rankenbordüren verziert. E. König weist das Rorbach-Missale innerhalb der Musterbuch-Werkstatt dem »Maler des Gangolph-Missales« zu, der unter anderem auch die erste Seite des Göttinger Exemplars der Gutenbergbibel ausschmückte. Das Meßbuch, geschrieben in feierlicher Tex- tualis, gebunden in einen schweren Holzdeckelband mit gegossenen Beschlägen, zeugt von dem Wohlstand und der häuslichen Lebenskultur eines vermögenden und hochgestellten Frankfurter Patriziers um die Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Gesangsteile sind mit Hufnagelnotation versehen. Große Deckfarbeninitialen auf Goldgrund heben die Meßoffizien der Hochfeste und die Hauptabschnitte des Missale hervor. Abbildung (114 V — 115 r ): Beginn des Praefationen-
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