27 x 20,5; Frankfurt am Main 1471. Zur Bibliothek 1957. Literatur. H. Schiel: Die Frankfurter Dirmsteinhandschriften (Die sieben weisen Meister / Salomon und Morolf). Frankfurt a.M. (1937). B. Weimann (Handschriftenkatalog Bd. 4, S. 3132). G. Powitz: Datierte Handschriften S.4546 m. Abb. 187. G. p.

Tafel 25

Der Frankfurter (Theologia deutsch). Als letztes Stück einer Sammlung mystisch-aszetischer Texte überliefert die Handschrift den Frankfurtern »Hie hebet sich an der Franckforter und seczt gar hoche und gar schön dingk von eynem volkomen leben.« Über den Verfasser dieser Erbau­ungsschrift aus dem Umkreis der spekulativen Mystik (Tau- ler, Meister Eckart) ist nur das bekannt, was die Vorrede über ihn berichtet. Er war »vor zeyten« Priester und Kustos der Deutschordenskommende in Frankfurt-Sachsenhausen und gehörte zum Kreis der Gottesfreunde, einer in den Rheinlan­den verbreiteten Gemeinschaft der Anhänger des mystischen Lebens. Der Herkunftsname des Verfassers wurde zum Titel des Werkes. Er ist nur in dieser Handschrift bezeugt, wird aber bestätigt durch einen Eintrag in dem Bibliothekskatalog der Erfurter Kartause: »Tractatus profundus, qui intitulatur Franckenfordensis.« Die Frankfurter (ehedem Bronnbacher) Handschrift galt lange Zeit als einzige erhaltene Überliefe­rung des Werkes. Inzwischen sind sieben weitere Textzeugen bekannt geworden, alle aus der zweiten Hälfte des 15. Jahr­hunderts. Luther gab die Schrift fragmentarisch 1516, voll­ständig 1518 heraus (>Eyn deutsch Theologia<). Sie wirkte seitdem stark auf Reformation und Pietismus und findet bis in die Gegenwart Beachtung. Bis 1961 erschienen 190 Ausgaben im Druck, darunter zahlreiche Übersetzungen in europäische Sprachen und neuerdings in das Chinesische und Japanische. Wie Untersuchungen ergeben haben, überliefert die Frank­furter Handschrift nicht den ursprünglichen Text, sondern eine erweiterte Fassung. Sie ist die jüngste der datierten Handschriften (1497). Alle Texte des mystisch-aszetischen Sammelbandes, zum Teil bereits 1494 aufgezeichnet, stam­men von der Hand eines ostfränkischen Schreibers. Abbil­dung: Vorrede (mit den Angaben zur Person des Verfassers) und Textanfang. - Signatur. Ms.germ.oct. 30. - Papier; 154 Bl.; 21x15,5; Franken 1494. 1497. - Aus dem Zisterzienser­kloster Bronnbach (bei Wertheim). Seit 1853 in der Fürstlich Löwenstein-Wertheim-Rosenbergischen Hofbibliothek in Klein-Heubach (bei Miltenberg). 1930 in Frankfurt am Main versteigert. Zur Bibliothek 1937. Literatur. Die deutsche Li­teratur des Mittelalters. Verfasserlexikon 2 (1980)

Sp. 802-808 (W. von Hinten). -B. Weimann (Handschriften­katalog Bd. 4, S. 121 -124). - >Der Franckforter< (>Theologia Deutsch<). Kritische Textausgabe. Von W. von Hinten. Mün­chen 1982. S. 7; 9; 34-39 (Münchener Texte und Untersu­chungen zur deutschen Literatur des Mittelalters. 78.). - G. Powitz: Datierte Handschriften S. 49 m. Abb. 241; 245.

G. P.

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Rüst- und Feuerwerksbuch. »Dieses Buch enthält teuflische Erfindungen« - so urteilte ein Leser, der im 16. /17. Jahrhundert das in der Frankfurter Ratsbücherei ver­wahrte >Rüst- und Feuerwerksbuch< zur Hand genommen hatte. Seine Äußerung ist verständlich; denn das in den Jah­ren um 15 00 entstandene waffentechnische Handbuch enthält mehr als 240 kolorierte Federzeichnungen, die in allen Einzel­heiten mittelalterliches Kriegsgerät darstellen, Geschütze, Streitwagen, Rammböcke, auch die Herstellung von Pulver und Geschossen. Text und Bild des >Rüst- und Feuerwerks- buches< stehen in der Gattungstradition der spätmittelalterli­chen Kriegsbücher (Konrad Kyeser; Feuerwerksbuch von 1420; Drucke des Vegetius). Das Frankfurter Stadtarchiv ver­wahrt bis heute ein älteres, um 1440 entstandenes Feuerwer­ker- und Büchsenmeisterbuch der Stadt Frankfurt (35 Bl.; zwei Federzeichnungen). Um 1500 mag es nicht mehr den Anforderungen entsprochen haben, so daß der Rat, der dar­auf sehen mußte, daß sich die Stadt in kriegerischen Zeiten behauptete, ein modernes und umfangreicheres Handbuch beschaffen ließ. Für den Verfasser und Besteller war es, wie es auf Bl. i8 r heißt, »eyn gut und sere nutzbarlych buych.« Rheinfränkische Sprachmerkmale sowie der Illustrationsstil erweisen das Werk als mittelrheinische Arbeit. Es wurde in der Klosterbuchbinderei der Frankfurter Dominikaner ge­bunden. Auf dem Vorderdeckel trägt es das heraldische Su- pralibros des Frankfurter Rates. Abbildung (38 v ): Pulver- stampfwerk. Meister und Knecht bei der Arbeit. Signatur. Ms.germ.qu. 14 (Ausst. 48). - Papier; 178 Bl.; 28,5x21; Rhein-Main-Gebiet um 1500. Literatur. R. Schilling: Illum. Handschriften S. 229230 Nr. 203. B. Weimann (Hand­schriftenkatalog Bd. 4, S. 3437). Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 2 (1980) Sp. 728-731; 73 1 733 (V. Schmidtchen). G. p.

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Justinus: Epitoma Historiarum Philippicarum. Unmittelbar vor Beginn der Zeitrechnung, zur Zeit Vergils und des Kaisers Augustus, schrieb der aus Südgallien stam­mende römische Historiker Pompeius Trogus in 44 Büchern eine Universalgeschichte (>Historiae Philippicae<). Das Werk ist, von den Prologen abgesehen, nur in einem Auszug erhal­ten, den Marcus Junianus Justinus im 3. Jahrhundert verfaß­te. In dieser Form gehörte die Darstellung des Trogus zu den weitverbreiteten und vielgelesenen historischen Texten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die vorliegende Hand­schrift wurde um 1470 in Neapel geschrieben. Sie war be­stimmt für Hippolita-Maria Sforza (1445-1488), die Tochter des Francesco Sforza und der Bianca Maria Visconti, die sich 1465 mit dem Herzog Alfons von Kalabrien (aus dem Hause Aragon) vermählte. Das Allianzwappen Sforza-Aragon, ein­gefaßt in einen von Putten gehaltenen Wappenkranz, auf der Zierseite i r in der Mitte der unteren Leiste des Bordürenrah­mens. Die mit 44 Goldinitialen geschmückte Handschrift ist

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