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LIBER CENSUUM PRAESENTIARUM.
Stadtarchiv, Barthol. I. 15.
Lateinisch und Deutsch, Folio. Seit 1448, Frankfurt. [168]
ch. Am Anfang und am Ende 3 Pergamentfolien. 232 f. (bei der alten Paginierung sind nach f. 161
mehrere Blätter nicht mitgezählt). 275:200. Wasserzeichen: Traube, Br. 13041 (doch dies erst 1473 bis
1500, Frankreich), Traube, Br. 12995 (Braunschweig, Köln, Eberbach a. Rh. 1438—49), Traube
f. 153 ff., Br. 12996 (Genf 1446, Babenhausen 1447), Ochsenkopf (auf leeren, wohl nachträglich beige¬
fügten Blättern), Br. 14235 (Holland um 1456—59). Text in Kursive von wechselnder Zeilenzahl. Ver¬
schiedene Schreiber. Am Ende der einzelnen Abschnitte meist mehrere leere Folien. 1 kolorierte
Federzeichnung. Schweinslederband der Zeit mit kleinen Metallbuckeln. Schließen fehlen. Auf dem
Vorderdeckel geschriebener Titel. Innen Einträge, im Rückdeckel eingeklebt Frankfurter Gülden¬
brief von 1378.
Handwerkliche Arbeit von 1448 aus Frankfurt. Laut Einträgen wurde das Buch damals für das
Bartholomäusstift angelegt. Die Zeichnung nimmt Bezug auf die örtliche, straßenweise angeordnete
Buchung der eingehenden Praesentien.
f. I Vier blasende Winde in rot gerahmtem Qua- blonden Lockenhaaren, die übrigen mit blau-
dratfeld auf hellgrünem Grund. Die Köpfe mit grauem Haar. Das kurze sichtbare Gewandstück
auf gepusteten Wangen, großen Augen, zwei mit hellblau oder rosa.
BILDBLATT AUS EINEM CHORBUCH.
Linelsammliing.
Lateinisch, Groß-Folio. 1. Hälfte des XY. Jahrhunderts, Oesterreichiseh. [169]
m. 550:390. Schriftspiegel 367:243. Text auf einer Spalte zu 21 Zeilen, teilweise mit Noten. 3 Fleu-
ronneebuchstaben. Bildinitiale und Rankenschmuck.
Süddeutsche, wohl österreichische Arbeit aus dem 2. Viertel des XV. Jahrhunderts.
verso (Dominus illuminatio) Init. D mit Verkün¬
digung. Maria kniet in rosa Gewandung und
blauem Mantel vor dem Betpult, auf dem das
Buch aufgeschlagen liegt. Sie hat die Hände zum
Gebet gefaltet, den Blick gesenkt. Zur Linken
der Engel. Er ist kleiner als Maria, hat die Arme
über der Brust gekreuzt und hält das Schriftband.
Sein Gewand ist weiß, die Flügel außen grün,
innen ocker. Spitzbogiger Kapellenraum mit Ma߬
werkfenstern, grau und blauer, gewölbter Decke
und grauem, gemustertem Boden, dicht hinter
Maria mit einem gelbbraunen Vorhang abge¬
schlossen. Der rosa in sich blattgemusterte Buch¬
stabe liegt auf goldnem, grün gerahmtem Feld.
(100:102). Von den Stegenden breiten sich Ranken
über den seitlichen und unteren Rand. Sie senden
Krautblätter aus in symmetrischer Anordnung
mit Goldtropfen an den Spaltungen. Das Blatt¬
werk hellgrün, rosa und lichtblau. In den Ein¬
rollungen seitlich eine blaue Blüte, unten ein
Prophet mit Rolle in blauem Gewand (Halbfigur).
Schnörkelwerk.
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