Die Kinderbuchsammlungen der Goethe-Universität Frankfurt

Das Institut für Jugendbuchforschung und die Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg verfügen gemeinsam über vier geschlossene Kinderbuchsammlungen mit einem Gesamtbestand von 1.540 Bänden sowie 27 Kinderspielen. Bei den vier Sammlungen handelt es sich um die Sammlung Rümann mit 750 Bänden, die Sammlung Hobrecker mit 378 Bänden und 27 Kinderspielen, die Sammlung von der Marwitz mit 208 Bänden sowie insbesondere die Sammlung Benjamin mit 216 Bänden.

Die Sammelnden haben ihre Bestände unter teils sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten (etwa ästhetische Relevanz bei Benjamin, Seltenheit und Wert bei Hobrecker u.ä.) zusammengetragen. Dadurch bieten die vier Sammlungen einen repräsentativen Querschnitt vor allem durch den Bestand des 19. Jahrhundert. Darüberhinaus sind die Bestände aus dem 17. und 18. Jahrhundert allesamt von großer Seltenheit.

Die vier geschlossenen Kinderbuchsammlungen der Goethe-Universität sind in ihrer Anlage einzigartig und von besonderem kulturhistorischem Wert und herausragendem Interesse für die historische Kinder- und Jugendliteraturforschung. Insbesondere die Kinderbuchsammlung Walter Benjamins ist dabei auch von zentraler Bedeutung, zum einen für die Benjamin-Forschung, da die Sammlung auch Arbeitsbibliothek für zahlreiche Texte des Intellektuellen Benjamin war ("Alte Kinderbücher", 1924; Radioessay "Kinderliteratur", 1929 und vor allem die "Berliner Kindheit um Neunzehnhundert", posthum 1950). Zum anderen sind diese und die drei weiteren Sammlungen ebenfalls ein Schaufenster in das Sammlungshandeln bürgerlicher Intellektueller um die vorletzte Jahrhundertwende.


Aktuell werden die Sammlungen im Rahmen eines von NEUSTART KULTUR geförderten Projektes digitalisiert und werden bald an dieser Stelle zur Verfügung stehen.


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