d-achdem die Gesellschaft für deutsche Colonisation am 27. Fe­bruar 1885 den kaiserlichen Schutzbrief erhalten hatte, setzte sieden Gebietserwerb in Ostafrica mit verdoppelter Kraft fort, von dem Grundsatz ausgehend, daß, wenn überhaupt ostafricanifches Land in Cultur genommen werden sollte, vor allen Dingen eine möglichst große Auswahl in Bezug auf Klima und Bodenbeschaffenheit vor­handen fein müsse. Zanzibar bot damals ein interessantes Bild. Denn jeder von der Insel abgehenden Expedition suchte der Sultan entweder die Lebensadern schon bei der Ankunft auf dem Festlande zu unterbinden, oder ihr Ziel durch seinerseits ausgesandte Expe­ditionen zu vereiteln, immer dabei dem altbewährten Rat des eng­lischen Generalconsuls folgend. Dieser war längst von der Bedeu­tung grade der nördlichen Gebiete, also des Zwischen dem Pangani und Tana gelegenen Landes überzeugt, und so kam es, daß die dorthin gerichteten Expeditionen außer den gewöhnlichen Schwierig­keiten auch englischen Widerstand zu besiegen hatten, während die mehr nach Süden gehenden vielleicht anstrengender waren, jedenfalls aber, da immer nur Negerpolitik ins Spiel kam, bei weitem leich­teres Spiel hatten.

Die Expedition, welche damals den Reigen eröffnete, war be­stimmt, das Gebiet nach Norden zu erweitern, und zwar zum mindesten die Gebiete Ilsambara, das Pangani-Gelände Pare, Ugueno und das Kilima-Ndscharo-Gebiet zu erwerben. Die Aus­führung war mir durch ein Telegramm aus Berlin vom 8. April 1885: „Jühlke, Weiß, sofort Mombassa Nordwest. Peters." aufge­tragen worden. Herr Premier-Lieutenant Weiß war am 22. März in Zanzibar angekommen und mir als Begleiter beigegeben.'

Dieser Auftrag, welcher mich in den Vorbereitungen zu einer Expedition nach dem Tanganyika traf, war indessen „sofort" nicht ausführbar. Denn da ich ursprünglich nach dem erwähnten See, Gras Pfeil nach dem Nyassa gehen sollte, hatte ich meine ganze persönliche Ausrüstung bereits nach Usagara bringen lassen. In­dessen der Hauptgrund, der unfern Aufbruch verzögerte, war der tropische Regen, der um jene Zeit mit erschreckender Heftigkeit

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