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ganz schwach^alziges Wasser, das selbst bei den gelegentlichen Durch¬
brüchen der engen Nehrung westlich von Klein-Popo keine merkbare
Geschmacksänderung erfährt.
Dagegen wird mehr im Osten an der französischen Dahomeküste
ziemlich viel Salz produzirt und zwar an den dort befindlichen La¬
gunen sowohl, wie auch am flachen Meeresstrande. Die Gewinnung
geschieht hier mit Vorliebe in Salzgärten und fällt so ergiebig aus,
daß sich das Dahomesalz in der gesamten Handelszone des Mono
eingebürgert hat. Nur dürfen wir nicht vergessen, daß diesen Gestaden
trotz ihrer Eigenproduktion bereits seit Jahren europäisches Salz
in erheblichen Mengen zugeführt wird. Es kommt in Säcken herein,
für Togo meist über Hamburg, und dient nicht bloß zum Bedarf des
weißen Elements, sondern es nimmt auch den Weg zu den Binnen¬
stämmen, hauptsächlich zur Regenzeit, wenn das selbsterzeugte, grob¬
körnige Negersalz nicht mehr die Nachfrage deckt. Die Salzeinfuhr
nach Togo betrug 1892 nicht weniger als I1/4 Millionen Kilogramm
im Werte von 58 000 Mark, und sie steigerte sich bis 1894 derartig,
daß im letztgenannten Jahre fast 1^/2 Millionen Kilogramm im
Betrage von mehr als 80 000 Mark in das Schutzgebiet verschifft
wurden. Auffallenderweise zeigen die nächsten Rechnungsjahre 1895
und 1896 einen verblüffenden Rückgang, indem die Geldsätze für das
Jmportsalz auf 36 000 und kaum 30000 Mark heruntersinken. Dabei
ist das Salz nach wie vor ausdrücklich von jeder Verzollung befreit und
es wird obendrein im Binnenlande so gut bezahlt, daß noch im April
dieses Jahres der bekannte Großkausmann I. K. Victor auf Grund
eigener Beobachtungen die Fracht für Salz bei der Zukunsts-Togobahn
von Sebbe bis Atakpame auf 80 Mark für 1000 Icg normiren zu
können glaubte! Denn die Eingeborenen sind „einstweilen an sehr
hohe Verkaufspreise gewöhnt."
Nach diesem kurzen Seitenblick tritt jetzt eine neue Frage an
uns heran; wir haben klarzulegen, auf welchen Straßen das Salz,
vorzüglich das einheimische, von den Stätten seiner Gewinnung
nach dem Innern transportirt wird. Hierzu bieten sich zwei
von der Natur selber vorgezeichnete Wege dar, nämlich
erstens der Flußlauf des Volta im Westen und zweitens der
des Mono im Osten. Beide Thalfurchen dienen natürlich nicht nur
dem Salzhandel, so sehr dieser auch ins Gewicht fällt, sondern
dem Handel im allgemeinen, nach Einfuhr wie nach Ausfuhr. Daraus
erklärt sich die beim Beginn unserer Kolonialarbeit in Togo nicht
genügend erkannte Thatsache, daß das Schutzgebiet handels¬
politisch in zwei getrennte Zonen zerfällt, in die Volta-
und in die Monozone. Im Bereich der Küste und der großen
deutschen Küstenplätze macht sich diese Scheidung kaum fühlbar;
sie wird erst empfunden, je weiter man sich vom Meere nach
Norden entfernt, und zwar dergestalt, daß man gerade im Umkreise
von Bismarckburg die indifferente Berührungsstelle der beiden Ab-
und Zufuhrgebiete erreicht. Daraus geht deutlich hervor, daß die
Station, so lieb und wert sie uns schon um ihres Namens halber war,