bündeten keine Spezialfhedcn ahschllessen kön­nen, eben nur einen gemeinsamen, selbst wenn einer der Freunde ohnmächtig und verblutet am Boden liegt. In diesem Punkte hat sich England als die niederträchtigste, gemeingesinntes»e. feigste und egoistischste Nation bewiesen. Es ist eine Tatsache, dass, w egoistischer ein Individuum wird, je feiger es wird und je weniger es sich an Gesetz. Sitte und Anstand hält; das Gleiche gilt für Gemeinwesen, Staaten deren Zügel in den Händen ausgesprochener Egoisten liegen. Nirgends ist dies mehr Fall als in England seit den Tories und Whigs. Dort haben beide Par­teien der Hocharistokratie nur Politik getrieben, um durch Seeräuberwesen, Intriguen. etc. ihre Säckel zu füllen, so dass heute die ehrenwerten Familien der englischen Herzöge die Haute-Finance der Welt darstellen. Diese Leu»e. nur auf Ver- grösserung ihrer Vermögen bedacht, sind die Politikmacher Englands. Es ist ja klar, dass aus dem Streben der Erweiterung ihrer Finanzkraft das Streben entspringt, des Reiches Macht und Ausdehnung zu vergrössern. Dieses letztere Streben ist aber erst die SecunJär.Erscheinung eines ausgesprochenen Egoismus. England hat damit gerechnet, dass seine dummen Ver­bündeten tür ihn bluten und sich auf Jahrzehnte hinaus sch wächen und dass es auf diese Weise wo­möglich auch aui dem Kontinent nicht nur noch kräitiger als bisher seinen Einfluss gehend machen sondern womöglich ihm vortheilhafte Landerwer- bungen durchsetzen kann. Jedenfalls hat sich England klar und deutlich seinen Verbündeten gegenüber das Zeugnis eines Bauernfängers aus­gestellt, denn seine Mithilfe am territorialen Kriege ist im Verhältnis zu den Leistungen seiner Ver­bündeten geradezu schmachvoll Und was hat England bisher mit seiner Flotte geleistet? See- räuberkneg hat cs getrieben, weiter nichts. Im­potent anscheinend ziehen sich die hohen Herren der englischen Admiralität hinter ihre geschütz­ten Häfen zurück. War es nicht England, das das geflügelte Wort von der .deutschen Luxusiluite in die Welt hinausplärrte? Hat sich heute nicht die englische Flotte als reine Repräsentations-, Renommier- und Luxus-Flotte pir excellencc der ganzen Welt und besonders Englands Verbündeten gegenüber, die doch gerade auf ihr Mitwirken rechnen mussten, herausgestellt? Geradezu er­bärmlich für die ganze britische Nauon ist der

Ausspruch eines ihr»*r w Wir würden

siegen, aber vie'leicht .*n, dass wir auf Jahr- Seemacht zu sein. - Piui Teutel! Die len, die zur anxhei- nenucn ^uiu.vm K vuun{;c Anzahl von Schiffen sich durch Zurückhaltung und Feigheit erhalten zu haben. Wenige Schiffe, an denen Sieg und Lorbeer hängen, machen sicher aui der Welt für die Daui* einen gebietenderen Eindruck, als die erbärmlichen Staffagegondeln einer widerwärtig grossrnäuligen. feigen Flotte.

England setzte doch alle Hebel im Bewegung, um Dänemark mit in den Krieg hiuemzuzieheu. Es hat schon vor langen Jahren mit Dänemark in Unterhandlung gestanden, sich in einem Kriegsfälle gegen Deutschland ihm anzuschliessen und Eng­land wollte an der Westküste Dänemarks einen bedeutenden kriegshaien auf seine eigenen { Eng­lands) Kosten anlegen. England wollte so eine Gelegenheit haben, gewissermassen auf seinem eignen Grund und Boden 1 nippen zutn Einfall nach Deutschland zu landen. Diese englisch-däni­schen Verhandlungen zerschlugen sich. Nuu sollte Dänemark doch noch jetzt in den Krieg emgreifen. Da es dies nicht tat. schritt England wieder zu einer Perfidie, wie heimische Zeitungc.i aus dem Aniung des Krieges schreiben. England schick e Schilfe an die dänische Westküste und liess die Schilfe unter deutscher Flügge Streuminen aus- legen. Auch diese von schmutzigster Leiden­schaft gezeitigte Manipulation sollte nur das Mittel zum Zwecke sein: Dänemark sollte die anschei­nend deutsche Verletzung seiner neutralen Ge­wässer zur Eröffnung von Feindseligkeiten gegen Deutschland veranlassen.

An den Vereinigten Staaten hätte nun England einen ihm sehr hochwillkommenen Verbündeten. Diese haben sich aber bisher ablehnend verhal­len; England aber wird auch bei ihnen durch alle möglichen Gaunerstreiche und Intnguen alle Hebel zur Beeinflussung gegen Deutschland an­setzen.

Einer Nation wie Grossbritanien. welche sich erdreistei. öffentlich anständig gesinnte Nationen und Menschen aufzufordern, unberechtigt die Schiff unter neun dien Flaggen laufen zu lassen, ist es zuzutrauen, dass es die gemeinsten Schand­taten auf dem Meere und um die Sache zu verschleiern event: gegen eigene Sclnfie unter deutscher Flagge unternimmt, nur um andere Nationen. e\ent. speziell die Vereinigten Staaten, gegen das deutsche Reich zum Kriege aufzuhetzen.

Wir alle wissen, dass der jetzige Krieg nicht

wäre ohne den Impuls despetfldei Athlon * dass es m per)ld m bis zum Excess ist, erfahren wir 'täglich neu und intensiver, dass es perfid ist, wissen schon jetzt seineBundesgenosser», empfindet wohl die ganze kultivierte Welt. Dieses Mai ist die Perfidie Grossbritaniens so offenkundig gewor­den, dass es auf unabsehbare Zeiten bei allen Kulturnationen nicht die ge wünsch ieAchtung; jedoch die unerwünschte Achtung erzielen wird, selbst wenn es aus der Affäre mit blauem Auge davon kommt. Franz Ranniger.

! Zusatz der Redaktion. Im grellsten Licht wurde die Perfidie Alb io ns in allerletzter Zeit wieder offenbar, wir meinen die Vorgänge in Lindi. Der Kommandant eines englischen Limen- schiiies fordert die massgebende Stelle in Lindi auf, ihm 10 Offiziere, 100 deutsche und 100 schwarze Soldaten auszuliefern. Die Vorgänge in Deutsch-Ostafrika haben England gezeigt, dass die Deutschen der Kolonie geschlossen gegen irgendwelche englische Anmassung stehen und Vorgehen. Nichts berechtigte den Kommandanten zu dem Glauben, dass seine Aufforderung zur Ehrlosigkeit irgendwelchen Boden finden könnte. Er wusste genau, dass man seine Forderung zurück­weisen würde. Aber es war ihm ja auch garnicht darum zu tun; er wollte lediglich einen Grund zum Bombardement Lindis haben, ln echt ang- lischer Feigheit suchte er .billige Lorbeern; .es sind ja keine Küstenforts da, also kann der Feind uns auf dem Schiff nichts anhaben. Keine Gefahr; also: .three cheers for Old England!

Ein neues Ruhmesblatt Albions, das wohl Reuter demnächst in der würdigen Lügenumrah­mung bringen wird.

Ein Engländer über den Krieg.

Die bereits erwähnte neue New Yorker Wochenschrift .The Fatherland hat es sich zur Aufgabe gemacht, Einfluss auf die angloamerika- nische Presst* zu gewinnen und den durch die eiiglisch-iranzösichen Schwindelmeldungen her- Yorgerufcnen Lügenne^el zu zerstreut n. In der letzten Nummer btimdet sich ein Artikel, der die Ueberschnft trägt: .fl. G. Wells und der Krieg, Offener Brief eines Engländers an einen anderen. Dcse Ausführungen, die sich gegen gewisse Vcr!euP°*ingcn Deutschlands durch den englischen« Roniar.sciiriftsteller wenden, smd eine so saclilichL, und klare Darstellung der Vorgeschichte, dei Beweggründe und der Bedeutung des gegen­wärtigen Weltkrieges, dass es sich verlohnt, wenigstens einiges daraus im Wortlaut mitzuteilen.

NiJfJem der Verfasser, R. L ürchelle, sic» in derr^äileitung über die dem Kriegsausbruch vorangehenden Tatsacuen ausgesprochen hat, sagt er unter anderem, der von der .Täglichen Rund­schau gebrachten Uebersetzung zufolge:

.W**der aus Humanitätsgründen, noch zur Verteidigung eines kleineren Landes um dessen Neutralität zu schützen, noch aus Mitgefühl für Frankreich hat England an dem Kriege teilge- numinen! Diese niedrige und abscheuliche Heuche­lei ist gut für d.e gedankenlose Masse. Sie dient zur Verschleierung des wirklichen Ausgangs­punktes und der wirklichen Gründe und gibt uns die Möglichkeit, die Rollo einer höchst tugend­haften Macht zu spielen. Aber dass auch Sie von diesem umausstenlichen Zustand angesteckt sind, zeigt einen Mangel an Rechtsgefühl und Urteilskraft, den inan bei Ihnen nicht für möglich gehalten hätte. Wir sind in den Krieg gegangen, weil die Stunde gekommen ist, in der wir am besten unseren künstlich eingebildeten Feind ver­letzen Können, nit geringster Gefahr und grösstem Nutzen für uns selber. Wir bekriegen Deutsch­land, weil wir es fürchten, weil dessen Wissen u*id Gewandtheit unsere eigenen beschränkten Kaufleute auf dem Weltmarkt zurückgedrängt haben. Seit Jahren haben wir uns durch franzö­sische Einflüsterungen willenlos beeinflussen lassen. Auch Sie wiederholen die gewöhnliche und lächerliche Behauptung, dass der Kaiser allein die Verantwortung f*ir den Ausbruch des Krieges trägt. Niemand, und am allerwenigsten dieser kluge Deutsche, billigt den russischen Militarismus, aber noch kein Engländer hat bis auf den heutigen Tag die Ursache verstanden, wieso eine Nation friedliebend sein kann und doch ihre Heereskraft dauernd »ermehren muss. Es ist die Haltung Frankreichs, einer Nation, die eine Niederlage nicht vergessen konnte, welche das deutsche militärische .System hervorbrachte, ein System, das hauptsächlich im Selbstschutz bestellt. Seit 44 Jahren hat Frankreich seine Propaganda des Hasses und der. Revanche beibehalten.

Und nun, indem Sie ruhig vor einer Karte Europas sitzen, schlagen Sie vor, dass die zwei Provinzen, die Ludwig XIV ursprünglich den Deutschen gestohlen hat, an Frankreich zurück- lallen solien! Sie waren von Deutschland durch Ströme deutschen Blutes zurückerobert worden.

Nach der Abtretung an Deutschland war et den Bewohnern freigestellt, die deutsche oder franzö­sische Untertanenschaft zu wählen. ...

Sie sprechen auch von den leichten Stegen der Deutschen im Jahre 1870. Dieses Wort ist eine Beschimpfung dessen, was für immer eines der grössten Ereignisse in der Geschichte bleiben wird ... Hunderttausende von Deutschen mussten geopfert werden, um die riesigen Festungen zu erobern, und doch wurden sie alle erobert. Allein während der Belagerung und Einnahme einer solchen Festung verloren 20000 Deutsche das Leben. Dagegen hat Frankreich, die grösste militärische Macht ihrer Zeit, nicht eine einzige Schlacht gewonnen, trotz ihrer Ueberlegenheit an modernen Geschützen und Ausrüstungen. Es wurde hoffnunglos geschlagen ven dieser ver­achteten Nation von Professoren und Träumern, die ausserdem nicht reich und eben erst geeinigt war. Und seit jenen Tagen Lat Frankreich seinen Krieg von Lügen und Verleumdungen geführt.

Deutschland, vor allem der Kaiser, haben sich als Freunde des Friedens erwiese«. Dass es erst einen Platz zwischen den G^ossmächten einnahm, nachdem England und die anderen sich aller nützlichen Kolonien bemächtigt hatten, ist kein Grund, um seine Entwicklung zu hindern, jedenfalls nicht im Namen der Humanität und Zivilisation, wobei England die Rolle einer sprungbereiten Dogge spielt.

Ich wiederhole es und ich weiss, dass viele Engländer, deren Mund gegenwärtig ver­schlossen bleibt, innerlich mit mir übereinstimmen: Unsere Nation hat etwas getan, wus die Ge­schichte als Verrat der eigenen Rasse bezeichnet. England unterstützt die Lateiner gegen die ger­manischen Vettern, es unterstützt den ungeheuren Slawen (muss richtig heissen Russen. Die Red ), obwohl es sich schämt, das einzugestehen, und als Krönung der Gemeinheit hetzt es mongolische Horden gegen sein eigenes Blut. Das ist meiner Meinung nach die Gemeinheit aller Gemeinheiten, eine Feigheit sondergleichen (the infaniy of In- famies, the cowardice of all cowardice).

Schamgefühl und Erniedrigung empfinde ich in dem Augenblick, wo ich diese Zeilen schreibe, len sehe den anständigen Namen Englands be­sudelt durch einen Verrat, der auf Schwäche und Furcht, auf Heuchele 1 und Ungerechtigkeit beruht. . . .

Graf Haeseler in der Front.

In eine.n holländischen Blatte finden wir einen interessanten bericht, worin der Bildhauer Arnold Rechberg, gegenwärtig Ordonanzoffizier des Grafen Haeseler, das Leben des greisen Feldmarschalls in der Front schildert General­feldmarschall Graf Haeseler hat eine Uner­schrockenheit, so heisst es da, die erstaunlich ist. Beinahe hat es den Anschein, als wollte der Marschall den Beweis liefern, dass das Geschlecht von 1864 66 und 70 71 an Unerschrockenheit und Todesverachtung wohl erreicht, aber nicht über­troffen werden könne. Es ist wiederholt vor­gekommen, dass er zu Pferde Zeuge von Jnfantericangriffen war. Während rechts und links die Schützenlinien von einer Deckung zur anderen sr.ungweise und in gebückter Haltung vorginger und dabei doch noch ziemlich schwere Verluste hatten, blieben der Marschall und seine Begleiter, deren Silhouetten dem Feind aus der Ferne deutlich sichtbar waren, wie durch ein Wunder unversehrt, obwohl die Franzosen mit Maschinengewehren auf sie schossen. Er ist auch an den Laufgräben, in denen die Infanterie tief eingegraben in Deckung liegt, öiters im Schritt entlang geritten. Es unterliegt keinem Zweifel , dass diese Haltung eines hohen Offi­ziers bei den Truppen Begeisterung erweckt. In der ganzen Front ist es ein allgemein verbreiteter Aberglaube, der Graf sei kugelfest, wie es die Heere des 17. Jahrhunderts häufig von ihren Führern glaubten. Man könnte beinahe sagen die Truppen sähen den Grafen als eine Art Talisman an, dessen Anwesenheit allein schon den Erfolg verbürgt.

In den ersten Tagen des Krieges war Graf Haeseler übrigens Gcgenstd.id eines raffinierten Angriffs. Ein Dorf lag mitten in der Gefechts­linie. Rechts und links davon marschierten starke Infanteriekolonnen auf, auf die der Feind mit Geschützen feuerte, während das Dorf selbst nicht im Feuer lag. Graf Haeseler hatte auf der dem Feinde zugekehrten Dorfseite unter einem prächtigen alten Nussbaume im Schatten auf einem Stuhl Platz genommen den inan aus dem nächsten Hause geholt hatte, und von hier aus beob­achtete er das Gefecht. Plötzlich bemerkten die Offiziere seiner Umgebung eine Granate, die geradeswegs auf den Nussbrnm zuflog und in 200 Metern Abstand einschlug. Kurz darauf kam ein zweites Geschoss, aber diesmal nur um 100 Meter zu kurz. Graf Haeseler, den man hier­auf aufmerksam machte, glaubte die Zieländerung einem Zufall zuschreiben zu können. Als nun