Der Gesamtwert der Ausfuhr in Muansa, Schirati und Bukoba betrug 71185 resp. 19768 resp. 22184 M. Der Ge­samtwert der Einfuhr dagegen 208792 resp. 43025 resp. 86432 M. (Hierbei sind nur die hauptsächlichsten Positionen beachtet).

Welchen immensen Aufschwung der Handel seitdem genommen hat, geht aus folgenden Zahlen hervor, welche nur den Handel der beiden Monate Juli und August 1904 umfassen (das Material von Schirati war mir leider nicht zugänglich):

Ausfuhr in Muansa und Bukoba im Werte von 52 722 resp. 39000 Rp.

Einfuhr im Werte von 89568 resp. 64745 Rp.

Nach den gemachten Anschreibungen liefen den Hafen Muansa im Monat durchschnittlich 6 Dhaus, den Hafen Schirati und Bukoba je drei an. Wie weit die britischen Dampfer an der Ausfuhr in der Zeit von April bis Septem­ber beteiligt waren, ergibt die beifolgende Zusammenstellung der Uganda-Eisenbahn.

Hiernach wurden aus Muansa 381 Va Tons, Bukoba 126% Tons, Schirati Wf 2 Tons verschifft, mithin aus Muansa drei­mal mehr als aus Bukoba und 24% mal mehr als aus Schirati. Die beförderten Importgüter werden sich ungesähr in dem­selben Rahmen bewegen.

Uganda. Die nördliche Seehäifte fällt in die britische Interessensphäre, und zwar gehören sämtliche Häfen bis auf Kisumu zu Uganda. Für europäische Ansiedelungen scheint Uganda nicht geeignet zu sein, jedenfalls sind in dieser Beziehung Erfolge nicht aufzuweisen. Als Grund möchte ich die ungünstigen sanitären Verhältnisse sowie Arbei­termangel ansehen. Das britische Protektorat ist im Jahre 1893 errichtet worden. Das Gouvernement befand sich an­fangs in Kampala, dem Haupthandels- und Karawanenplatze, wo auch der König heute noch seinen Sitz hat. Aus Gesund­heitsgründen und weil Kampala vier Stunden landeinwärts vom Hafen Munjonjo abliegt, wurde das Gouvernement vor fünf Jahren nach Entebbe verlegt. Entebbe liegt unmittelbar am See, der Hafen ist indes wenig geschützt und daher häufig einem heftigen Seegang ausgesetzt. Die Stadt selbst ist terrassenmässig aufgebaut und malerisch gelegen; von dem oberen Teile genießt man eine wunderbare Aussicht auf den See.

Uganda besass früher ein überwiegendes Freihandels­system. Erst kürzlich hat es den Zolltarif von Britisch-Ost- afrika angenommen, welcher dem unsrigen ziemlich ähnlich ist. Zur Ausfuhr gelangen vorzugsweise Naturalprodukte: Kautschuk, Elfenbein, Faserstoffe (Sanseviera und Raphia), Chillies, Kaffe, Samli, Häute und lebendes Vieh. Der Kaf­fe wächst meist wild. Zur Einfuhr kommen: Stoffe, Ei­sen- und Kupferdraht, Perlen, Kolonialwaren und europäische Bedarfsartikel.

Im Jahre 1903 stellte sich nach dem statistischen Ma­terial des Zollamtes Entebbe die Gesamtausfuhr von Uganda auf 972 730 Rupien, darunter befanden sich:

Elfenbein für 336 782 R, Felle 206 284 R, Lebendes Vieh 119367 R, Kautschuk 41 920 R, Ochsenhäute 15 985 R.

Die Einfuhr betrug dagegen 1 847 987 Rupien. Davon entfielen auf:

Stoffe 374 820 R, Amerikano 255 540 R, Materialwaren 159 212 R, Elfenbein 126 992 R, Perlen 56 230 R, Well­blech 52 237 R, Glaswaren 39 753 R.

An Zolleinnahmen sind im laufenden Jahre in Rupien aufgenommen:

Entebbe: April

Mai

Juni

Juli

Import . . . 196

7

Export. . . 448

396

155

850

Licence . . 1202

1884

1909

1248

In Munjonjo (Hafen von Kampale):

Juli

August

September

Import.

. -

623

249

Export .....

. 1412

1550

1684

Licence ....

1256

859

Hierbei ist freilich zu berücksichtigen, daß eine große Anzahl Waren in Mombassa zur Verzollung und Abfertigung gelangt

Immerhin beweisen diese Ziffern ein geringes Maß von Verkehrsentwicklung, namentlich wenn man bedenkt, daß unter den Gütern eine Menge fremder Provenienz nämlich aus dem deutschen Seengebiet, Kongostaat und den oberen Nilländern sich befindet Der Eigenhandel Ugandas ist tatsächlich recht gering. Haupthandelsplätze sind Entebbe, Kampala und Jinga. An größeren Firmen sind in Entebbe vorhanden:

Societa Koloniale Italiana, Import: Weiße Baumwoll­stoffe, speziell Amerikano und Bafta, Export: Häute, Felle, Kautschuk und Faserstoffe,

Viktoria Njansa Agentur (D. O. A. G. und Hansing & Co.) Import: Weiße und blaue Baumwollstoffe und europäische Konsumartikel, Export Kautschuk und Elfenbein,

East Afrika Trading Co. Hauptsächlich Export von Fellen, Häuten und Faserstoffen,

Alidina Visram. Export: Kautschuk, Elfenbein, Samli und Faserstoffe. Import: Amerikano, Bafta, Kanikis, Kolo­nialwaren und europäische Bedarfsartikel,

Haji Adum & Sons, Import, Dharamsi Kathau & Co. desgleichen. Daneben gibt es mehrere indische Händler, deren monatlicher Warenumsatz auf 10000 Rupien geschätzt wird.

Obschon in letzter Zeit eine Anzahl Kaufleute von Kam­pala nach Entebbe, dem Sitze des Gouvernements, überge­siedelt ist, gilt Kampala auch heute noch als der Hauptka­rawanen- und Handelsplatz. Angesessen sind sechs europä­ische Firmen:

Societa Coloniale Italiana, L. Besson, Max Nelly & Co., Max Klein, East Africa Trading Co., C. W. Werner. Sie be­schäftigen sich vorzugsweise mit Exporthandel.

An indischen Kaufleuten sind etwa 30 vertreten. Oben­an steht Alidina Visram, dem halb Kampala gehört; er be­herrscht den ganzen Karawanenhandel und das Trägerge­schäft.

Kampala ist ein äußerst interessanter und landschaftlich reizvoller Platz. Bietet schon das auf einer Anhöhe belegene Stadtviertel des Königs viel des Interessanten, so erscheint auch ein Besuch des Karawanen- und Marktplatzes beson­ders lohnend. Man sieht viele tausend, nach Aussehen und Auftreten verschiedenartige Menschen, darunter inter­essante Typen aus dem ÄquatorialgebieL

Jinga liegt am Nilausflusse in der Provinz Bussoga, deren ackerbautreibende Bewohner von den vergnügungssüchtigen Waganda erfreulich abweichen. Bussoga ist erst neuerdings in Kultur genommen, die Aussichten für die Zukunft sind nicht ungünstig. Jinga produziert heute schon Chillies in beträchtlicher Menge, daneben gelangen Felle und Häute zur Ausfuhr; die Einfuhr besteht in Amerikano und Kanikis.

Vertreten sind Oswald & Co., Societa Coloniale Italiana, Max Klein, Alidina Visram und außerdem 10 kleinere indi­sche Händler.

Kisumu, welches bereits zu Britisch-Ostafrika gehört, liegt an der geschützten Kawirondo-Bucht und bildet den Endpunkt der Ugandabahn. Es besitzt gute Hafenanlagen, welche direkte Verladung aus Eisenbahnwagen in Dampfer und umgekehrt ermöglichen. Die Kawirondo-Leute sind be­dürfnislos und indolent, in Kisumu sieht man ganze Trupps völlig nackend herumlaufen. Das Land produziert wenig, weshalb auch Ein- und Ausfuhr gering ist Zur Zeit des Bahnbaues hat Kisumu gute Tage gesehen, als Umschlags­platz wird es auch künftighin seine Bedeutung bewahren. Vertreten sind vier europäische, hauptsächlich mit Fellhandel beschäftigte Firmen: Max Nelly, Societa Coloniale Italiana, Max Klein, P. H. Clarke sowie Alidina Visram, Dharamsi Kathau, Kan ja & Co., Virji & Co. und 25 kleinere indische Händler.

Außerordentlich schwierig und weit ungünstiger als bei uns sind die Arbeiterverhältnisse; außer den Wakuyu bei