nsamdara'Post
für die uirtsdiafflidien Interessen non Dentsdi-OslafrUn
Mit den Beilagen
„Illustrierte Beilage zur Usambara-Post“ und „Kilimanjaro- und Meru-Zeitung“
Veröffentlichungsstelle für Bekanntmachungen der Kaiserlichen Behörden.
Erscheint jeden Sonnabend.
der Zeitung direkt vom Vertag oder im Post- bezug für '/« Jahr 4,50 Rp. = 6 Mark.
Im Voraus zahlbar
Vertretung u. Inseraten-Annahme für Europa:
9L\
Bertln SW. 08, Alexandrinenatr. 110. Fernspr.: Moritzplatz, 1784 und 14084.
unabhängiges Organ
Insertiontpraisa : Bei einmaliger Aufnahme für den Raum einer fünftel Seite breiten und 1 cm hohen Annonce Rp. 1 oder M. 1,35. Bei grosseren und mehrmaligen Aufnahmen wird entsprechender Rabatt gewährt.
Mindestsatz für ein einmaliges Inserat Rp. 2 resp. M. 2,70.
Nr. 4
TANGA, den 23. Januar 1915. Jahrgang 14.
Letzte Nachrichten. Meldungen
aus feindlicher Quelle.
Petrograd meldet (10. Januar,) dass Kampf auf linkem Weichselufer heftiger und Wien wegen ungünstiger Gefechtsnachrichten sehr niedergeschlagen.
Für die grossen Mengen Verwundeter reichen Wagen nicht aus, allnächtlich eintreffen Antwerpen Züge voll getöteter Deutscher. (Unsinn!)
Meldung vom 11. teilt erneutes Strafverfahren gegen die beiden belgischen Offiziere mit, die angeklagt wurden, 350 jungen Belgiern über holländische Gienze geholfen und Bewegungen erteilt zu haben.
.Mcit^r.g /r>m 13. sollen deutsche Flieger 30 Bomben über Dünkirchen geworfen haben, ohne Schaden anzurichten.
Die Deutschen haben Lille geräumt, dessen Herren jetzt die Engländer sind(!!!?)
Im Hennegau Aufruhr wegen Hungersnot.
Franzosen haben im Nordosten von Soissons Fortschritte gemacht.
Türken aufgeben Plan einer Invasion in Aegypten.
Meldung vom 14. berichtet, dass Deutschland Vorbereitungen für äussersten Widerstand im Frühjahr beschleunigt und dass Erfolge im Kaukasus gegen Türken anhalten. (?)
Auszüge aus Frankfurter Zeitung.
3. November: 1300, meist Engländer bei Ypern gefangen.
4. November: Kreuzer „York“ auflief auf Hafenminensperre und sank, mehr als die Hälfte der Besatzung gerettet.
Deutsche Flottille bombardierte englischen Hafen Yarmouth, rückkehrend legt ein Kreuzer Minen, Unterseeboot aufläuft auf Mine und sinkt.
In Tsingtau Kreuzer „Kaiserin Elisabeth“ und Schwimmdock unsererseits versenkt.
5. November: Konflikt zwischen 2 Brüsseler Polizisten und deutschen Soldaten. Brüsseler Polizei wird entwaffnet. Stadt Brüssel 5 Millionen Frank Strafe auferlegt.
6. November: Bei Ypern über 1000 Franzosen und Maschinengewehre genommen.
7. November: Die russische Armee an Kaukasusgrenze völlig geschlagen, die Türken besetzen russische Stellungen.
9, November: Englischer Kreuzer „Glasgow" im Chilenischen Hafen Ceroneil abgerüstet.
Grösste Bestürzung in England wegen Niederlage englischer Flotte.
Deutsches Kreuzergeschwader hatte bei Valparaiso nur 3 Verwundete.
Tsingtau wurde von 60000 Mann belagert, die Besatzung betrug nur 3 bis 4000 Mann.
Tanga 16. Januar 1915.
Nachrichten aus feindlicher Quelle:
Im Nordosten von Soissons sind die Franzosen vor einem zermalmenden deutschen Angriff langsam zuriickgewichen. (Grosser deutscher Sieg!)
Pressemeldung vom 12. Januar berichtet, dass Poincarä in einer nach Rückkehr von der Front gehaltenen Ansprache gesagt habe, wir müssen jetzt mehr als je Vertrauen zum Sieg der Zivilisation über den Barbarismus haben. Die Deutschen verwenden Haubitzen, die Vergiftung verursachen, da sie Phosphor enthalten, gegen dessen Wirkung die üblichen Heilmittel versagen.
Das Organ der ungarischen Sozialisten befürchtet bei weiteren (!) russischen Siegen Ausbruch von Revolution in Ungarn.
Der Kreuzer „Breslau“ bombardierte Khope (?) das von türkischen Truppen besetzt war. (?)
Die kleinen neutralen europäischen Staaten befürchten als Rückwirkung des Krieges die Notwendigkeit neuer Steuern.
Nudiridtt vom 16. Januar 1915.
Nach Artikel in „B. Z. am Mittag“ vom 10. September soll Grossfflrst Nikolaus Nikolajewitsdi als Führer der Grossfürstenpartei den Zaren unter Drohung der Absetzung zur Zeichnung der Mobilmachungsordre am 25. Juli gezwungen haben.
Tanga, 17. Januar 1915.
Nachrichten aus feindlichen Quellen.
Nach Pressemeldung vom 14. sind die Russen im Begriff, in Siebenbürgen einzudringen und haben nahe der Mündung des Petzekta 65000 Mann aufgestellt.
Die fremden Militär-Attaches, die sich als Gäste der deutschen Leitung bisher auf dem westlichen Kriegsschauplatz aufgehalten, haben sich jetzt auf den östlichen Kriegsschauplatz begebeben.
Die „ Vossische Zeitung " soll wegen Veröffentlichung einer Unterredung, in der Bethmann- Hollweg den Parteivertretern gegenüber die Lage als prekär bezeichnet habe, suspendiert worden sein. (?). —
Tanga, 18.Januar 1915.
Amtliche Meldungen.
Hauptmann Wintgens griff am (.Januar den englischen Posten Kingezi am Tschahafisee in Britisch Uganda an und warf den Feind nach zwölfstündigem Gefecht. Feindliche Stellung war mit Schützengräben und Hindernissen befestigt. Diesseits Kriegsfreiwilliger Bramer schwer verwundet. Verlust des Feindes I Europäer, 20 Askari.
Am 8. Januar bombardierten 2 grosse englische Dampfer mit 6 Geschützen das schwach besetzte Schirati und erzwangen nach 3' stflndi- gem Feuer Räumung des Ortes. Engländer landeten daraui 2 indische Kompagnien, viele berittene Europäer und Farbige, und besetzten die schwerbeschädigte Borna.
Am 12. Januar schlug Abteilung Bocmckcn ! bei Jassini englische Abteilung in dte Flucht: Gegner verlor 9 Inder, tot. Diesseits Gefreiter Erkens vom Araberkorps vermisst, wahrscheinlich in Feindeshand.
Am 12. Januar hatte Hauptmann Schimmer ein erfolgreiches Gefecht bei Luvungi im Ruzizi- tal gegen belgische Truppen des dortigen Postens. Auf unserer Seite fiel der Führer Hauptmann
Schimmer; leichtverwundet Oberleutnant der Seewehr v. Falkenhausen, Vicesteuermann Ebel, Polizeiwachtmeister Reupke; der Gegner verlor 1 Europäer und 40 Askari.
Nachrichten aus feindlichen Quellen.
Nach Pressemeldung vom 14. Januar bereiten die Russen einen Gegenstoss vor und führen 800000 frische und kräftige Truppen heran.
Die französischen Parlamentsdebatten atmeten Vertrauen auf den Sieg. Die starke Bewegung Klucks (!) im Norden wurde notwendig infolge langsamen aber fortgesetzten Vorgehens der Franzosen, das die deutschen Verbindungen zu bedrohen beginnt.
Der österreichische Minister des Aeusseren, Berchtold, soll demissioniert haben und durch einen Ungarn ersetzt worden sein.
ln der Umgegend von Soissons behaupten die Franzosen ihre Stellung trotz der Wucht der deutschen Angriffe.
Swakopmund ist von den Streitkräften der Union besetzt; die Engländer nahmen eine deutsche Stellung nahe bei Labasee und gewannen dadurch 1 Kilometer.
Tanga, 19. Januar 1915.
Zum Tode Basts.
(Pressebüro Daressalam vom 19. /. 15.) Der Ueberfall der Engländer auf den Posten des Feldwebels Bast im Gebiet der Wasonjo, bei dem Bast und 5 Askari aller Voraussicht nach gefallen sind, war durch Verrat der Wasonjo geglückt Das Kommando der Schutztruppe hat dann die Schuldigen bestrafen lassen. Allem Anschein nach haben die Engländer die Gefallenen nicht beerdigt.
Es wird beabsichtigt für Bast an der Steile des Ueberfalles einen schlichten Gedenkstein zu setzen.
Deutsch-Belgien.
ln Belgien kommen deutsche Postwertzeichen mit Ueberdruck „ Belgien “ zum Vertrieb.
Tanga, 20. Januar 1915.
Verschiedenes.
Auszüge aus „Echo" 1671 vom 10. September: Die Reichstagkommission Paasche, Kamp, Erzberger, Gröber, Wiemer, Westarp, Schulz-Bromberg verpflichteten sich bei ihren Parteien für die vom Reichsmarineamt geforderten Massregeln auch in etatsrechtlicher Hinsicht einzutreten: 1. für sofortigen Ersatz verlorener Schiffe: 2. für sofortige Durchführung aller 1912 beschlossenen Massnahmen: 3. für sofortigen Bau des 1915 lälligen Schiffsersatzes: 4. für Herabsetzung der Lebensdauer der Schiffe von 20 auf 15 Jahre.
No. 1673 vom 14. September; Madrider Zeitung „ Epoco " meldet, dass in Marokko in französischer Zone neuer Nogi aufgetreten, def heiligen Krieg gegen Frankreich predigt. Zuversicht unter Kabylen erhöht durch den Umstand, dass Franzosen einige Positionen in Marokko geräumt
