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Illustrierte Beilage zur Usambara-Post undKilimanjaro- und Meru-Zeitung

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Nr. 4

TANGA, den 23. Januar 1915. Jahrgang 14.

Letzte Nachrichten. Meldungen

aus feindlicher Quelle.

Petrograd meldet (10. Januar,) dass Kampf auf linkem Weichselufer heftiger und Wien wegen ungünstiger Gefechtsnachrichten sehr nieder­geschlagen.

Für die grossen Mengen Verwundeter reichen Wagen nicht aus, allnächtlich eintreffen Antwer­pen Züge voll getöteter Deutscher. (Unsinn!)

Meldung vom 11. teilt erneutes Strafverfahren gegen die beiden belgischen Offiziere mit, die angeklagt wurden, 350 jungen Belgiern über hol­ländische Gienze geholfen und Bewegungen er­teilt zu haben.

.Mcit^r.g /r>m 13. sollen deutsche Flieger 30 Bomben über Dünkirchen geworfen haben, ohne Schaden anzurichten.

Die Deutschen haben Lille geräumt, dessen Herren jetzt die Engländer sind(!!!?)

Im Hennegau Aufruhr wegen Hungersnot.

Franzosen haben im Nordosten von Soissons Fortschritte gemacht.

Türken aufgeben Plan einer Invasion in Aegypten.

Meldung vom 14. berichtet, dass Deutschland Vorbereitungen für äussersten Widerstand im Früh­jahr beschleunigt und dass Erfolge im Kaukasus gegen Türken anhalten. (?)

Auszüge aus Frankfurter Zeitung.

3. November: 1300, meist Engländer bei Ypern gefangen.

4. November: KreuzerYork auflief auf Hafenminensperre und sank, mehr als die Hälfte der Besatzung gerettet.

Deutsche Flottille bombardierte englischen Hafen Yarmouth, rückkehrend legt ein Kreuzer Minen, Unterseeboot aufläuft auf Mine und sinkt.

In Tsingtau KreuzerKaiserin Elisabeth und Schwimmdock unsererseits versenkt.

5. November: Konflikt zwischen 2 Brüsseler Polizisten und deutschen Soldaten. Brüsseler Polizei wird entwaffnet. Stadt Brüssel 5 Millionen Frank Strafe auferlegt.

6. November: Bei Ypern über 1000 Fran­zosen und Maschinengewehre genommen.

7. November: Die russische Armee an Kau­kasusgrenze völlig geschlagen, die Türken be­setzen russische Stellungen.

9, November: Englischer KreuzerGlasgow" im Chilenischen Hafen Ceroneil abgerüstet.

Grösste Bestürzung in England wegen Nie­derlage englischer Flotte.

Deutsches Kreuzergeschwader hatte bei Val­paraiso nur 3 Verwundete.

Tsingtau wurde von 60000 Mann belagert, die Besatzung betrug nur 3 bis 4000 Mann.

Tanga 16. Januar 1915.

Nachrichten aus feindlicher Quelle:

Im Nordosten von Soissons sind die Fran­zosen vor einem zermalmenden deutschen Angriff langsam zuriickgewichen. (Grosser deut­scher Sieg!)

Pressemeldung vom 12. Januar berichtet, dass Poincarä in einer nach Rückkehr von der Front gehaltenen Ansprache gesagt habe, wir müssen jetzt mehr als je Vertrauen zum Sieg der Zivili­sation über den Barbarismus haben. Die Deut­schen verwenden Haubitzen, die Vergiftung verur­sachen, da sie Phosphor enthalten, gegen dessen Wirkung die üblichen Heilmittel versagen.

Das Organ der ungarischen Sozialisten be­fürchtet bei weiteren (!) russischen Siegen Aus­bruch von Revolution in Ungarn.

Der KreuzerBreslau bombardierte Khope (?) das von türkischen Truppen besetzt war. (?)

Die kleinen neutralen europäischen Staaten befürchten als Rückwirkung des Krieges die Not­wendigkeit neuer Steuern.

Nudiridtt vom 16. Januar 1915.

Nach Artikel inB. Z. am Mittag vom 10. September soll Grossfflrst Nikolaus Nikolajewitsdi als Führer der Grossfürstenpartei den Zaren unter Drohung der Absetzung zur Zeichnung der Mobilmachungsordre am 25. Juli gezwungen haben.

Tanga, 17. Januar 1915.

Nachrichten aus feindlichen Quellen.

Nach Pressemeldung vom 14. sind die Russen im Begriff, in Siebenbürgen einzudringen und haben nahe der Mündung des Petzekta 65000 Mann aufgestellt.

Die fremden Militär-Attaches, die sich als Gäste der deutschen Leitung bisher auf dem westlichen Kriegsschauplatz aufgehalten, haben sich jetzt auf den östlichen Kriegsschauplatz begebeben.

Die Vossische Zeitung " soll wegen Ver­öffentlichung einer Unterredung, in der Bethmann- Hollweg den Parteivertretern gegenüber die Lage als prekär bezeichnet habe, suspendiert worden sein. (?).

Tanga, 18.Januar 1915.

Amtliche Meldungen.

Hauptmann Wintgens griff am (.Januar den englischen Posten Kingezi am Tschahafisee in Britisch Uganda an und warf den Feind nach zwölfstündigem Gefecht. Feindliche Stellung war mit Schützengräben und Hindernissen befestigt. Diesseits Kriegsfreiwilliger Bramer schwer ver­wundet. Verlust des Feindes I Europäer, 20 Askari.

Am 8. Januar bombardierten 2 grosse eng­lische Dampfer mit 6 Geschützen das schwach besetzte Schirati und erzwangen nach 3' stflndi- gem Feuer Räumung des Ortes. Engländer lan­deten daraui 2 indische Kompagnien, viele berit­tene Europäer und Farbige, und besetzten die schwerbeschädigte Borna.

Am 12. Januar schlug Abteilung Bocmckcn ! bei Jassini englische Abteilung in dte Flucht: Gegner verlor 9 Inder, tot. Diesseits Gefreiter Erkens vom Araberkorps vermisst, wahrscheinlich in Feindeshand.

Am 12. Januar hatte Hauptmann Schimmer ein erfolgreiches Gefecht bei Luvungi im Ruzizi- tal gegen belgische Truppen des dortigen Postens. Auf unserer Seite fiel der Führer Hauptmann

Schimmer; leichtverwundet Oberleutnant der See­wehr v. Falkenhausen, Vicesteuermann Ebel, Po­lizeiwachtmeister Reupke; der Gegner verlor 1 Europäer und 40 Askari.

Nachrichten aus feindlichen Quellen.

Nach Pressemeldung vom 14. Januar bereiten die Russen einen Gegenstoss vor und führen 800000 frische und kräftige Truppen heran.

Die französischen Parlamentsdebatten atmeten Vertrauen auf den Sieg. Die starke Bewegung Klucks (!) im Norden wurde notwendig infolge langsamen aber fortgesetzten Vorgehens der Franzosen, das die deutschen Verbindungen zu bedrohen beginnt.

Der österreichische Minister des Aeusseren, Berchtold, soll demissioniert haben und durch einen Ungarn ersetzt worden sein.

ln der Umgegend von Soissons behaupten die Franzosen ihre Stellung trotz der Wucht der deutschen Angriffe.

Swakopmund ist von den Streitkräften der Union besetzt; die Engländer nahmen eine deut­sche Stellung nahe bei Labasee und gewannen dadurch 1 Kilometer.

Tanga, 19. Januar 1915.

Zum Tode Basts.

(Pressebüro Daressalam vom 19. /. 15.) Der Ueberfall der Engländer auf den Posten des Feldwebels Bast im Gebiet der Wasonjo, bei dem Bast und 5 Askari aller Voraussicht nach gefal­len sind, war durch Verrat der Wasonjo geglückt Das Kommando der Schutztruppe hat dann die Schuldigen bestrafen lassen. Allem Anschein nach haben die Engländer die Gefallenen nicht beerdigt.

Es wird beabsichtigt für Bast an der Steile des Ueberfalles einen schlichten Gedenkstein zu setzen.

Deutsch-Belgien.

ln Belgien kommen deutsche Postwertzeichen mit Ueberdruck Belgien zum Vertrieb.

Tanga, 20. Januar 1915.

Verschiedenes.

Auszüge ausEcho" 1671 vom 10. September: Die Reichstagkommission Paasche, Kamp, Erzberger, Gröber, Wiemer, Westarp, Schulz-Bromberg ver­pflichteten sich bei ihren Parteien für die vom Reichsmarineamt geforderten Massregeln auch in etatsrechtlicher Hinsicht einzutreten: 1. für soforti­gen Ersatz verlorener Schiffe: 2. für sofortige Durchführung aller 1912 beschlossenen Massnah­men: 3. für sofortigen Bau des 1915 lälligen Schiffsersatzes: 4. für Herabsetzung der Lebens­dauer der Schiffe von 20 auf 15 Jahre.

No. 1673 vom 14. September; Madrider Zeitung Epoco " meldet, dass in Marokko in französischer Zone neuer Nogi aufgetreten, def heiligen Krieg gegen Frankreich predigt. Zuversicht unter Kabylen erhöht durch den Umstand, dass Franzosen einige Positionen in Marokko geräumt