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Illustrierte Beilage zur Usambara-Post* undKlllmanjaro- und Meru-Zeitung*

Veröffentlichungsstelle für Bekanntmachungen der Kaiserlichen Behörden,

Erscheint jeden Sonnabend.

VerUgodeHn 1 Poatbczug^fflr ^Jahr^50Rp-

tung und Vnsuratun-Annahmu für Europa: Wilhelm SQaserott, Hofbach­händler Sr. König!. Hoheit des Orossherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Berlin W. 30, Neue Winterfeld-Strasse 3a. nnd unsere

Nr. 17.

TANQA, den 26. April 1913.

Jahrgang 12.

Letzte Nachrichten.

Wolffs Büro.

Die Genugtuung Frankreichs für die an deutschen Kaufleuten verübten Pöbeleien.

21. April. Paris. Der Minister des Innern verfügte die Absetzung beider Polizeiagenten, die sich am Sonntag bei der Demonstration auf dem Bahnhofe In Nancy befanden. Ferner die Ver­setzung beider Polizeikommissare im Zusammen­hänge mit einer Umgestaltung der Nancyer Polizei, sowie die Versetzung des Präfekten in ein anderes Amt, weil er nicht aus eigenem Antrieb Bericht über den Vorfall erstattet hatte.

Der Nancyer Zwischenfall erledigt.

23. April. Der Zwischenfall in Nancy ist durch die gemeldeten Massnahmen politisch nunmehr erledigt.

Unangenehme Zufille.

Heute landete ein in Darmstacft aufgestiegener Doppeldecker, dessen Führer Hauptmann Dewall war, wegen Benzinmangels bei Avricourt in dem Glauben, sich noch auf deutschem Boden zu befinden. Die Militär- und Zivilbehörden in Paris erkannten höhere Gewalten als Ursache der Landung an und gestatteten den Rückflug. Der Botschafter in Berlin erhielt Instruktion, wegen der Häufung solcher Vorkommnisse bei der Regierung vorstellig zu werden.

Der Balkanbund und ihr Unparteiischer.

Der Balkanbund nahm die Mediation der Grossmächte an.

Reuters Nachrichten.

(Siehe auch Renten Nachrichten in der 1. Beilage.)

21.23. April.

Bruder Bulgar und Bruder Serb. Aus Sofia wird gemeldet: In der Sobranje wurde mitgeteilt, dass Beschwerden von Bulgaren eingelaufen sind, die von serbischen Behörden in Makedonien misshandelt wurden. Ueber Wien kommt die Nachricht, dass eine bulgarische Bande (?) einen serbischen Munitionstransport zwischen Kuma- novo und Egripalanka angriffen. Nach heftigem Gefecht, in dem 80 serbische Soldaten fielen, nahmen die Bulgaren den ganzen Transport. Wie ein späterer Bericht meldet, fängt die Spannung zwischen Bulgarien und Serbien an, eine gefährliche Höhe zu erreichen. Ein bul­garischer Diplomat teilt dem Korrespondent des »Daily Telegraph in Wien mit, dass, falls Serbien die Städte, die Bulgarien vertragsgemäss gehören, nicht räumen sollte, Bulgarien ohne Kriegs­erklärung Truppen senden würde, um die Städte zu besetzen.

Armeeskandal in Verwicklung mit Krupp?

Bei der Heeresdebatte im Reichstag spielte der Sozialist Dr. Liebknecht auf das Gebahren der Firma Krupp und anderer Waffenfabriken an, wonach diese ihre Zuflucht zu unerlaubten Methoden genommen hätten, um in der franzö­sischen Presse eine antideutsche Agitation zu schaffen. Kriegsminister v. Heeringen gab zu, dass ein gerichtliches Verfahren in der ange­deuteten Hinsicht im Gange wäre, Krupp hätte entgegen den bestehenden Verfügungen von Offizieren Mitteilungen bekommen. Ver­schiedene Verhaftungen seien vorgenommen Worden. Auf weitere abfällige Kritik hin bezgl. der Firma Krupp erwiderte Heeringen, dass die

Heeresleitung aufs allerstrengste die Vor­kommnisse verurteilte, dass aber kein Landes­verrat oder Verrat militärischer Geheimnisse vor­läge. Es wäre gut, abzuwarten, was der Verlauf der gerichtlichen Untersuchungen ergeben würde.

Die Firma Krupp leugnet, dass einer ihrer Angestellten in Berlin, der auch angeklagt ist, von der Firma ausser seinem spärlichen Gehalt irgend welche weitere finanzielle Unterstützung von der Firma erhalten hätte, um Unteroffiziere zu be­stechen worauf die Klage lautet.

Schutzserum gegen Diphterie gefunden. Prof. Dr. Behring teilte anlässlich der Tagung des medizinischen Kongresses mit, dass er ein Diph- terieserum entdeckt habe, das für längere Zeit Schutz gegen diese Krankheit gewähre,

Der grosse Streik in Brüssel geht weiter.

Es erscheint ausgeschlossen, dass in der nächsten Zeit eine Einigung errejety, wird. Zwei grosse Zeitungen müssen ihren Betrieb einstellen.

Der neue Riese der Hapag, derImpera­tor, wird nach einer kurzen Probefahrt den Kaiser und andere hervorragende Gäste nach Malta und den kanarischen Inseln fahren.

Zwischen den Vereinigten Staaten und Japan ist eine intensive Spannung entstanden. Wie bekannt, verhindert Kalifornien die weitere Einwanderung von Japanern und will zu diesem Zwecke die sog. .Alien Landownership Bill (=Fremden-Landgesetz) zum Gesetz erheben. Nun fanden in Tokio dagegen heftige Protest­versammlungen statt, wobei von einem Redner verlangt wurde, es möchte sofort die Flotte nach den kalifornischen Gewässern gesandt werden. Tatsache ist, dass, die Regierung die jetzige japanisch-amerikanische Lage als die bisher gefähr­lichste ansieht. Es bingt Japan in eine ausser­ordentlich gehässige Lage, da es ausser Stande ist* Gegenmassregeln zu ergreifen und andererseits die Verbündete Regierung nicht gewillt ist, dagegen einzugreifen.

Aus Sacramentos wird gemeldet, dass das weitere Vorgehen mit Bezug auf die .Alien Bill* 4 auf die nächste Woche verschoben worden ist. Man will auf eine Aeusserung von Washington warten mit Hinsicht auf Japans Protest gegen den möglichen Bruch der Rechtsverträge.

Bryan telegraphierte an den Gouverneur von Kalifornien, indem er ihn bat, er möchte seine Unterschrift für die Alien Bill verweigern, da diese die Verträge Amerikas mit Japans zu verletzen geeignet sei. Das Telegramm besagt weiter, dass Präsident Wilson es als seine Pflicht erachte, den gesetzgebenden Körper Kaliforniens auf den internationalen Charakter der Land-Gesetzgebung aufmerksam zu machen. Präsident Wilson sei ernstlich bestrebt, die zwischen den ostasiatischen Nationen und Amerika so lange bestehenden freund­lichen Beziehungen zu hegen und zu pflegen. Er warnt Kalifornien gegen Anwendung der Worte .Unwählbar als Bürger. (Man kann es Kali­fornien nicht Qbelnehmen, dass es die Asiaten- Einwanderung eindämmen will. Die Red.)

Das Vermögen des verstorbenen Pierpont Morgan kann, wie das zuständige Amt sagt, nicht gut vor einem Jahre ausgerechnet sein. Seinen Verwandten hat er 85 Millionen Mark vermacht. Sein Vermögen inkl. die Kunstsammlungen, erbt sein Sohn. Die Witwe bekommt 4 Millionen

Mark einmal und jährlich 4 Millionen Mark Rente. Die Töchter erhalten 12,75 Millionen Mark jede, und jeder Schwiegersohn erhält 4,25 Millionen Mark. Für wohltätige Zwecke vermachte er 2*4 Millionen Mark.

Ein griechisches Geschwader kreuzt bei Port Said, wahrscheinlich mit der Absicht, um die Hamidjch, die im Mittelmeere andauernd grie­chische Schiffe beunruhigte, zu fassen. Die Schwierigkeit der Aufgabe Venizelos, die Voiksleidenschaften zurückzuhalten, wichst ange­sichts der Aeusserungen bulgarischer Politiker, die Saloniki für Bulgarien beanspruchen.

Der österreichischbulgarische Geheim­vertrag kam seinem Inhalte nach durch einen untergeordneten Beamten des diplomatischen Dienstes ans Licht. Wie die .Daily Mail meldet, sieht der Vertrag die Anerkennung öster­reichischer Interessen an der Nordkflste Albaniens vor, wogegen sich Oesterreich verpflichtet, Bul­garien diplomatische Hilfe für seine Aspirationen auf Mazedonien, westlich bis Ochrida, zu leihen.

Wie Reuter meldet hat sich das Gerücht, der Ex-König Manuel von Portugal hat sich mit der Prinzessin Augusta Viktoria von Hohenzollern (von der älteren, nichtreglerenden Linie der Hohenzollern) verlobt, bestätigt.

Die drei Motorbanditen wurden am ver­gangenen Montag in Paris hingerichtet. Sie benahmen sich bis auf Dieudonng, der zuletzt ohnmächtig wurde, frech.

Ueber die Nutzbarmachung der Panganifälle

bringt der uns wohlbekannte Herr Regierungsbaü- meister Domnick eine Abhandlung in denAnnalen für Gewerbe und Bauwesen". Danach kann die absolute Leistung der grossen Panganifälle auf 35000 und mehr Pferdekräfte (bei Niedrigwasser) angegeben werden. Die Ausführungen halten sich frei von jeder optimistischen Kalkulation; der Verfas­ser, dem eingehende afrikanische Erfahrungen zur Verfügung stehen, zieht bei jeder Berechnung die afrikanischen Verhältnisse in Betracht, was eine Garantie für ihre Richtigkeit bildet.

In erster Linie wird die Frage ventiliert, ob ein Bedürfnis im wirtschaftlichen Nordbezirk vor­handen ist. Hier kommt zuerst die Lage der Fälle in Betracht. Wie sich herausstellt, liegt das in Frage kommende Kraftwerk günstig, denn die Entfernungen der Bezirksämter Pangani, Tanga, Wilhelmstal von den Fällen betragen bezw.: 36, 60 und 175 km. 21 grosse, Maschinen­betrieb erheischende Pflanzungsbetriebe liegen in dem Aktionsradius der Kraftwerke. Ist nun für diese Betriebe die elektromotorische Kraftquelle auch wirtschaftlich von grösserem Vorteil? Eine wesentliche Verbilligung der Betriebe, meint der Verfasser,wird sich im Vergleich mit der zur Zeit allgemein in Deutsch-Ostafrika üblichen Betriebsart, der Dampfmaschine mit Holzfeuerung, nicht erreichen lassen Dahingegen ist mit Sicherheit auf eine Steigerung der Holzpreise, die heute schon eine nach Öertlichkeit schwan­kende Höhe von 1,50 Rupie bis 4, Rupie pro cbm erreicht haben, wobei wir Tanga selbst mit der höchsten Rate belegen müssen, zu rechnen. Ganz abgesehen davon, dass ein weitestgehen-