aoaMKltH OrjM Nr <h adMMnBMa htimBui m Dntldi-Ol
und „Küstenbote vom Norden"
VwöffwntUchungtstriU für Bnkmnntmachungwn dtr Kai9*ritcht«i BiMrdü
l ase rtf s— pretoc .
Bei einmaliger Aufnahme:
Für den Raum einer V« Seite breiten n. i cm hohen Annonce Rp. i od. M. 1,30.
Für den Raum einer 7,-Seite breiten u. 1 cm hohen Annonce Rp. uo od. Uk. 2.— Bei grösseren u. mehrmaligen Aufnahmen wird entsprechender Rabatt gewährt
Erscheint jeden Sonnabend
der Zeitung Rp. x.
Mk. 1^5 pro Monat Zahlbar viert» * im voraus. — Vertretung und li Annahme für Europa: Wilhelm Süsst rott, Hofbuchhlnaler Sr. Körigl. Hoheit des Grosahenogs von Mecklenburg- Schwerin, Berlin W. 30» Neue Winter- feldstraase 3 a.
Nr. 14. TANGA, den 17. April 1909. 8. Jahrgang.
V SMtMk-Oftairik» aal U» Mm.
Schon di« vorjährigen Kolonial-Dvbatten in der Budget- Kommission wie un Plenum des Reichstages haben mit genügender Deutlichkeit erwiesen, dass die durch den Staatssekretär Dernburg beabsichtigte Durchführung eines negro- and indo^philen Kolonial-Programms auch bei der Volksvertretung auf grossen Widerstand gestossen ist, so dass der Herr Kolomri-Staitasehretär schon im Verlaufe dar Debatten sich wiederholt veranlasst sah, teils seinem, hm nach seiner Ostafrifrs Barne bekanntgegebenen Stand
punkt unmittelbar widerepxeohende Erklärungen abzugeben, teils die anfänglich recht schroff gekennzeichnete NumEingebornen-Politik erheblich absusohwichen. Die anerst bekannlgegebenen Grundsätze, nach denen Exoellenz Dernburg eine wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Kolonie sich vorgestellt, standen auch in der Tat mit den grundlegenden Prinzipien jeder Kolonisation der Vergangenheit and der Gegenwert in einem derartigen Widerspruche, daß deren innerlicher Halt einer von sachkundiger Seite einstürmenden Kritik nicht 8tand zn halten vermochte. Nur die Außerachtlassung jener Momente, welche die Bedeutung der Kolonisation für die Gesamt-Interessen unseres Volkes und seine wachsende WeltmaohUtellnng in sich erschließen, ließen die Aufstellung eines solchen, nur der Gesamtheit der Eingebomen und nur einem geringen Bruchteil der Bevölkerung des Mutterlandes — nlmlich dem Großhandel— zu Gote kommenden Programmes, überhaupt verständlich erscheinen. Der Vorwurf eines mangelnden Verständnisses für dis 'rein nationalen Gesichtspunkte der Kolonisation ist Herrn Dernboig denn auch, wie' bekannt, im Reichstage nicht erspart geblieben. Der gesunde, völkisch-egoistische Sinn ist gottlob in unserem Volke und innerhalb eines GRosriril*. Mfan? parlamentarischen Yjgtreter nT stark
f^ta^ischST^Sopitislhen KoionWPoU# ^ m&n- chesterlicner Grundlage ausserhalb der Sozud-Demokratie und einer bestimmten Iptaressenten-Klasse gar .nicht in Frage kommen können. Kolonisation ist eben in enter Linie aof nationd- wirtaehaftliche und politische Machterweiterung des eigenen Volke« gerichtet
Sie entspringt dem Bedürfnis, der wachsenden Bevölkerung des Mutterlandes und dessen wirtschaftlicher Entfaltung den entsprechenden Ellenbogen-Raum zn geben. So ist es immer schon gewesen, seit Völker Über die Grenzen ihrer an
gestammten Wohnsitze hinaus sich Geltung zu verschaffen strebten. Der Sehnte der eigenen' berechtigten Wirtsohäfta- Interessen lag immer in der Herrschaft über auswärtige Gebiete. Die VerkäRmsae auf unserer Erde liegen denn rach heute noch so, dass eine andere Art der Ausbreitung^ram mindesten besüglich des deutschen Volkes, nioht geteilt werden kann, ohne den Lebensnerv der Nation zn gefunden. Ans diesen wohlerwogenen und tief begründeten Anschauungen heraus sind jene Männer, denen wir nnaeren Kokmial-Bamta zn danken haben, an' die Kolonial Frage haraagriraten und einzig and allda von diesen Gesichtspunkte ras Hast sich ein moralisches Recht auf die Beherrschung fremder Länder ehrlich begründen. Von diesem Gesichtspunkte ans müssen wir dann auch die Maisnahmen im Allgemeinen and im Einzelnen auf kolonialen Gebiete betrachten und durchführen. Es folgt heraus dann mit zwingender Notwendigkeit, dass in allererster Linie jede gesetzgeberische und yerwaltungs- technische Tätigkeit auf möglichst feste politische and wirtschaftliche Angliederung der Kolonien an das Mutterland hinzozielen hat. Diese Anguedernng kann nur erreicht werden, wenn man der wirtschaftlichen Betätigung und Ansiasig- machung einer möglichst grossen Anzahl Volksangehöriger im Neidende die Bahn öffnet. Nicht die Entfaltung der Flagge macht das Land zur deutschen Kolonie, sondern der faktische Besitz des Bodens und dessen Bearbeitung durch Dentsche, die zu seiner Verteidigung, alz nationaler Berits, mit Gut and Blut einsatreten entschlossen sind! Wir haben dabei immer zu bedenken, dass die Art der Teilung der Erde noch in keiner Wabe für alle Zukunft gewährleistet ist, weder zn nnserm Vorteil, noch zn unserm NaehteiL Wie oft schon war der bekannte Teil der Erde unter ihre Völker bereits verteilt! Haben wir Deotsohe, resp. Germanen rieht such in der Vergangenheit schon ganz andre Telia te Erdballs, selbst in Ifiaropa, önter unserer Herrschaft gehabt? Wir weiden demnach nnr Zukimft darauf immer BemkdK nehmen müssen, nioht allein die erworbenen Gebiete zn erhalten, sondern auch noch neue hinzuzuerwerben. Hinzu- suerwerben unter der eisernen Notwendigkeit des natürlichen Wachstums und Ausbreitungs-Vermögens unseres Volkes! Damit hat es zwar noch gute Weile; die Nutzbarmachung unserer jetzigen Kolonial-Gebiete in diesem Sinne ist aber die Aufgabe der Gegenwart
In Deutsch-Ostafrika ist Grand and Boden, weil eine relativ geringe Menschensahl die weiten Flächen des Landes
