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undKQstenbote vom Norden"

VeröffentUchungootetle für Bekanntmachungen der Kaiserlichen Behörder.

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Erscheint jeden Sonnabend

Nr. 20.

TANGS, den 20. Mai 1909

8. Jahrgang.

Die konstitairende Versamahmy nr Srflndimc des Landet-Terbandes

findet am 18. Jani im Hotel Kaieerhof in Daressalam statt. Fahrgelegenheit bietet anr Hinfahrt der am 16. Jnni hier abgehende D. O. A. L. Dampfer, anr Rückfahrt der am 23. Juni von Daressalam abgehende Gouvernements­dampfer.*

Im Interesse der Sache ist aahlreiche Beteiligung drin­gend erwünscht.

Wirtschaftlicher Verband der Nordbezirke F. L. BroschelL

* Siehe auch unter: Rundschau i. d. Kolonie d. Red.

k iFalaehe Wege zur Erhöhung deutscher Wehrkraft In der Kolonie!

Uns wird geschrieben:

An der sogenannten Viehboma am Quarebach (am Wege von Moschi nach Aruscha) haben sich vor Jahren mit Ge­nehmigung der früheren Militärverwaltung einige entlassene Askaris angesiedelt, deren Zahl mit der Zeit auf 2030 ge­stiegen sein mag. Die Absicht der Militärverwaltung war dabei, sich für Aufstandszeiten eine Art Reserve zu sichern. Diese Askaris schafften sioh bei den früheren billigen Vieh-

5 reisen etwas Vieh an und ergänzten dies womöglich da- uroh, dass sie bei den Sohensis einige Stück auf Vorschuss resp. ohne Gegenleistung in ewige Erbpacht nahmen, wie dies eben bei unseren lieben Askaris so landesüblich ist Der Segen des Herrn war mit ihnen, denn siehe da, während die GovemementaViehherde, die früher ebenfalls an der Vieh­boma stationirt war, an Zahl eher ab- wie zunahm, und die Kühe die bedenkliche Neigung zeigten, sich in Ochsen zu verwandeln, in welchem Bestreben sie von den umwohnenden schwarzen Viehzüchtern nach Möglichkeit unterstützt wurden, vermehrte eich das Vieh der alten Askaris in erfreulicher Weise. In wenigen Jahren kam der grösste Teil von ihnen zu Rinderherden von 200600 Stück, ganz ungerechnet die Schafe, Ziegen und Esel. Auch Bargeld stellte sich ein, und viele sind nicht nur im Besitz von Hunderten und Tausenden, sondern sogar von Zebntauseaden von Rupien, so dass sich

Einer schon den Luxus eines Steinhauses mit Wellblechdach leisten konnte. Mit der Wohlhabenheit stieg natürlich auch der Dünkel der Leute und die selbstverständliche Folge ist, dass ihre Aohtnng vor den Europäern auf den Nullpunkt gesunken ist. Dadurch sind sie von schlechtestem Einfluss auf die anderen Schwarzen, vor denen sie mit ihrem Reichtum sn Vieh nnd Geld prahlen und sich über die armen Europäer, die oft hart um ihre Existenz ringenden Ansiedler, die ihres Meinung nach nur der Hang er aus Europa getrieben habe, lustig DaeeesMMlMMlKSttfiuae macht sich besondere

in der Landschaft Madschaxne deutlich bemerkbar.

Als s. Zt die Militärverwaltung diesen Askaris einig« tausend Hektar zum Weiden ihres Viehs in jederzeit widerruflicher Weise überliess, ging diese wohl von der Ansicht aus, dass man die« Land später Ansiedlern ge­ben würde. Denn gerade dieses erstklassige Weideland mit vorzüglichen Wasserverhältnissen, dicht unterhalb der reich­bevölkerten Landschaft Madschame and nahe bei Mosch! liegend, würde sich zur Ansiedlung von kleineren Viehzüch­tern ausgezeichnet eignen. Weiter kommt noch dazu, dazs am Quarebach grössere Strecken Schwemmland liegen, die sich nach den bisherigen Versuchen für die Knltnr von Kaut­schuk, Kaffee, Mais, Reis als brauchbar erwiesen haben, und dass die Bahn nach Arnsoha, die ja, wenu in dem bisherigen Tempo weitergebaut wird, immerhin in ca. 10 Jahren ihr Endziel erreichen wird, dieses ganze Gebiet durchschneidet.

Man sollte also denken, dass das Bezirksamt ernstlich daran denken würde, dieses Land deutschen Viehzüchtern zn geben, besonders da grosse Nachfrage nach Weideland herrscht. Weit gefehlt, das würde ja fast aussehen, als ob man bei der Siedlung von nationalen Gesichtspunkten ans­ginge, und leben wir doch in Dentsch-OBtafrika, wo, wie in Liberia, die Regierung in enter Iinie dem Grundsatz huldigt, der Schwane mflaee unter allen Umständen vor dmn Weissen bevorzugt werden. Also dieses Land soll den guten Schwarzen zu denselben Bedingungen wie den anderen weissen Ansiedlern verpachtet werden, d. h. der jetzige provisorische Zustand soll in einen dauernden verwandelt werden, ja das tollste ist, man hört sogar davon, dass diesen Askaris, da da* bisherige Weideland für ihre stark an- gewaehsenen Herden bei weitem nicht mehr genügt, Land am rechten Ufer des Sanya im Concess ionsgebiet der in Konkurs befindlichen Kilimandjaro Handels- and Landwirt­schafts- Gesellschaft verpachtet werden soll. Zar gleichen