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Rofbochhlndler 8r. Köuigt. Hoheit des Groaaheraogs von Mecklenbmg-Schweria. Berlin W. 90 None Winterfell-

Nr. 14. TANGAj den 9« April 1910« 9. Jahrgang.

+ Zur Besiedlungsfrage.

Die Bahn nach dem Kilimandscharo-Meru-Gebiet schrei­tet rüstig vorwärts and durch sie wird eine bequeme und schnelle Verbindung von der Küste zu einem der für Euro­päer besiedlungsfähigsten Hochländer des Nordens unserer Kolonie geschaffen sein. Hand in Hand mit der Knüpfung jenes Bandes, das die Küste mit jenen Besiedlungsgebieten verbinden soll, wird nun auch der Strom der Siedler fliessen müssen, deren frischem Schaffensdrang dort noch ein weites Feld offen steht und die dafür sorgen müssen, dass der Schienenstrang, wenn er sein vorläufiges Ziel erreicht hat, auf dem Rückwege der Züge zur Küste ebenso oder mehr mit Gütern beschwert ist, wie beim Aufstiege.

Leider ist die Besiedlung unserer Kolonie insbesondere auch ihrer uördlichen Distrikte mit Europäern in letzter Zeit wieder recht langsam und zaghaft erfolgt und steht in keinem richtigen Verhältnis zu den schnell besser gewordenen wirt­schaftlichen und sanitären Verhältnissen in Deutsch-Ostafrika. Es gilt deshalb für uns, heimische auswanderungslustige Kreise immer erneut auf unsere Kolonie hinzuweisen und si davon abzuhalten, ihre Arbeitskraft und ihr Geld nichtdent- schen Ländern zuzuführen.

Treffende Worte mit der Absicht, unsere deutschen Auswanderer nach Ostafrika zu lenken, findet Professor Dr. R. Dove in der Deutschen Kolonialzeitung. Er schreibt:

Die Besiedlung tropischer Hochländer durch Europäer, die früher fast nur theoretisch behandelt wurde, ist augen­blicklich zu einer sehr wichtigen Frage der praktischen Ko­lonisation Deutsch-Ostafrikas geworden. Als sie, im Beginn unseres jüngsten kolonialen Zeitalters, zuerst in Deutschland erörtert wurde, machten die derzeitigen Gegner unserer Schutzgebiete, unter ihnen besonders E. Richter, gegen die Auswanderung in die eigentlichen Tropen hauptsächlich gesund­heitliche Bedenken geltend, die vernünftigerweise auch damals nicht sowohl in der Herrschaft der Malaria, als vielmehr in dem Satze gipfelten, dass die andauernde Gleichmässigkeit der Temperaturlage mit der Zeit zu einer Schwächung der körperlichen und schliesslich selbst der geistigen Funktionen führen müsse. Dass sich bei Bevölkerungen nordeuropäischer Herkunft eine Abnahme der reinen Energie nach längeren Zeitläuften geltend macht, soll durchaus nicht bestritten wer­den. 8chon ein so vorzüglicher Kenner der einschlägigen Verhältnisse wie Geheimrat G. Fritsch hat gestützt auf die j

von ihm gesammelten Erfahrungen im aussertropischen Süd­afrika, darauf aufmerksam gemacht, dass eine geringere Ener­gie, die hier aber auf keinen Fall mit physischer Kürp r- kraft verwechselt werden darf, bei den Bewohnern jener Län­der sich nachweisen lasse, als deren Ursache er mit vollstem Recht das Fehlen der wohltätigen Einflüsse umeies Winters ansieht Wer die ältere Burenbevölkernng Südafrikas kenot, wird in der Tat manche Züge beobachten können, die die Richtigkeit des von dem Berliner Gelehrten aufgestellteQ Satzes beweisen. Aber man muss bedenken, dass es sich bei vielen der im Innern ansässigen Elemente bereits um die fünfte in Afrika ansässige Generation handelt und dass ge­rade diese Leute, welche die Kapkolonie bereits in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verlassen hatten, nnr noch sehr geringen Zuzug aus Europa erhalten haben, denn eine Blutmiscbung wit den Engländern trat bei ihnen nicht ein, und die holländische Einwanderung in das Innere hatte seit der Besitzergreifung des Landes durch die Britten völlig nachgelassen. Dass diese Bauern, die ja später den Kern der Bevölkerung in den ehemaligen Burenstaaten bildeten, von jenem erwähnten Nachteil abgesehen, Anzeichen rein körperlicher Entartung aufwiesen, wird aber selbst ihr grim­migster Gegner nicht behaupten wollen.

Nun gleicht wenigstens die Temperatur auf den inneren Hochländern, soweit sie für die Besiedlung in Betracht kom­men, im Jahresmittel annähernd genau den Mittelwerten der wärmeren Landschaften des aussertropischen Südafrika. Auch der Wert von 20°, den man vielfach als die Grenze der ech­ten Tropentemperaturen ansieht, braucht niemand ängstlich zu machen. Er bezeichnet auch die Mittelwärme der mittle­ren Küstengegendcn von Natal, und wer die gesunde und kräftige Europäerbevölkerung von Port Durban, wer die fri­schen Gesichter der englischen Frauen und Kinder in jenem Hafenort sieht, von denen viele im Lande selbst geboren und aufgewachsen sind, der wird schwerlich das Gefühl ge­habt haben, sich unter den weissen Bewohnern einestropi­schen" Landes zu befinden.

Schliesslich aber gipfelte der Hauptvorwand jener alten und auch mancher heutigen Gegner des Besiedlungsgedankens in der Behauptung, dass der lange, beziehungsweise dauernde Aufenthalt europäischer Familien in den echten Tropenlän­dern, zu denen ja allerdings Südafrika nicht gehört, aus ir» gendwelchen uns noch unbekannten Gründen physiologischer Art nur zwei bis drei Menschenalter währen könne und dass