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und „Küstenbote vom Norden
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TANGA, den 5. November 1910.
Jahrgang 9
Nr. 44.
Vom deutschen Kolonialkongress 1910.
Am (5. Oktober trat im Plennrsitzungssanle des Reichstags uuter dem Präsidium des Herzogs Johann Alhrecht zu Mecklenburg der dritte deutsche Kolonialkongress zusammen. An dem Kongress nahmen weit über 1000 Personen ans allen Bevölkerung»*- und Erwei bsklassen teil. Die Zahl der Veranstalter, der sich beteiligenden Vereine, Gesellschaften und Korporationen hat «ich erheblich gegenüber dem letzten Kongress vermehrt, ihre Zahl ist von 87 auf 126 gestiegen. Besonders firl attf # dass dieTeilnabme aus allen Kreisen des Erwerbslebens, aus Landwirtschaft, Handel und Industrie zahlreichergewordeuist.
Kurz nach 10 Uhr Vormittags des 6. Oktober eroffnete der Vorsitzende, Herzog Johann Alb recht den Kongress und führt etwa folgendes aus:
„Zum drittenmal ist es mir vergönnt, den Deutschen | Kolonidkongres« zu eröffnen und eine so zahlreiche, glanzende Versammlung begriisaen zu dürfen. Durch die Erfolge von 1902 und 1905 ermutigt hat es die Deutsche Kolonialgesellschaft wiederum uoter- nommmen, Sic hierher zu laden. Die Förderung und Entwicklung unserer Schutzgebiete, dieses neuen Deutschlands, liegt uns am Herzen. Von 70 Vereinen und Instituten, die den Deutschen Kolonialkongress von j 1902 veranstalt* t haben, ist ihre Zahl in diesem Jahre auf 126 an^ewachsen. ;
Der Kongress von 1905 stand unter dem Zeichen der wirren und j Nöte, von denen unsere afrikanischen Schutzgebiete hcimgvsucht wurden, j Die Fackel des Aufruhrs tobte durch die Lande, und viele aussichtsreiche Arbeit drohte vernichtet zu werden. Damals erhoben umerc Gegner j ihre Stimme und erklärten unsere Kolonien für überflüssig und der Opfer an Gut und Blut nicht wert. Heute können wir voll stolzer Zu- versieht den Blick auf unsere Schutzgebiete richten. Deutscher Fleis« j und dt titsche Ausdauer haben die Spuren des Aufstandes verwischt, sic ha- . ben das La* d wieder nutab&r gemacht, und wir haben das Innere dem Verkehr erwhlnssen Es geht in unseren Kolonien mit Macht vorwärts. Natürlich gibt es so manche schwebende Fragen zu lösen. Dazu ist ein mündlicher Austa* sch auf einem Kongresse wie die*fm geeignet. 550 ' dürfen wir mit voller Sicherheit erwarten, dass wir auch diesmal unseren Zielen näherkommen zum Nutzen und Besten unserer Kolonien und des mit ihnen vereinten deutschen Vaterlandes. Ich eröffne damit den Kongress (Lebhafter Beifall}. Als erste« scheint mir notwendig zu sein, demjenigen einen Huldigungagruss zu senden, der für Deutschland« Machtentfaltung so viel getan hat. Ich sch'age Ihnen vor, folgendes Telegramm an »Se. Mejesta* den Kaiser zu seudcii: Dcui erlauchten und machtvollen i^chirmherrn der deutschen Schutzgebiete entbietet der heute eröff- nete, von 126 gemeinnützigen Vereinen und Instituten veranstaltete dritte Deutsche Kolonial kongress ehrerbietigen H uldigungsgruss. Er gelobt, unter Ew. Majestät Führung an der deutschen Ubersee-Kulturarbeit treu rnitzu wirken.“
Alsdann bemüsstc im Auftiage des Reichskanzlers und des Staatssekretärs des Reichskolonialamts der neuern&nnte U n t c r 9 t n a s s <» k ' e t ü r D r. Rn h m cr d«n Kongress und sagte 11 . a. folgendes:
„Fs ist mir der ehrenvolle Auftrag geworden, den dritten deutschen Koloniatkongress im Numeri dsRciclnkmzDr* und des Stau««ekrotärs des Reiehskolonialamts herzlich zu begriis-cn. Zugleich hat Hen Staiis^e- kretür v. Liodequist mich gebet - n, den Veranstaltern und Teilnehmern des Kongresses «ein lebhaftes Bedauern dar ober auszusprechen, dass es »hm selbst nicht möglich wäre, an den Verhandlungen teilzunehmen. Uber ihrer letzten Tagung 1905 lagen schwere Zeiten. Unsere drei grasten afrikanischen Schutzgebiete litten unter Wirren und Nöten, die iu viele deutsche Familim bcnwtie» Leid brachten und viele wirtschaftliche und kulturelle Güter zerstört haben, ln mamhee deutsche Herz hat sich Kleinmut und Versagung eingeschlichen. Es war der tranige Zeitpunkt, absoluten Niedergangs der kolonialen Bewegung, d«r Zeitpunkt in dem unsere Gcnger den Augenblick gekommen glaubten, zu einem vernichtenden Schlage gegen die gesamte Kolonialpolitik auszubolen. ln diesen trüben Zeiten der Prüfung bzdeutet der zweiten deutsche Kolonial- kongress insofern eine wertvolle Unterstützung der kolonialen Sache, als «ich auf diesem Kongress zeigte, dass noch Männer in Deutschland vorhanden waren, die persönlich dem kolonialen Pessimismus entgeg ntraten und öffentlich erklärten, d**s sie sich in ihrem Glauben an die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft unserer Kolonien nicht irre machen Hessen.
Unvergesslich wird es bleiben, das« damals Mät.nrr der Wissenschaft und des Geschäftelebens aufgetreien rind und, gestützt auf ihre Erfahrungen, da*« Dogma vertreten habeu f dass wir in Deutschland Kolonien brauchen, dass die Verfolgung einer zielbewussten Kolonialpol Pik für Deutschland Bedeutung hat für die koloniale und wirtschaftliche Selbstverwaltung. Diese Kämpfer für unsere koloniale ^ache haben recht behalten. Wir können onne Oberhebung getrost sagen, da«- in den letzten 5 Jahren unsere koloni«le Sache eiuen wichtigen Schritt vorwärts gemacht hat. Eine Reihe unserer Überseeischen Besitzungen hat eine wirtschaftliche Entwicklung genommen, die selbst we tgehende Hoffnungen übertroffen hat. Der koloniale Gedanke ist in weiteste Kreisen de« deutschen Volkes hineingetragen worden und er hat vor allem mit siegreicher Macht Einzug g'hnlMi auch in dieses Haus, in die Vertretung des deutschen Volke*. Das Vertrauen des deutschen Publikums auf die finanzielle Prosperiiät- unsorcr Kolonialen Anlagen wächst mehr und nHir. \b-hr n»’d nmhr tritt auch dass deutsche Grosskapital aus der anfänglichen den Kolouien- gegenüber e «»genommenen zurückhaltenden Stellung hervor, mehr und mehr drang’U sich die kolonialen Angelegenheiten in den Vordergrund. Diese erfreulich fortschreitende Erschliessung unserer St hutzgebnte -tollen an die Kolonialverwaltung fottgrsetzt neue grosse Aufgaben. Technische und kommerzielle Probleme, an die noch vor kurzem niemand dachte, drängen sich in den Vordergrund des Interesses. Immri neue rechtliche, wirtschaftliche und kulturelle Fragen harren ihrer Lösung. In dusem Stadium der fortschreitenden Erschliessung unserer Kolonien kann die Reicbskolonialverwaltung keine mächtigere Unterstützung fuid:n, als in den Anregungen und Belehrungen einer *0 hervorragenden Versammlung wie dieser! Seien Sie überzeugt, das« wir Ihre Verhandlungen mit warmen Interesse und voller Aufmerksamkeit begleiten.
Hierauf wurde in die Tagesordnung eingrtreten. Als erster sprach der Präses der Hamburger Handelskammer 3 0 h i n c k e l über die K o ! o n i a 1 \v i r t s 0 h 1 f t n I * E t' ( l ( i < ni(
I unserer heimischen Landwirtschaft:
