nach dieser Zeit eia Anesterbea ii^falgp Aufhörens der Nach­kommenschaft die Folge der feateo Anaiedluog in den Tro­pen sein würde. Dass zunächst die Temperatureinflüsse nicht su solchem Ende führen, zeigt der Vergleich mit Süd­afrika auf das deutlichste. Ich wage als Geograph überhaupt zu bezweifeln, ob sich vielleicht, von gewissen Strahlungsein- flüssen abgesehen, ein tiefeingreifender Unterschied zwischen den Wirkungen des Klimas der echten Tropenländer und dem der ihnen benachbarten aussertropischen Lander hin­sichtlich der Beeinflussung des menschlichen Körpers wird nach weisen lassen. Sollte man indessen andersgearteten Ein­wirkungen der Luftfeuchtigkeit, deren aussergewöhnlich gerin­ger Grad in Südafrika ja ein die Gesundheit ausserordentlich forderndes Element bedeutet, in den inneren ostafrikanischen Landschaften Wirkungen zuschreiben, die eine allmähliche Abschwächung gewisser physiologisch wichtiger Funktionen bedeuten würden, wie sie jene Gegner dem Tropenklima im engeren Sinne zuschreiben, zu dem ja trotz geringerer Wär­megrade auch das der Hochländer gehört, nun so lässt sich dem doch mit einem sehr einfachen Einwande begegnen. Meines Wissens ist er den grundsätzlichen ßekämpfern der Tropeasiedluog noch nicht entgegengehalten worden und da­rum mag er hier Platz findeu. Zugegeben, die erwähnte Behauptung von dem Aussterben bereits der dritten Gene­ration von Nordeuropäern bestände zu Recht, was doch min­destens erst durch überzeugende Erfahrungstatsachen bewie­sen werden müsste, die wir bis jetzt kaum bezitzen. Ja, was soll denn dann bei uns zuhause mit den grossen Städten werden? Die Ergebnisse der Statistik werden doch vielfach dahin gedeutet, dass auch die Bevölkerung der grossen Städte, soweit sie ganz auf sich selbst angewiesen isf, nach einer Folge von mehreren Generationen dem Aussterben nahe ge­bracht werden würde, wenn sie nicht foi (dauernd von aussen her frisches Blut angeführt erhielte. Und doch hat wohl noch niemand behauptet, wir müssten aus diesem Grund** die Zuwanderung in jene Orte ubschneiden. Wenn also dieser Einwand gegen die Tropensiedlung wirklich den Tatsachen entpricht, dann wird sich eben derselbe Vorgsmg wie in unseren Riesenstädten in verkleinertem Masse auch in den künftigen deutschen Siedlungen der ostafrikanischen Hoch­länder abspiclen. Wir kolonisieren doch wahrlich nicht, um der einzelnen Familie eine jahrhundertelange Fortdauer zu gewährleisten, sondern um unseres ganzen Volkes willen. Zudem wäre cs fast erwünscht, wenn eine häufigere Zufuhr rischen Blutes aus der nordischen Heimat durch solche Um­stände veranlasst würde. Denn abgesehen davon, dass sie auch für spätere Geschlechtsfolgcn das Band, das diese mit der Heimat verknüpft, fester schlingt, würde ja auch noch jene tatsächlich in gleichwarmen Ländern unvermeidliche Ab eh wachung der nervösen Energie durch sin völlig un­schädlich gemacht werden.

Diese Furcht, der noch ein Virchow öfters Ausdruck verlieh, braucht uns also tatsächlich nicht zu beschleichen. Im Gegenteil erscheint es gerade/u wünschenswert, dass der Zuzug aus vier Heimat auch in späteren Zeiten ermöglicht wird Abziigeben wird das deutsche Volk bei seiner unge­brochenen Kraft wohl auch dann noch solche Elcme.it c ha­ben, die imstande sind, dafür zu sorgen, dass drüben eine Verkümmerung der weissen Kolonien in keinerlei Weise ein tritt.

Dass wir in unserem deutschen Ansiedlcrtum eine grosse KolonLationskraft besitzen und diese auch anzmvenden ver­stehen, wird niemand nbstreituu können. Wenn in den letzten Jahren in manchen Ausiedlerki(äsen eine gewisse Verzagtheit lind Mutlosigkeit Platz griff, die vielleicht auch hemmend auf die weiss»* Kolonialsatiousarbeit wirkte, so haben wir die­ses dem eigenartigen, die europäischen Kolonisten bei Seite stellenden Regierungssystem de»* A*»ra Dernburg-ReclieiileTir zu veid-nkc;i. d.i> wohl auch c'.on .nanelnu» D iiNchcu von einer Ansiediung in I 'utsch-( hstnfr 'ihn abgeschreckt hat

Der Etft für Deutsch -Oft tatrifca auch ln dritter heanng |^vQIIft.

Am 23. März nahm, wie aus Berlin telegraphisch hier­her berichtet wird, der Reichstag den Etat für Deutsch-Ost- afrika in dritter und letzter Lesung en bloc an. Nur die Besoldungsvorlage für die Kolonialbeamten wurde abgesetzt bezw. gestrichen.

Schon in der Budgetkommission des Reichstags war Ende Februar auf Antrag des Aggeordneten Dr. Paasche die neue Beaoldungsordnung abgelehnt und der Etat mit den alten Besoldungssätzen der Kolonialbeamten geneh­migt worden, sodass man dies auch vom Plenum ei warten konnte.

Aus den Verhandlungen betreffend die BesoldungsVor­lage in der Budgetkommission haben wir den Eindruck ge­wonnen, dass es auch dem Staatssekretär Dernburg nicht recht darum zu tun war, die Kolonialbeamten besser zu stel­len, denn sonst hätte er es sohon erreicht. Im Gegenteil wir glauben, dass jene Abgeordneten, welche sich gegen die Be­soldungsvorlage ausgesprochen und ihre Ablehnung bewirkt haben, sich die Gt finde hierfür erst vom hohen Regierungs­tisch haben zuflüstern lassen.

Wir bedauern die Ablehnung der Vorlage hauptsächlich unserer älteren und erfahrenen MiUelbeamlen wegen, derun materielle Besserstellung, um sie der Kolonie zu erhalten, dringend erforderlich wäre; und wir verstehen die Versuche nicht, die auch im Reichstage gemacht worden sind, jene in ihren Kompetenzen gar noch zu beschneiden

Zar Rückkehr des Gouverneurs von Rechenberg.

Mitteilungen aus amtlicher Darcssalaraer Quelle zufolge wird der Gouverneur Freiherr von Rechenberg im Mai wieder in der Kolonie eintreffen. Die Rückreise des Geheimen Re­gierungsrats von Spaldiug nach Europa dürfte jedoch vor­aussichtlich erst im Juni oder Juli erfolgen.

Mit letzter Post geht uns übrigens aus Berlin eine Nacn- rieht zu, wonach die Nichtrückkehr des Gouverneurs von Rechenberg nach Dentsch-Ostafrika bereits beschlossene Sache gewesen sei, dass jedoch der plötzliche und unerwartete Rücktritt des Gouverneurs von Sebuckmanu von seinem Posten in Deutsch-Südwestafrika Reichskanzler und Kolonialamt bewo­gen hätte, mit dem Gouverneurswechsel in Deutsch* Ostufrika noch etwas zu warten, da sonst der Staatssekretär Dernburg in eine schiefe Lage gekommen und vielleicht alsRitter Blaubart verschrieen worden wäre.

Aus Tanga und Umgebung.

P r i n z 1 i c h e r Besuch. Mit ReichspostdampferKönig*, trafen am Sonnabend den 2. April von einer Jagdexpedilion in ßritisch-Ostafrika kommend S I). Prinz Moritz von Se.haumbnrg-Lippe mit Graf Günther von Pfeil und Gemah­lin zu einem Besuche von Usumlmra in Tanga ein und nah­men im HotelDeutscher Kaiser Wohnung. Am Sonntag ahond fand zu Ehren Sr. Durchlaucht ein öffentliches Kon­zert der Schülerkapelle auf dem Bismarkplatz statt, dem der Prinz bis zum Schlüsse beiwohnte. Montag früh fuhren Se. Durchlaucht sowie Graf und Gräfin von Pfeil mit Jcm fahr- planmiisMgen Zuge nach Kihuhui, woselbst die Herrsehaften von dem Leit *r der Prinz Albrecht-Plantage Kihulmi Herrn Horst von Horn empfangen wurden und auch in dessen Haus unferkaiiicti und übernaebtet*ui. Am Freitag früh er­folgte von Kihuhui der Aufstieg nach Anmni /.um Besuche des Instituts und am Mitwoeli der Abstieg von Amani nach Xvussi, woselbst die Herrschaften der Pflanzling des H jrrn Horst von L«*kow einen Besuch ah-Un«*eton *-nd :*ueh do (selbst bis zum Donneistmi verblieben. Am Mittwoch Vormittag fuhr der Prinz mit dem gräflichen Paar per Bahn nach Mombo