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UiabMiglges Organ Ifir die »trfsdtafflldien Interessen non DentsA-Ostalrika

Usamtiara-Post

Mit den Beilagen

Mar1to«Mpr«laa: Bei einmaliger Auf­nahme für den Raum einer fünftel Seite breiten

Illustrierte Beilage zur Usambara-Post* undKilimanjaro- nnd Meru-Zeitung"

der Zeitung direkt vom Vertag oder im Post­bezug für *' 4 Jahr 4,50 Rp. = 6 Mark.

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Erscheint jeden Sonnabend.

Berlin SW. 68, AJexandrinenstr. HO. Fernspr.: Moritzplatz, 1784 nnd 14084.

Nr. 3. TANGA, den 17. Januar 1914. Jahrgang 13.

DieUsambara-Pest wird in 2 Monaten wieder erscheinen. Wir bitten unsere Freunde und Gönner, schon jetzt mit dem Sammeln des Materials beginnen zu wollen und uns solches tunlichst früh­zeitig zuzusenden.

Letzte Nachrichten.

Wolffs Büro.

Vorm Gericht Alles frei!

12. Januar. Strassburg. Reuter und Schad wurden freigesprochen und die Kosten der Staatskasse auferlegt. In der Berufungsverhand­lung wurde Leutnant von Forstner freigespro­chen. (Dieser hatte für die Misshandlung des Krappeis 43 Tage Ge&ngnis bekommen. Die Red.)

WirtschaftskAmpfe in Südafrika.

Kapstadt. Der Streik der Eisenbahner in Südafrika nimmt zu. Die Lage ist sehr ver­schärft. Mehrere Dynamitansdiläge gegen Züge haben statt gefunden. Militär, Polizei und Miliz wurden mobilisiert. Die eingeborenen Arbeiter der Diamantminen Jagersfontein meuterten. Sie brachen aus der Reservation aus und versuchten die Stadt zu stürmen , die von 500 Weissen verteidigt wurde. In einem heftigen Kampfe wurden 7 Eingeborene getötet, 36 verwundet , sowie 12 Weisse verwundet. Die Ordnung ist wieder hergestellt.

Tangas Ein- und Ausfuhr im Kalenderjahr 1913.

Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet.

Trotzdem das ganze Geschäft unter grossen Schwierigkeiten, zu denen in erster Linie die Depression auf dem Kautschukmarkt zu rechnen ist, stattfand, hat sich der Handel Tangas gehoben, wenigstens, was die Ausfuhr betrifft. Die Einfuhr ist bezüglich verschiedener Artikel nicht unbe­trächtlich gegen das Vorjahr zQrQckgegangen. Der Grund hierfür ist teilweise in der durch die Wirt­schaftskrise geschwächten Kaufkraft der Europäer wie der Schwarzen zu suchen, andererseits aber wirkt die Produktion im Norden in progressiver Weise vermindernd auf die Einfuhr.»

Die Einfuhr von Reis , die ungefähr6000Tonnen betrug, ist gegen 1912 unverändert geblieben, die von Zucker hat gegen das Vorjahr etwas abgenommen, die von Tabak um 11000 kg zugenommen. An stillen Weinen, Branntwein und Bier ist merklich weniger importiert worden, als im Vorjahr. Zement und Petroleum wurde weniger eingeführt, die Einfuhr von Baumwoll- geweben ist mit 644905 kg (im Vorjahr 647018 kg) noch ziemlich gleich geblieben. An Eisenwaren und Wellblech ist ganz erheblich weniger als im Vorjahr importiert worden.

Die Ausfuhr. Die erste auffallende Ziffer erscheint in der Ausfuhr von Hülsenfrüchten (Bohnen u. dgl.). Im vergangenen Jahre wurden 129563 kg gegen 284 400 kg im Jahre 1913 aus­geführt. Hierzu kommt noch eine Zahl, die in der Zollstatistik Moschi aufgeführt wird, die uns aber nicht bekannt ist. Auffällig ist die Exportziffer des Kaffees , die im Vorjahre 892324 kg betrug, in der Zollstatistik Tangas in diesem Jahre aber nur 369751 kg zeigt, trotzdem bekannt ist, dass

die Kaffeeproduktion am Kilimanjaro und Meru gegen das Vorjahr bedeutend gestiegen ist. Infolge des Umstandes jedoch, dass das Zollamt Moschi nunmehr den Kaffeeexport des Kilimanjaro und Meru bucht, sind wir nicht im Stande, anzugeben, um wieviel die Ausfuhr 1913 zugenommen hat. Wir werden dies jedoch nachholen.

Eine erfreuliche Höhe zeigt die Ausfuhr von Kopra. Sie betrug 1323 234 kg gegen rund 930000 kg im Vorjahre. Nur die Jahre 1906, 1907 und 1911 weisen etwas höhere Zahlen auf, jedoch ist der Preis für Kopra in 1913 der höchste, der bisher da war (612306 Mark). An Baumwolle kamen nur 57 813 kg zur Verschiffung gegen 225770 kg im Vorjahr. Eine imposante Höhe zeigt aber Sisal; es wurden aus Tanga ausgeführt im Jahre 1913:

16 524 647 kg im Werte von 8572475 Mark.

Die Ziffern setzen sich aus der Produktion der drei Bezirke Tanga , Pangani und Wilhelmstal zusammen. Tanga und Wilhelmstal produzierten: I. Qult. Hanf 11932371 leg im Werte von 6487119 Mark Abfall- . 495 069 . . . . 161 689 .

I. Qnlt. Hanf 3663077 . . .1795 932

Abfall- 434 184 .127 735 ..

Total: 16524647 kg im Werte von 8572 475 Mark.:

Das sind 16524 Tonnen, mithin mehr, als diej Gesamtjahresernte von ganz Deutsch-Ostafrika im] Jahre 1912 betrug. Die diesjährige wird eine sehr viel höhere Zahl sind bis dahin einige neu angelegte Pflanzungen, bzw. Erweiterungen von solchen, schnittreif dere sind bereits fertig, so z. B. die 500 ha-Scham! des Herrn von Lekow, die an 1% Million*.. Pflanzen erstklassigen Sisals enthält. Die Fabrik anlage wird in der allernächsten Zeit ihren BetrieF aufnehmen.

Die Ausfuhr von Kapok hat auch zugenommen wenngleich nicht so bedeutend, als wir im ver­gangenen Jahre angenommen hatten; es sind 61243 kg im Werte von 73865 Mark (1912: 53021 kg im Werte von 62551 Mark.)

Der Export von Gerberrinde belief sich auf 635 Tonnen im Werte von 13392 Mark.

Kommt das Schmerzenskind, der Kautschuk (Manihot, denn nur noch 490 kg Wildkautschuk kamen aus Tanga). Im vergangenen Jahre (1912 13) betrug die Gesamtproduktion an Manihot-Kautschuk in Deutsch-Ostafrika etwas über 900 Tonnen, hier­von hatte Tanga 875 Tonnen ausgeführt. Trotz­dem nun der Kautschukmarkt prohibitiv niedrige Preissätze aufwies, gerade die grössten Betriebe teilweise aufhörten, zu arbeiten, teilweise ihre Arbeiten sehr einschränkten, trotz mancher anderer, sehr ungünstiger Umstände wurden von Tanga 1060 Tonnen Manihot-Kautschuk exportiert, (genau 1 060 705 kg), die einen Wert von 4 950 392 Mark repräsentieren. Es kommen demnach aus Sisal und Kautschuk rund 13 1 , Millionen Mark Exportwert heraus. Bei Preisen wie sie der Kautschuk noch 1910 geholt hat, wäre der Kautschuk 8,48 Millionen Mark wert gewesen. Tempi passati, die nie wiederkehren!

Eine stetige Erhöhung weist auch die Ausfuhr von Häuten und Fellen auf. Im Jahre 1912 wurden 318 792 kg im Werte von 372 019 Mark exportiert, während die Ausfuhr von 1913 bereits324 913 kg beträgt mit einem Werte von 504 812 Mark. Die Bruttoeinnahmen des Hauptzollamts haben rund eine Million Rupie betragen.

Zieht man, wie oben schon gesagt, die widrigen Verhältnisse in Betracht, die während des ganzen Jahres herrschten, so wird man un­seren Pflanzern die grösste Hochachtung dafür aussprechen müssen, dass sie solch Tüchtiges lei­steten. Das neue Jahr bringe auch eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse! Und wir haben Ursache, diese Besserung zu erwarten; wie ein während der Niederschrift dieser Zeilen eingegan­genes Reutertelegramm besagt, ist auch der eng­lische Bankdiskont gesunken. Er ging auf 4 1 a o herab.

Zur wirtschaftlichen Lage am Kilimanjaro.

In der Zeit, da sich die wirtschaftlich an erster Stelle stehenden Pflanzer des Kilimanjaro, die Kaffeepflanzer, einmütig zusammentun, um für die , Zukunft eine starke Basis zu gleichmässiger, erspriesslicher Arbeit zu legen, kommen andauernd I Klagen Ober den Vertreter des dortigen Bezirksamts, ; die in einem höchst unerfreulichen Kontrast zu dem ' wirtschaftlichen Vorwärtsringen am »weissen f Berge" stehen. Wir geben als Probe den folgenden » Briefeines bekannten, dortigen Wirtschaftlers wieder -

»Seit einiger Zeit herrscht hier am Kilimanjaro eine schwüle und gedrückte Stimmung , die * sich zu einer nervösen Gereiztheit ausgebildet. hat, und die in absehbarer Zeit vielleicht zfl unvorhergesehenen Zwischenfällen führen mus^Ll (!!Die Red.) J

Der Vertreter des hiesigen Bezirksamts scheitln sich die grösste Mühe zu geben, den hiesige« Pflanzern und Ansiedlern Schwierigkeiten undf Unannehmlichkeiten zu machem, und das Publikunr durch fortwährende, schwere, unangebrachte Ver­fügungen und Erklärungen, denen bei den zunächst Betroffenen sofort eine Polizeistrafe folgt, zu ärgern, wodurch der Widerstand der Pflanzer noch gesteigert wird.

Dieser Widerstand hat bis jetzt nur zu ver­schiedenen Beschwerdeeingaben an Se. Exzellenz den Gouverneur geführt; es wird hier allgemein gehofft, dass durch energisches Einschreiten seinerseits weitere Schritte der hauptsächlich be­troffenen Pflanzer nicht nötig werden.

Es scheinen allerdings, entgegen obiger Bemer­kung, schon einige Eingaben an das Reichskolo­nialamt gemacht worden zu sein und zwar schwer­wiegendster Natur, doch ist Bestimmtes hierüber bis heute nicht bekannt geworden.

So hat z. B. dieser Herr hier am Kilimanjaro gewisse Verfügungen erlassen, It. denen er sich das alleinige Recht vorbehält, die Wasserfrage nach seinem Gutdünken oder nach demjenigen gewisser Pflanzer zu regeln, also kurz gesagt, er hat für sich selbst für diesen Bezirk ein Wasser­gesetz konstruiert welches weder als Gesetz fun­gieren kann, noch überhaupt ausführbar ist und nur von einer absoluten Sachunkenntnis zeugt.

Dieses Wassergesetz (?) kam zu Stande, als ein gewisser Pflanzer, der zu Spekulationszwecken nach und nach Land aufkauft, ein Veto gegen einen Wassergraben einlegte, den ein alt angesehener, bekannter Pflanzer zu machen gezwungen ist und für den er seit über Jahresfrist einen vor dem Kaiserlichen Bezirksamt gefertigten und unter­schriebenen Vertrag besitzt. Trotzdem dieser Graben schon angefangen war, wurde betreffendem Pflanzer die Fortführung verboten und es halfen