weder Proteste noch Erklärungen usw., die Erlaubnis wurde verweigert unter Angabe der komischsten Gründe. Er, der Pflanzer, erhielt trotz wiederholter Mitteilungen des Herrn Löhr, dass er zwecks Erledigung Anfang bis spätestens Mitte Dezember hinkäme, statt dessen Anfang Januar eine Polizeiverfügung, in der ihm bei Strafe die Fortsetzung des Grabens verboten wurde. Ohne diesen Graben ist der betreffende Pflanzer, der Familie hat, wirtschaftlich ruiniert, da anderweitig Wasser nicht zu beschaffen ist und auch stets, um eben besagten Zweck augenscheinlich zu erreichen, jede noch so kostspielige Anlage eines Grabens verweigert würde
vielleicht zu Gunsten eines Herrn, der schon drei Ländereien den seinen angefügt hat??
Genau dasselbe ist einem absolut selbständigen Pflanzungsbesitzer W. passiert, nur dass da das Schreiben des B.-A. es sogar noch an konventionellem Tone fehlen liess. Hier ist auch plötzlich iierausgefunden worden, dass diesem Herrn W. ö7 ha zuviel verkauft sind — hoffentlich fällt dieses Land nicht Landspekulanten in die Hände! Diesem l lerrn W. wurde übrigens grossmütig von Herrn Löhr anheimgestellt, sich einen Staudamm zu bauen und Pumpmasdiinen anzulegen, um Jas Wasser ca. 30 Meter hoch nach der Nordecke seiner f*flanzurig hinzubesorgen!!!!
Wenn ein Fünkchen Sachverständnis hier iThtsprechen dürfte, so wäre sicherlich ein derartiger Vorschlag niemals schwarz auf weiss dekretiert worden.
Es muss hier übrigens bemerkt werden, dass die im Amtl. Anzeiger von Moschi am 3. 11.13 gegebenen Erklärungen über Wassergräben keine Verfügungen darstellen, sondern lediglich Grundsätze, nach denen Herr Löhr künftig zu verfahren gedenkt (wenn er kann!) und es ist sehr zu bezweifeln, dass die Entnahme von Wasser aus einem Flusse, mangels Wasserrechts, der behördlichen Genehmigung bedarf. Vor allen Dingen sollte der Herr Bezirksamtmann nicht derartige einschneidende Erklärungen erlassen, wenn aus denselben schon ziemlich ersichtlich ist, dass sie zu Prozessen führen. Herr Löhr befindet sich seit ca. 6 ganzen Monaten im hiesigen Bezirk und davon hat er ca. 3 oder mehr Monate auf Reisen verbracht — wie sollte es ihm möglich sein, in einer su tief einschneidenden Frage die nötige Sadi- und Terrainkenntnis aufzuweisen? Dass er diese Sachkenntnis nicht besitzt, hat er bewiesen, als er beim Verbot des zuerst erwähnten Wassergrabens den Betreitenden als Nichtanlieger des Flusses be/eichnete, während derselbe mit fast der Hälfte seiner Pflanzung Anlieger ist. Dem Pflanzer W. dagegen, der unmittelbar in der ganzen Länge seiner Pflanzung Anlieger ist, teilt er mit, dass er einen Graben nicht gestatte, da sonst für Niditanlieger kein Wasser übrig sei !! — Hier ist doch ein so deutlicher Widerspruch vorhanden. Es liegt nicht nur Unkenntnis vor, sondern er arbeitet auch seinen eigenen Erklärungen entgegen und etwas andres tritt offensichtlich zu Tage. Dass die nötige Wasserzufuhr für den Pflanzer eine Lebensfrage ist, weiss ein jeder und man sollte eigentlich von einem Bezirksamtmann annehmen, dass er von dieser vornehmsten Kul- turhedingung auch etwas weiss! —
Es hat doch wohl jeder Pflanzer, der nicht mit sehr reichlichen Geldmitteln versehen ist, in der jetzigen Zeit sihwer genug zu arbeiten, um überhaupt den Kopf über Wasser halten zu können und es wird ja auch von der Regierung versucht, ihm über die schwere, harte Zeit hin- wegzuhelien (siehe die neuen Kaufpachtverträge); da ist es umso bedauerlicher, dass in einen der grössten und dichtbevölkertsten Bezirke ein Beamter gesetzt wird, der sowohl den Interessenten des Bezirks, und damit den Intentionen der K iserbchen Regierung, entgegenarbeitet und der sidi also vielleidit für einen kleinen curopaerleeren Posten eignen würde, nicht aber für einen grossen Posten wie es der von Mosclu ist. Der Bezirkschef ist zum grossen Teil doch mit duiür da, vermittelnd und anweisend * n ugreiier. und an uordnen, niemals die von sei iem Wohlwollen abhängigen Ansiedler wie Rekruten zu behandeln und durch sein Benehmen auch der Regierung unnütze Scheerereien zu machen und womöglich gerichtlich j Klagen hervurzuru.cn.
Es ist hier oben in .5 Jahren ca. ,v mal mit den Bezirksamtleuten gewechselt worden, das w. r stets sehr bedauerlich, ganz besonders, als verschiedene wohlwollende, ihre wirtschaftliche Pflicht über alles setzende Beamte darunter waren
es hat sich aber noch niemand m so kurzer Zeit hier derartig unbeliebt gemacht wie der jetzige Vertreter der Behörde und keiner ist so mir allen ihm zu Gebote stehenden Waffen gegen die Ansiedler. Deutsche sowohl als Griechen, aufgetreten. Die Griechen, die auf diplomatischem sieh naelt Berlin wenden, sollen ruhig ihre Klagen dort anbringen, wir Reichddeutsciien aber, von denen einige schon schwere Pionierarbeit bewältigt hatten, als Herr Löhr noch in
die Lireinschule ging, wir erwarten und hoffen bestimmt von unserer Regierung, dass schleunige Abhilfe geschafft und den Ansiedlern ihr gewiss doch augenblicklich nicht leichtes Los wenigstens nicht noch unleidlicher gemacht werde. Wir arbeiten schliesslich so schwer und unter so grossen Entbehrungen und Sorgen, um für unser Alter resp. für unsere Familie zu sorgen und für die Erziehung unserer Kinder, dass wir nicht gesonnen sind, uns das durch schwere Arbeit Vollbrachte durch verkehrte Massregeln entreissen zu lassen.“
Wir brachten in unserer letzten Nummer einen Artikel der „Kol. Korr“, der sich in klarer, nicht misszu verstehender Weise über den Beamtenabsolutismus in den deutschen Kolonien ausspricht; es sind Ausführungen, die im Anschluss an das Vorgehen des Gouverneurs Ebermaier in Kamerun erfolgten. Wie uns scheinen will, herrscht auch am Kiltmanjiro ein gewisser Absolutismus, dessen sofortige Beseitigung Aufgabe unserer Regierung sein muss. Wir empfehlen übrigens unserem Landes rat, die Sache in der nächsten Tagung gründlich zur Diskussion zu bringen. Nichts kann die Abschaffung von Uebelständen besser fördern, als ihre Behandlung in der ÜeffentlichkeiT. Wir werden rndauernd bemüht sein, unsere Leser über die Vorgänge zu informieren. Sehr zu begrüssen wäre es, wenn die dortigen wirtschaftlichen Vereine energisch Stellung zu der Angelegenheit nehmen würden und die genauen protokollarischen Berichte an die Presse gelangen Hessen.
Belgien auf der ostafrikanischen Ausstellung.
Wie das „Journal du Longo“ meldet, werden sich an der ostafrikanischen Ausstellung in Daressalam im August nächsten Jahres voraussichtlich ca. 30 grössere begische Gesellschaften beteiligen.
Eingesandt.
Die Sorge für unsere kranken Schwarzen.
(Ohne Verantwortung der Redakti >n.)
Am 28. November sandte ich drei kranke Arbeiter mit einem Anschreiben an das Gouvernements-Hospital nach Tanga und bat, die Leute in Behandlung nehmen und gegebenenfalls Sal- varsan-Einspritzungen machen zu wollen.
Nach drei Wochen wurden zwei meiner Leute entlassen, der dritte Mann wurde dort behalten, da er an Safura erkrankt wäre.
Die zurückgekehrten Leute beschwerten sich, dass sie während der Zeit ihres Aufenthaltes im Hospral mir Rickschaschieben, Sandkarren. Anlegen von Gemüsebeeten und Gartenarbeiten beschäftigt worden seien. Auf ihre Bitte, sie davon zu befreien, da sie Schmerzen hätten, wäre ihnen geantwortet worden, es seien im Hospital alle Leute krank und sie hätten die übertragenen Arbtr.m zu verrichten. Der zurückbehaltene Arbe icr wurde nach einer Woche, infolge seiner Erkrankung an Safura, von der Arbeit befreit.
L\e Leute schickte ich in der Voraussetzung in da' Hospital, dass sie dort Ruhe und Schonung hätten, zumal ich für die Kosten aufkomme, nicht aber äglich zu etwa 6 stündiger Arbeit heran- gezog-.n würden; ich habe das H* »Spital nicht gebetin, meine Arbeiter an Safura zu beh mdeln, da iUi diese Krankheit mit geringere i Kosten und bestt i Eriolge aut meiner Pflanzung selbst behandle, abgesehen davon, dass mir jetzt der in Frage stehende Mann an 4 Tagen m der Woche als Arbeiter verloren geht.
Es ist häufiger passiert, dass sich meine Leute sträubten, in\s Hospital zu gehen und mich baten, auf der Pflanzung in meiner Behandlung bleiben zu dürfen, ja, es ist wiederholt vnrgekommen, dass Leute, deren Behandlung über mein Können hinausging, aui dem Wege zum Hospital ausrissen. In der Voraussetzung, dass die Ausführungen meiner Arbeiter auch nur zum Teil richtig sind, ist mir diese Aversion heute erklärlich. Die Recherchen n ich solchen Ausreissern verliefen gewöhnlich resultatlos, da das Hospital die Ankunft der Leute und den Empfang des Begleitschreibens nicht bestätigte und man so erst un Laufe von Wochen erfährt, ob der Pattem überhaupt eingetroffen ist.
Aus dem „Reservat der Arbeitslosen“,
Muhesa, wird uns geschrieben:
„S ich Unternciimerarbeit mache, also seit etwa see.ts Wochen. sind mir 47 M um entlaufen. Gegnifen wurde zunächst keiner. D:s schien mir verdächtig, und um nun iestzustclien. oh die ms so oft versprochene Kontrolle auch wirklich aas- geübt wird, liess ich zwei A ifsener nt;: Jen Entlaufenen suchen Gleichzeitig sollte i <ie sich merken, wo sie nach ihrem Ausweis betragt würden.
Die Leute haben die Nordbezirke von Tanga bis zum Mankasse, von Handeni bis Pangani sechs
Wochen durchzogen und sind nur zw mal nath ihrem Pass gefragt worden. Einmal m Zuge kurz vor Mombo von einem dort s onierttn Askari und zweitens in Handeni. Auch gamoyo soll in Ausreisserkreisen als gefährlich eiten.
Sonst sprechen sie ziemlich re-p.ktwidrig vom Auge des Gesetzes.
Haben sie Unrecht damit, steht so die uns versprochene Passkontrolle aus?“
Wir haben schon sehr viele Klagen ms dem Wirkungskreis des Distriktskommissars , Muhesa erhalten. Da jedoch die Pflanzer sic hrekt an den Gouverneur wandten, so wartete ? wir erst ab um zu sehen, wie der Hase lau. würde. Die Beschwerde scheint nichts genütz. aben.
Wir sind der Ansicht, dass es d . Aufgabe eines Distriktskommissars sein muss da Arbeitsverhältnis des Schwarzen im Beso ren im
Auge zu behalten. Abgesehen dav- dass er auch Schauris macht, die ebenso gut ,r besser vom Bezirksamt gemacht werden wOra. Wenn wir aber das Arbeitsverhältnis betr. en, d;.s zwischen dem Weissen und dem ^.awarztn besteht, so muss der Distriktskommis- * eben so sehr für das Wohl der Weissen als /'. das der Schwarzen eintreten. Und wie uns die ssprache mit vielen Pflanzern des Wirkungsk ses des Distrik’skommlssars in Muhesr be.\ en, ha*, man allgemein den Eindruck, dass t der Herr DistriktskommissarmitseinerProtektiü:! Schwarzen sehr ernst nehme, dagegen für n Schut: der Interessen der Pflanzer keinerlei >tändnis
besitze. Nun mag es sein, dass ihm „• letztere Rolle nicht liegt — es gibt Dinge, iie man lernen kann utd solche, d : e eine' dauernd Abneigung eintiöss^*n —, aber dann i>* .oen der \v uiioc» Jwf Jorligen Pilanzer bereci . ;t, einen anderen Distriktskommissar zu er’ Wir
waren neulich Zeuge eines Prozesses, dem der Herr Distriktskommissar Ankläger wa* und in
welchem ergegeneinen ganz unbescholu * . Pflanzer einen solchen Rattenkönig von Parag ien des St. G. B. angeführt hat, dass man ;on aus diesem Grunde diesem Pflanzer, — nn m: n ihn nicht kännte . den Verkehr aufsa> müsst Und was kam heraus? Freisprech Wir
hatten, wie schon oft, das für deutsc ierichts- verhältnisse paralleünse Beispiel eines Jtlaufes
zwischen Staatsanwalt und Distrikts r.missar.
dem angekl igen Weissen „ eins aufzi: .. mmen * Nach den Begriffen der Sozialden: »ien Gr die Institution des Distriktskommissars o ideale. Wir können sie ihnen empfehlen und itulierm dazu, dass wenigstens im schwarzen I. eil sich eine Portion ihrer Ideale verwirklicht i
Eine andere Sache ist es, sich zu erlegt i, ob die Einrichtung eine solche v . immene Gestalt erreicht habe, dass sie ein. weiteren
Vervollkommnung nicht mehr fähig u Und
das ist entschieden zu verneinen. Der hstrikts- kommissar“ ist nach dem Modell den . rrn von Rechenberg geblieben, die Verhültn. haben
sich aber in allen anderen in Betradi mimenden Punkten auf diesem Gebiete kt sal verschoben. Also muss dringend geford . werden, dass diese — unserer Ansicht nach . tterhaüe Kreatur abgeschabt und an ihre tolle ein
Beamter geschaffen werde, dessen S .mg die von uns oben gelorderten Garantien v bärgt.
Es wäre ungerecht, wenn man . nt ane - kenuen wollte, dtss es auch Distrikt-, imissare gegeben hat, die ihre vornehmste Au he darin erblickt haben, die Interessen der \V_ -sen zu wahren, darüber aber keineswegs die der iwarzen vernachlässigt haben. Aber sie sim: eicht zu zählen; ihre Zahl reicht nicht für die F :or einer Hand. Und daraus muss man die Lv ziehen, dass eben der heutige „Distriktskonw ; ;r* eine Figur ist . die von der Bildfläche iv iwinden und an deren Stelle eine andere schaffen werden muss. Sache des LandesraL nuss es sein, hierin Wandel zu schaffen.
Zu „Audiatur et altera ,»ars“!
Herr Elven hat unter dieser Uebi Trift mir untergeschoben, ich hätte in meinem Ar .1 „Wild und Vieh“ die radikale Ausrottung ius Wildes gefordert.
Wo?
Auf die anderen gequälten, geklü iten und nicht sachlichen Ausführungen des lü n Elven näher einzugehen kann ich mir erspart
An die seuchenverbreitenden Mä: glaubt
Herr Elven doch wohl selbst nicht! Ehe .rr Elven auf die südafrikanischen Verhältnisse su bezieht, ist ihm nur zu raten, sich dort erst eti al recht gründlich umzusdun! Herr Elven i.. erschätz: die Bedeutung des Geldes in neuen Ländern ganz bedeutend. Dort führt hauptsächh h Arbeit und Beständigkeit. erst in zweiter L iie der Mammon zum Erfolg, wofür speziell D. O. A. genügende Beispiele bietet.
