4. Die katholische Mission mit der — ebenso wie mit der evangelischen — die Pflanzer hierzulande in gutem Einvernehmen stehen, produziert auf ihren Pflanzungen in keiner anderen Weise als die Pflanzer und bildet ebensowenig »freie*, „selbständige*, »deutschdenkende Negerbauern* aus als der Pflanzer vermag, zahlt keine höheren Löhne und steht nachweislich auf dem Standpunkte, dass ihr Herr Erzberger durch seine theoretischen Erwägungen und Verallgemeinerungen bezw. durch seine Angriffe auf den Charakter der Pflanzer mehr schadet als nützt, indem der vorhandene Friede der Weissen im Lande dadurch bedroht werde. Es ist ihr zu Schulzwecken Land nie verweigert worden und zu Pfianzungszwecken besitzt sie soviel inmitten des Eingeborenenlandes als mit Rücksicht auf die Eingeborenen selbst möglich und zu ihrem Bestand — da jede Station sich aus eigenem Erwerb erhalten muss — nötig ist. Sie erklärt nicht daran zu denken, den Pflanzer hier unmöglich zu machen und macht nie ein Hehl aus ihrer lieberzeugung, dass ohne jeglichen Druck und stramme Zucht der Neger nicht gedeihen könnte und die Exportproduktion auch nicht. —
5. Die wirtschaftliche, z. Z. nicht günstige Lage unserer hiesigen Pflanzungen findet ihre Erklärung, abgesehen von der scheinbar doch vorübergehenden Baisse des Kautschukmarktes, in den von vornherein gemachten vergeblichen Versuchen im Anbau von Baumwolle, in den zwangsweisen Kulturverpflichtungen der Pachtkontrakte und in erster Linie in der völlig verkehrten Verkehrspolitik der Regierung, die ihr vom Reichstage aufgedrängt worden ist, um möglichst recht gute Kolonialbilanzen zu erzielen. In der Heimat wird man sich klar darüber werden müssen, dass da man auf Vorzugsimportzölle verzichten will, bezw. muss, jederlei Produktion nur gedeihen kann, wenn die Bedingungen so günstig gestaltet werden wie die konkurrierender Brüder.
Der Verband der Kilimanjaro-Pflanzer ist der Meinung, dass langen Endes eine Ausrottung der mit so guten Ansätzen begonnen Plantagenkulturen, dem deutschen Reich ungeheure Aufwendungen für eigene Regie entstehen würde, gegen die Kredite, wie sie hier jetzt gefordert werden, und die Herr Erzberger mit billiger Ironie behandelt, völlig geringfügig erscheinen.
Dass die ganze Kritik von Seiten des Reichstages hier einen Rückschlag auf die Arbeitsfreudigkeit der Pflanzer und die Lust, im Lande zu verbleiben, ausgeübt hat, mag zu bedenken geben und man hat kaum ein Anrecht, die deutschen Pflanzer zu tadeln, welche bei derartig geringer Rücksichtnahme auf ihre Lebensinteressen sich versucht fühlen, ihren Besitz an Ausländer zu veräussem, die leider schon mit zu hohem Prozentsatz hier vertreten sind.
6. In jedem Stande finden sich unwürdige oder unwissende Vertreter ein. Es soll nicht geleugnet werden, dass Lohnabzüge von Seiten einzelner Pflanzer vorgekommen sind. Auffälliger Weise sind es gerade neu ins Land kommende Personen, welche, in die Praxis getreten, der Meinung sind, dem Arbeiter aus eigenem Ermessen Lohn zu kürzen. Dies mag dann andauem, bis die Behörde sie eines Besseren belehrt. Es sind eben die Neulinge, welche an der teilweise beispielslosen Faulheit der Neger und dem Triebe, sich der Gegenleistung jür den Lohn zu entziehen, Anstoss nehmen. Hier im Lande Erfahrene rechnen mit dieser vielfachen Arbeitsscheu und wissen, dass der Neger ohne Aufsicht — es sei denn im Akkord nicht den dritten Teil der Arbeit leistet wie in Gegenwart des Aufsehers. Die natürliche Entrüstung von Neulingen, um die Gegenleistung für den Lohn betrogen zu sein, deren Unkenntnis der Negernatur, verbietet die Auffassung, dass Lohnabzüge nichts Weiteres sein können als der Versuch, den Neger zu betrügen.
7. Die übliche Arbeitszeit ist hier nur 6 9 Stunden, inkl. Ruhepause, obwohl die gesetzliche Grenze 10 Stunden ist.
8. Der Reichstag hat in den angeführten Sitzungen soeben Resolutionen gefasst, die teil
weise hier begrüsst, teilweise aber als undurchführbar angesehen werden. Freudig begrüsst werden die Resolutionen über die grössere Berücksichtigung der Gouvernementsräte bei vorjährigen Etatsveränderungen von Seiten des Kolonialamtes, ferner die Forderung nach den Verhandlungsprotokollen der Gouvernementsräte, besonders auch die Resolution um eine erhebliche Verstärkung der ärztlichen Versorgung der Kolonien. Die Forderung, Leben, Freiheit und Eigentum der Eingeborenen sicher zu stellen, ist unseres Erachtens bereits unter Anpassung an hiesige Verhältnisse erfüllt. Die Resolution 5, die Anbauverpflichtungen der weissen Landerwerber einzuschränken, kann gut wirken, wenn Wege gefunden werden, die Landspekulation doch zu verhindern. Dagegen wird sich der Wunsch des Reichstages, für jede Plantage auch Land für Arbeiterdörfer zu reservieren, nicht erfüllen lassen, obwohl dies wohl den Pflanzern sehr angenehm wäre bei den Eingeborenen aber den grössten Widerstand erwecken würde.
Zur Resolution, die besonders über Arbeiterfürsorge sich auslässt, ist im Grundsätze nichts auszusetzen, falls bei Ausbau derselben die Pflanzer gehörig zu Worte kommen und der Wert der Hygiene auch bei klimatisch verschiedenen Orten die nötige Rücksichtnahme findet. Die geforderte Regelung der Arbeitszeit und der Minimallöhne wird keine Schwierigkeiten machen, wenn sie auf lokale Verhältnisse Rücksicht nimmt und die Pflanzer durch Kompensationen im Ausbau des Verkehrs, der Zölle, der Fracht- und Schiffsraten in den Stand gesetzt werden, konkurrenzfähig zu bleiben.
Einseitige Belastung der Pflanzer unter Vermehrung der bereits jetzt bestehenden schweren Lasten für die Gesundheitspflege der Eingeborenen, für Wohlfahrtseinrichtungen, ohne gleichzeitige Verbilligung der Exportbedingungen, wird die Pflanzungen zu Grunde richten. —
10. Den Herren Abgeordneten, welche aus eigener Anschauung unsere Kolonie kennen und sich bemüht haben, die z. Teil nicht allein irrigen sondern auch beleidigenden Behauptungen anderer Redner zurückzuweisen, sagen die Pflanzer am Kilimanjaro hiermit ihren Dank. Wenn das Kolonialamt durch seine amtliche misszudeutende Denkschrift selbst Anlass gegeben hat zu den Uebertreibungen der Herren Sozialdemokraten und des Herrn Erzberger, hätten die Pflanzer nicht allein, wie geschehen, eine verbindlich sachliche, sondern eine ganz energische Zurückweisung der Angriffe gegen die Ehre der Pflanzer erwartet, die, hier auf einem Aussenposten deutscher Kultur, sich bewusst sind, unter Aufopferung von Gut und Gesundheit, ehrlich, mit grossen Mühen Pionierarbeit für die Zukunft zu leisten.
Der Wirtschaftliche Verband vom Kilimanjaro: i. A. der Vorsitzende Dr. E. Th. Förster.
Kolonialneger in Deutschland.
Von Wilh. Föllmer, Berlin.
Es hat nicht an profitsüchtigen Unternehmern gefehlt, die mit der berühmt gewordenen Schülerkapelle in Tanga Europa bereisen und hohe Pachtsummen zahlen wollten. Man stelle sich diese Schülerkapelle vor, wie sie im Panoptikum, im Zoologischen Garten oder an irgend einem anderen Orte Berlins oder des Reiches auftreten würde. Wie bei den Parsivalvorstellungen würden alle Eintrittskarten verkauft sein und der »Billetthandel* in hoher Blüte stehen.
Gott sei Dank sind derartig beabsichtigte Schaustellungen am Widerstand der massgeblichen Behörden gescheitert und werden es hoffentlich auch in Zukunft tun.
In früheren Jahren war es bei manchen Offizieren und höheren Kolonialbeamten üblich, einen schwarzen Diener mit auf Heimaturlaub zu nehmen. Er gab seinem Herrn ein interessantes afrikanisches Relief Aber die Erfahrungen, die man mit den Negern machte, die einmal europäischen Boden betreten hatten, waren die allerschlechtesten. Sie wurden hier von Männlein und Weiblein, besonders den letzteren, sehr verhätschelt. Die Hochachtung vor der weissen Rasse blieb in Europa und kam in Afrika nicht mehr wieder.
Kein Pflanzer oder Kaufmann wird einen sogenannten Europaneger in seinem Betrieb be
schäftigen wollen. Mir sagte efnmal ein praktischer Pflanzer in Morogoro: »je mehr der Neger stinkt, desto lieber ist er mir.* Mit diesem Ausdruck soll gesagt sein, je mehr er noch wirklich Naturkind ist, umso zuverlässiger ist er als Diener; denn er stiehlt nichts, da er in seiner Naivität nicht weiss, was er mit den gestohlenen Dingen anfangen soll, soweit sie nicht zu i oder zu rauchen sind.
Die gesammelten Erfahrungen führten zu dem Verbot, schwarze Diener mit nach Europa zu nehmen. Es bedarf dazu der besonderen Erlaubnis des Gouverneurs, die stets versagt wird, wenn nicht ganz besondere Gründe für das Mitnehmen eines schwarzen Dieners ins Feld geführt werden können. Auch zu Schaustellungen dürfen Neger aus den deutschen Kolonien nicht mehr verwendet werden. Und das ist gut so.
Den einzigen Schutz, den die weisse deutsche Frau in unseren Kolonien den Negern gegenüber hat, besteht in dem ungeheuren Respekt, in der gewaltigen Hochachtung, die der Neger vor einer weissen Frau besitzt. Sie ist für ihn eine Art Göttin, die er wohl verehren, aber nie begehren darf. Jeder Neger, der nun einmal in Europa gewesen ist, weiss natürlich eine Reihe Liebesabenteuern zu erzählen, die er mit we Frauen gehabt hat und Briefe, die er noch erhält und im Verwandten- und Freundeskreise vorliest, beweisen, dass er nicht übertreibt. Derartige Briefe sind ja schon oft genug in kolonialen Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt worden. Ich selbst erlebte es auf einer Pflanzung in den Nordbezirken Deutsch-Ostafrikas, wie dort ein Arbeiter fast mit jeder Europapost ein duftendes Briefchen bekam. Es bedurfte dann jedes Mal einer liebevollen Behandlung der unteren Kehrseite seines Körpers, um ihn wieder arbeitsfähig und arbeitswillig zu machen. Solche Neger untergraben das Ansehen der weissen Rasse und den ethischen Schutzwall, der die weisse Frau umgibt, in gefährlichstem Masse.
Aus diesem Grund sind noch schärfere Massnahmen durchaus gerechtfertigt, um unsere Schutzgebiete vor den Europanegern zu bewahren.
Jeder*), der einen Neger mit heimnimmt, müsste die Garantie dafür übernehmen, dass er nicht mehr in das Schutzgebiet zurückkehrt, weil er dort zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr wird. Das sollte auch für unsere Schiffe der Ostafrika-Linie gelten, bei denen die Kapitäne und höheren Beamten oft genug Neger zu ihrer persönlichen Bedienung haben. Zwar wird g< diese Diener kämen in den Hafenstädten gamieht an Land. Es müssten aber dafür grössere Garantien gegeben werden, als das bisher der Fall ist
Auch am Orientalischen Seminar werden Suahelineger als Lektoren beschäftigt. Es mag das in früheren Jahren nötig gewesen sein und man konnte diese Einrichtung als ein notwendiges Uebel dulden. Wir besitzen aber heute soviel pensionierte Schutztruppenoffiziere, Beamte und Lehrer, die das Suaheli in mustergültiger Weise beherrschen und gern bereit wären, ihre Kenntnisse dem Orientalischen Seminar zur Verfügung zu stellen, dass zur Einstellung von Negern eine zwingende Veranlassung jetzt nicht mehr vorliegt
Es ist richtig, diese Lektoren sind in durchaus einwandsfreien Pensionen untergebracht. Bei vielen von ihnen würden bei der Rückkehr die obenan* geführten Schädigungen nicht in ganz so krasser Form zu Tage treten. Aber immerhin liegt die Gefahr vor. Sie kann doch leicht vermieden werden, ohne dass die Suahelilernenden dadurch einen Verlust hätten. Vor einigen Jahren passierte es, dass ein solcher Lektor eine Berliner Verkäuferin heiratete. Es hatte kein Machtmittel gegeben, diese Eheschliessung zu hindern. Diese Rassenschändung hat ja nun schliesslich das weisse Mädchen mit sich selbst abzumachen. Aber wie sehr dem schwarzen Ehegemahl jede Kritik fehlte, geht daraus hervor, dass er mit seiner Erwählten nach seiner Heimat, Deutsch-Ostafrika, zurückkehren wollte, und sehr erstaunt tat, als man ihn dort nicht an Land Iiess. Es wurde ihm eröffnet, er allein könne in Afrika bleiben, seiner Frau würde man die Landung unter keinen Umständen gestatten Da war der Neger so ritterlich mit seiner Schönen nach Berlin zurückzukehren. Es ist nur gut, dass dieser Fall mehrere Jahre zurück liegt; denn heute würde man im Reichstage darüber in den höchsten Fisteltönen kreischen
Dieser erwähnte Suahelineger erschien dann später in dem Büro eines Konialvereins und suchte Beschäftigung. Aber sie sollte auch Standes- gemäss sein. Denn er hätte doch so viel io seinem Leben gelernt, dass er nicht als Türsteher. Kellner oder Diener zu gehen brauchte.
Er und auch einige andere deutsche Kolonialneger haben sich jetzt einen sehr bequem^ Lebensunterhalt geschaffen. Sie halten in höheren und Volksschulen Vorträge, bei denen Eintrittspreis
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